In der Zeit zwischen dem 15. und 20. Juni 2026 begeben sich 15 Studierende der Europa-Universität Viadrina und der Touro University Berlin auf eine Exkursion nach Lublin und dessen Umland. Diese gemeinsame Initiative verfolgt das Ziel, neue Belege für die Massenerschießungen von Jüdinnen und Juden in Ostpolen zu untersuchen. Informationen von europa-uni.de beschreiben, dass die Exkursion in Zusammenarbeit mit der französischen Organisation Yahad-In Unum organisiert wird, die sich mit der Erforschung dieser Verbrechen aufgrund deutscher Besatzung beschäftigt.

Begleitet werden die Studierenden von Dr. habil. Frank Grelka, einem Osteuropa-Historiker vom Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies, sowie von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt von der Touro University Berlin, einem Experten für Holocaust-Studien. Die Teilnehmenden werden nicht nur mit Zeitzeug*innen sprechen, sondern auch verschiedene Gedenkstätten besuchen, darunter die Geschichtsinitiative Brama Grodzka sowie die Gedenkstätten Majdanek und Bełżec. Diese Orte sind zentrale Punkte im Gedenken an die grausamen Taten des Holocausts.

Schwerpunkt auf Gedenkkultur und historische Reflexion

Ein zentrales Thema der Exkursion ist die Diskussion über Gedenkkultur und den Erhalt materieller Spuren aus dieser dunklen Zeit. Insbesondere wird das Gedenken an den „Holocaust durch Kugeln“ untersucht, eine Form des systematischen Mordes, die viele Menschen in Ost- und Mitteleuropa betrifft. Während des Zweiten Weltkriegs führten die Nazis und ihre Verbündeten in besetzten Gebieten massenhafte Erschießungen durch, die zu etwa zwei Millionen jüdischen Opfern führten. Dazu zählt auch das Massaker von Babi Yar, bei dem innerhalb von zwei Tagen über 33.000 Juden ermordet wurden, was die Grausamkeit der Besatzungspolitik unmissverständlich dokumentiert, wie wikipedia.de in seinen Details zum Opferumfang darstellt.

Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die verschiedenen Akteure gelegt, die an diesen Verbrechen beteiligt waren. Die Einsatzgruppen, Sondereinsatzkommandos der Sicherheitspolizei, hatten eine tragende Rolle bei den Massenerschießungen und arbeiteten in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Polizei- und Militärkräften. Die methodische Planung und Durchführung dieser Ereignisse zeigt auf, wie tief die antisemitische Politik im NS-Regime verwurzelt war, wie aus ushmm.org hervorgeht.

Reflexion und Erkenntnisgewinn

Zusätzlich zum Studium der historischen Fakten wird die Exkursion auch eine kritische Reflexion über die Quellen des Holocausts und deren Wert für die Forschung und das gesellschaftliche Gedenken anregen. Das Erfahrungsgespräch mit Zeitzeug*innen bietet den Teilnehmenden eine persönliche Dimension und lässt den schrecklichen Geschehnissen eine menschliche Stimme zukommen.

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Diese Exkursion ist Teil des Lehrkonzepts am Viadrina Center und unterstreicht den Wert der Geschichtserforschung für die gegenwärtige und zukünftige Gedenkkultur. Der interdisziplinäre Ansatz dieser Aktivität, unterstützt von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und weiteren Partnern, bietet eine Plattform zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und deren Auswirkungen auf unsere heutige Gesellschaft.