Med Berlin, 30. Oktober 2026 – Bei AVITA Medical steht der nächste wichtige Termin vor der Tür: Das Unternehmen will seine Ergebnisse für das dritte Quartal am 5. November 2026 nach US-Börsenschluss veröffentlichen. Laut den von MarketBeat zusammengetragenen Analystenschätzungen wird mit einem Umsatz von 22,35 Mio. US-Dollar und einem Verlust je Aktie von 0,2394 US-Dollar gerechnet.

Die Latte liegt dabei nicht völlig abstrakt. Im zweiten Quartal kam AVITA Medical auf 21,70 Mio. US-Dollar Umsatz und übertraf damit die erwarteten 20,25 Mio. US-Dollar. Der bereinigte Verlust je Aktie betrug 0,25 US-Dollar, während Analysten mit einem Minus von 0,29 US-Dollar gerechnet hatten.

Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich

Bei MarketBeat stehen derzeit fünf Kaufempfehlungen einer Halteempfehlung und einer Verkaufsempfehlung gegenüber. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 12,20 US-Dollar. BTIG hob am 12. Oktober 2026 sein Kursziel von 11,00 auf 15,00 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung.

Dem steht der zuletzt gemeldete Börsenkurs gegenüber. Lang & Schwarz wies am 29. Oktober 2026 um 23:00:50 Uhr Berliner Zeit einen Kurs von 2,91 Euro aus. Der Geldkurs lag bei 2,82 Euro, der Briefkurs bei 2,99 Euro. Zwischen dieser Notierung und den US-Dollar-Kurszielen liegt also ordentlich Abstand – und damit auch reichlich Erwartung.

AVITA Medical entwickelt und vermarktet zellbasierte Therapien zur Wiederherstellung geschädigter Haut und Gewebe. Im Mittelpunkt steht unter anderem das RECELL-System zur Behandlung bestimmter Brand- und Hautverletzungen. Die Aktie wird unter dem Börsenkürzel RCEL geführt, die ISIN lautet AU000000AVH4. Heimatbörsen sind die Nasdaq und ASX.

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Vertrag mit Stedical verändert die Spielregeln

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt ein aktueller Bericht auf Form 8-K, den AVITA Medical, Inc. (RCEL) am 5. August 2026 eingereicht hat. Darin geht es um eine wesentliche Vereinbarung mit Stedical Scientific, Inc. zur Änderung bestehender Vertriebs- und Fertigungsvereinbarungen – ein „Global Amendment“.

AVITA erhielt dafür eine Gebühr von 500.000 US-Dollar. Im Gegenzug geht es um Rechte auf ein Erstangebot und einen Vorbehalt bei der Ausweitung des exklusiven Vertriebs auf die Europäische Union, das Vereinigte Königreich und Australien.

Auch bei PermeaDerm verschieben sich die Beteiligungen. In der Sheet-Form steigt AVITAs Anteil auf 67 Prozent; bei einer Bruttomarge von mehr als 50 Prozent ist eine höhere Beteiligung vorgesehen. Für die Glove-Form steigt der Anteil auf 80 Prozent, mit einer höheren Beteiligung bei einer Bruttomarge von mehr als 35 Prozent.

Mindestziel: eine Million US-Dollar im Jahr 2026

Die Vereinbarung hebt alle bisherigen Mindestanforderungen auf. Gleichzeitig muss AVITA aus der Umsatzbeteiligung im Jahr 2026 insgesamt mindestens 1,0 Mio. US-Dollar erreichen. Bis 2030 ist anschließend ein jährliches Mindestwachstum von 20 Prozent vorgesehen. Was bei einer Nichterfüllung dieser Ziele konkret passiert, geht aus der vorliegenden Zusammenfassung nicht hervor.

Neu geregelt wurde außerdem die Vermarktung: Stedical kann PermeaDerm in bestimmten bislang nicht von AVITA bedienten US-Märkten anbieten. Welche Märkte genau gemeint sind, bleibt offen. Ebenso unklar sind die Definition der „tatsächlichen Herstellungskosten“ und die konkrete Mengenobergrenze für internationale Verkäufe – Punkte, die bei einer genaueren Prüfung des Vertrags nicht nebensächlich wären.

Für die US-Märkte verkauft AVITA an Stedical zum tatsächlichen Herstellungspreis zuzüglich eines Aufschlags von 10 Prozent. In Nicht-US-Märkten, beispielsweise in Asien, gilt ein Preis von 200 US-Dollar je Karton plus einer Fertigungsgebühr von 10 Prozent, vorbehaltlich einer Mengenobergrenze.

Der Bericht enthält keine klaren Angaben zu Gesamtumsatz, Gewinn, Cashflow, Margen, Verschuldung oder Liquidität im Berichtszeitraum. Er beschränkt sich weitgehend auf die Vertragsbedingungen. Gerade deshalb bleibt die Zahlung von 500.000 US-Dollar ohne zusätzliche Angaben zur aktuellen Liquiditätsposition schwer einzuordnen.

Spannend wird nun, ob nachfolgende Berichte zeigen, wie AVITA auf das Umsatzbeteiligungsziel von 1,0 Mio. US-Dollar für 2026 zusteuert. Dann liegen am 5. November nicht nur neue Quartalszahlen auf dem Tisch, sondern womöglich auch erste Hinweise darauf, wie sehr die neu geordneten Vertriebs- und Fertigungsregeln im Alltag tragen.