Bautzen wird Standort des Deutschen Forschungszentrums für zukunftsfähiges Bauen
Die sächsische Staatsregierung hat den Weg für die Gründung des Deutschen Forschungszentrums für zukunftsfähiges Bauen (DFZ Bau) e. V. in Bautzen freigemacht. Für den Standort ist das ein ziemlich großer Schritt – und für die Bauforschung ohnehin. Heute, am 21.10.2026, richtet sich der Blick deshalb auch an der TU Dresden nach Ostsachsen.
Sachsen will dem Verein gemeinsam mit Thüringen, Baden-Württemberg, dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie mehreren Hochschulen beitreten. Als künftige Mitglieder sind die Universität Stuttgart, die Bauhaus-Universität Weimar und die TU Dresden vorgesehen. Die Gründungsversammlung und die Unterzeichnung der Gründungsurkunde sollen noch 2026 stattfinden.
Wissenschaft und Praxis näher zusammenbringen
Das Forschungszentrum soll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis stärken und neue Ansätze für zukunftsfähiges Bauen entwickeln. Gemeint ist also nicht nur Forschung am Schreibtisch, sondern ein engerer Austausch mit jenen, die planen, bauen und Gebäude später nutzen. In Bautzen ist dafür eine begleitende Forschungsinfrastruktur geplant.
Finanziert werden soll sie aus Mitteln der Strukturentwicklung in den Braunkohleregionen, einschließlich der Landesko-Finanzierung. Insgesamt stehen bis zu 100 Millionen Euro für die Forschungsinfrastruktur zur Verfügung. Das ist eine Summe, bei der selbst nüchterne Haushaltszahlen kurz laut werden.
Platz für junge Unternehmen
Zusätzlich ist ein Startup-Inkubator geplant. Er soll junge Unternehmen und Gründungsideen im Bereich der Bauforschung unterstützen. Zwischen Forschungsprojekt, Prototyp und marktfähigem Unternehmen liegt bekanntlich oft ein ziemlich holpriger Weg; in Bautzen soll dafür künftig mehr Unterstützung bereitstehen.
Bautzens Oberbürgermeister Karsten Vogt begrüßte die Entscheidung der Staatsregierung. Die Bemühungen vieler Beteiligter in Berlin, Dresden und Bautzen würden damit sichtbare Ergebnisse zeigen, erklärte Vogt. Er sieht in dem Vorhaben einen weiteren Schritt hin zu angewandter Bauforschung und zur Stärkung Bautzens als Wissenschafts- und Innovationsstandort.
Bis die ersten Projekte sichtbar werden, dürfte allerdings noch einiges an Abstimmung anstehen. Verein gründen, Infrastruktur aufbauen, Hochschulen und politische Ebenen zusammenbringen – das klingt weniger nach einem schnellen Spatenstich als nach vielen Gesprächen, Papieren und langen Sitzungen. Der nächste feste Termin liegt immerhin noch in diesem Jahr: die Gründungsversammlung des DFZ Bau und die Unterzeichnung der Gründungsurkunde.
