Erbprinz Leopold von Baden heiratet 2027 in Salem
Am Bodensee wird geheiratet – allerdings erst 2027. Leopold Erbprinz von Baden hat sich mit der Münchner Unternehmerin Katharina von Baumbach verlobt. Die Familie von Baden teilte die Nachricht auf Schloss Salem im Bodenseekreis mit. Bernhard und Stephanie Markgraf von Baden gaben die Verlobung ihres ältesten Sohnes bekannt.
Leopold ist 24 Jahre alt und wurde 2002 geboren. Internationale Beziehungen studierte er in Madrid und Tel Aviv. Heute arbeitet er für ein Start-up-Unternehmen in Hamburg. Katharina von Baumbach, Jahrgang 1999, studierte und arbeitete im In- und Ausland. In München ist sie inzwischen als selbstständige Unternehmerin im Event-Management tätig.
Ein Paar zwischen München, Hamburg und Salem
Katharina ist die Tochter von Ferdinand und Andrea von Baumbach. Ihr Vater ist laut Haus Baden Unternehmer sowie Land- und Forstwirt und lebt in München. Die markgräfliche Familie und die Familie von Baumbach gratulierten dem Paar und wünschten ihm „alles Gute und Gottes Segen“.
Für Leopold ist die Rolle in der Familie klar vorgezeichnet: Als ältester von Bernhards drei Söhnen ist er dessen vorgesehener Nachfolger und trägt deshalb den Titel Erbprinz. Sein Vater Bernhard Markgraf von Baden ist 56 Jahre alt und seit dem Tod seines Vaters Max von Baden im Jahr 2022 Chef beziehungsweise Oberhaupt des Hauses Baden. Die Familienunternehmen leitet Bernhard bereits seit 1998.
Verwandtschaftliche Verbindungen reichen dabei bis zum britischen Adel. Über seine Großmutter väterlicherseits, Theodora von Griechenland, ist Bernhard mit der britischen Königsfamilie verbunden. Er ist Cousin zweiten Grades von Prinz William und Prinz Harry. Ein Stammbaum, bei dem man beim ersten Lesen ruhig zweimal hinschauen darf.
Ein Haus mit tiefen Wurzeln im Südwesten
Das Haus Baden ist ein deutsches Hochadelsgeschlecht mit Wurzeln im Breisgau, in der Ortenau, in der Baar, im Hegau und im Thurgau. Seine Vorfahren besaßen bereits im Hochmittelalter Grafenrechte und gehörten zu den bedeutenden Familien im Südwesten des Herzogtums Schwaben.
Als Stammvater gilt Hermann I., der älteste Sohn Herzog Bertholds I. von Kärnten. Hermanns Sohn Hermann II., Graf im Breisgau, nannte sich ab 1112 nach der Burg Hohenbaden „von Baden“. Er erhielt das Gebiet um Baden-Baden im Ausgleich zwischen Zähringern und Staufern und führte den von seinem Vater ererbten Markgrafentitel der Markgrafschaft Verona weiter. Daraus entstand die Markgrafschaft Baden.
Das Territorium wuchs Schritt für Schritt: 1219 kam Pforzheim hinzu und verband Gebiete am mittleren Neckar mit den Erwerbungen am Oberrhein. 1442 folgten Anteile an den Herrschaften Lahr und Mahlberg sowie die Verbindung mit dem Breisgau. 1503 fiel die Landesherrschaft über die Sausenberger Gebiete an die badische Hauptlinie. Von 1190 bis 1415 bestand eine Hachberger Linie; Markgraf Bernhard I. kaufte sie 1415 zurück, zunächst ohne die Sausenberger Landesherrschaft.
1535 wurde Baden durch Erbteilung in die Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach geteilt. Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach erbte 1771 die katholische Linie Baden-Baden und vereinigte beide Markgrafschaften. Karlsruhe wurde Residenz; die neue barocke Landeshauptstadt entstand ab 1715 nahe dem Durlacher Schloss. Karl Friedrich wurde am Ende des Heiligen Römischen Reichs zunächst Kurfürst und nach dessen Auflösung 1806 Großherzog.
Von der Monarchie zur Familie in Salem
Ab 1830 übernahm die von Luise Karoline von Hochberg abstammende morganatische Seitenlinie die Großherzogswürde. Die Thronfolge dieser Linie war von dem Gerücht begleitet, Kaspar Hauser sei ein Sohn des 1818 verstorbenen Großherzogs Karl und der rechtmäßige Thronfolger. Die Erbansprüche der Hochberger Linie waren 1818 auf dem Aachener Kongress international anerkannt worden.
Großherzog Friedrich I. spielte bei der Gründung des Deutschen Reiches eine Rolle: 1871 rief er im Spiegelsaal von Versailles als Erster „Hoch lebe Kaiser Wilhelm“. Reichskanzler Maximilian von Baden verkündete am 9. November 1918 eigenmächtig die Abdankung Kaiser Wilhelms II. Der letzte Großherzog von Baden dankte am 22. November 1918 infolge der Novemberrevolution für sich und seine erbberechtigten Nachfolger ab. Seitdem führte er als Chef des Hauses Baden den Namen „Markgraf von Baden“.
Die Republik Baden übernahm unter anderem die Residenzschlösser in Karlsruhe, Rastatt, Mannheim, Schwetzingen und Bruchsal. In einem Abfindungsvertrag erhielt das Haus Baden die Schlösser in Baden-Baden und Salem einschließlich der darin befindlichen Kunstschätze. Weil Großherzog Friedrich II. und Großherzogin Hilda keine erbberechtigten männlichen Nachkommen hatten, adoptierten sie ihren Großneffen Berthold von Baden.
Später drückten hohe Schulden auf der Familie. Max Markgraf von Baden verkaufte 2000 Schloss Eberstein bei Gernsbach. 2003 wurde das Neue Schloss Baden-Baden nach der Versteigerung seiner Kunstschätze an einen Investor aus Kuwait verkauft. Das Land Baden-Württemberg übernahm 2009 Schloss Salem; die Familie behielt ein Wohnrecht in einem Flügel. 2006 hatte es außerdem einen umstrittenen Versuch von Bernhard Prinz von Baden und der Landesregierung unter Günther Oettinger gegeben, durch den Verkauf von Kulturgütern aus der Badischen Landesbibliothek Geld für die Sanierung des Schlosses zu beschaffen. Der Vorgang wurde als „Karlsruher Kulturgutaffäre“ bekannt und führte zu Debatten im Landtag von Baden-Württemberg.
Nach den Verkäufen der 2000er-Jahre besitzt der Chef des Hauses Baden noch Teile von Schloss Salem, das nahegelegene Schloss Killenberg sowie die Burg Staufenberg mit dem zugehörigen Weingut. Eine Seitenlinie bewohnt die Burg Zwingenberg. Nach der Revolution von 1918 wurde die 1804 säkularisierte Reichsabtei Salem Wohnsitz der Familie – und nun steht dort die nächste Hochzeit im Kalender.
Burgen, Residenzen und ein unruhiger Stammbaum
Zu den mittelalterlichen Sitzen gehörten die Burg Hohenbaden als Stammburg, die Yburg, ab 1219 die alte Burg in Ettlingen sowie ab 1503 die Burgen Rötteln, Badenweiler und Sausenburg. Nach der Landesteilung 1535 residierte die Untere Markgrafschaft zunächst in Pforzheim und ab 1565 in der Durlacher Karlsburg. In Baden-Baden und Ettlingen entstanden zeitgleich Renaissanceschlösser.
Nachdem französische Truppen das Schloss Baden-Baden 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg niedergebrannt hatten, wurde Rastatt Residenz der Baden-Badener Linie. Die Durlacher Linie bezog das 1718 errichtete Barockschloss in Karlsruhe. Die Regierungsbehörden der Markgrafschaft wurden von 1689 bis 1697 nach Basel verlegt; Markgraf Friedrich Magnus hielt sich während des Spanischen Erbfolgekriegs 1703–1705 und 1707 im Basler Markgräflerhof auf.
Karl Friedrich übernahm um 1802 die früheren pfälzischen Barockresidenzen in Mannheim und Schwetzingen sowie die ehemaligen speyerischen Residenzen in Bruchsal. Palais in Heidelberg und Freiburg wurden künftig als lokale Residenzen genutzt. Für den Thronfolger entstand ab 1891 das Erbgroßherzogliche Palais in Karlsruhe.
Die verbreitete Gleichsetzung des Hauses Baden mit dem Geschlecht der Zähringer gilt historisch als ungenau. Beide Häuser haben mit Herzog Berthold I. von Kärnten einen gemeinsamen Stammvater; dieser trug jedoch selbst nie die Bezeichnung „Herzog von Zähringen“. Das Missverständnis geht unter anderem auf die frühen landes- und hausgeschichtlichen Forschungen Johann Daniel Schöpflins zurück. Im 19. Jahrhundert förderte das Haus Baden die Gleichsetzung mit den Zähringern, um Ansprüche auf südbadische Gebiete und den Großherzogstitel historisch zu legitimieren.
Das Stammwappen zeigt in Gold einen roten Schrägrechtsbalken. Auf dem
