Am heutigen Donnerstag, 24. September 2026, ist in Saarbrücken ein SaarVV-Linienbus in der Camphauser Straße vollständig ausgebrannt. Der Notruf ging um 14:01 Uhr bei der Polizei ein. Schon bald war über der Stadt eine große schwarze Rauchwolke zu sehen – kilometerweit, wie Augenzeugen berichteten.

Der Bus befand sich rund 500 Meter oberhalb des Ludwigsparks an der Autobahnauffahrt. Zuvor war er von der A623 kommend in Richtung Innenstadt beziehungsweise Ludwigskreisel unterwegs. Im hinteren Fahrzeugbereich bemerkte der Fahrer Rauch, hielt den Bus am Straßenrand an und versuchte zunächst, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. Vergeblich. Wegen der schnellen Ausbreitung und der starken Hitze musste er den Löschversuch abbrechen.

Feuerwehr bringt Brand rasch unter Kontrolle

Gegen 14 Uhr wurden die Wachen 1 und 2 der Berufsfeuerwehr zu dem Brand in der Camphauser Straße zwischen dem Ende der A623 und dem Ludwigsparkstadion alarmiert. Beim Eintreffen stand der Verbrenner-Bus bereits in Vollbrand. Zwei Löschzüge gingen mit mehreren Strahlrohren gegen das Feuer vor und verhinderten, dass die Flammen auf die angrenzende Vegetation übergriffen. Nach etwa 30 Minuten war der Brand gelöscht.

Der Fahrer konnte sich selbst retten, blieb unverletzt und wurde vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht. Fahrgäste waren nicht an Bord; nach bisherigen Informationen gab es keine weiteren Verletzten. Die Schadenshöhe ist bislang nicht bekannt. Auch die Ursache des Feuers im hinteren Bereich des Busses war zunächst unklar und soll untersucht werden.

Wegen des Einsatzes war die Camphauser Straße stadteinwärts zunächst komplett gesperrt. Der Verkehr wurde über eine Behelfsstrecke zurück in Richtung A623 geleitet. Seit etwa 14:40 Uhr konnte er einspurig an der Einsatzstelle vorbeifließen. Eine Ausweichroute über die Johannisbrücke stand wegen Bauarbeiten ebenfalls nicht zur Verfügung.

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Die Folgen waren im Berufsverkehr deutlich zu spüren: Auf der A623 bildete sich ein massiver Rückstau, außerdem kam es auf der A620 in Richtung Ludwigskreisel und auf der Westspange zu erheblichen Behinderungen. Weiträumige Umleitungen machten die Sache nicht leichter. Später entspannte sich die Lage weitgehend.

Kein Einzelfall in der Region

In Saarbrücken erinnert der Vorfall an einen Busbrand im März 2025. Damals geriet ein Linienbus an der Haltestelle Sachsenweg nach ungewöhnlichem Geruch in Brand und brannte vollständig aus. Der Fahrer konnte das Feuer nicht löschen; bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen Hybridbus. Vor knapp einer Woche geriet außerdem im Kreis Birkenfeld während der Fahrt ein Linienbus in Brand.

Busse gelten grundsätzlich als sichere Verkehrsmittel, doch wenn ein Feuer ausbricht, kann es schnell ernst werden. In Berlin brannte an der Kreuzung Johannisthaler Chaussee/Kölner Damm ein Doppeldeckerbus der BVG so stark, dass die Feuerwehr Schaum einsetzen musste; die Polizei leitete den Verkehr um. Schwere Busbrände forderten zudem 2008 bei Hannover 20 Todesopfer. 2011 kam es in einem Busdepot bei Bottrop zu einem Großbrand, bei dem die Halle samt abgestellten Fahrzeugen vollständig verloren ging.

Warum sich Feuer in Bussen so schnell ausbreiten kann

Forschungen beschäftigten sich deshalb mit der Frage, warum Brände insbesondere in Innenräumen moderner Busse so rasch wachsen und Fahrgästen teilweise kaum Zeit zur Flucht bleibt. In heutigen Fahrzeugen werden zunehmend leichte Kunststoffe mit guten mechanischen Eigenschaften verwendet. Einige davon sind jedoch leicht entflammbar und können große Mengen teils giftigen Rauchs entwickeln.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen initiierte von 2009 bis 2014 mehrere Forschungsprojekte zur Brandsicherheit von Bussen. Die BAM untersuchte unter Leitung von Dr. Anja Hofmann-Böllinghaus gemeinsam mit dem schwedischen SP Technical Research Institute Sweden die Brandausbreitung experimentell und mithilfe numerischer Modelle. Damit ließ sich unter anderem die besonders schnelle Ausbreitung beim schweren Busbrand von 2008 erklären. Das Modell berücksichtigte verschiedene Materialien, Belüftungen und Brandquellen.

Die Untersuchungen bestätigten, dass Innenraummaterialien entscheidend zur schnellen Brandausbreitung beitragen. Als Hauptprobleme wurden Deckenverkleidungen und Fahrgastsitze identifiziert. Die Ergebnisse flossen in Empfehlungen für mehr Brandsicherheit und in die Überarbeitung bestehender Sicherheitsregeln ein.

  • Rauchmelder wurden in Bereichen vorgesehen, die der Fahrer nicht einsehen kann.
  • Für alle vertikal verbauten Materialien gelten Brandtests.
  • Bestimmte bereits für die Bahn geprüfte Materialien können auch für Busse zugelassen werden, ohne dass eine zusätzliche Prüfung nötig ist.
  • Durch die Änderung der UN-ECE-Regelung 107 wurden Motorlöschanlagen für Busse verbindlich festgelegt.

Die strengeren Vorschriften sollen die Sicherheit von Herstellern, Reiseunternehmen, Fernbusreisenden und anderen Verkehrsteilnehmern erhöhen. Die BAM ist eine wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In der Camphauser Straße blieb am Nachmittag zunächst vor allem der Geruch von Rauch, heißem Metall und verbranntem Material zurück.