Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet kontinuierlich voran, und eine bemerkenswerte Innovation kommt aus München: HospiChef. Das Unternehmen, gegründet von Jan Bodenbach, einem Alumnus der WHU, hat sich der Modernisierung der Patientenverpflegung verschrieben. Der Ausgangspunkt war ein Hackathon an der Technischen Universität München, wo kreative Köpfe an digitalen Lösungen für die Herausforderungen in der Krankenhausverpflegung arbeiteten. Hier wurde die Idee geboren, die schließlich zur Gründung von HospiChef führte. Laut der WHU berichtet Bodenbach, dass die Klinikgruppe damals hohe Lebensmittelverschwendung und den Druck auf das Pflege- und Servicepersonal thematisierte.

Im Kern von HospiChef steht eine digitale Plattform, die alle Prozesse der Patientenverpflegung bündelt. Patientinnen und Patienten können über eine intuitive App ihre Mahlzeiten auswählen, Feedback geben und sogar zusätzliche Optionen buchen. Diese Innovation hat direkt zum Ziel, den Stress für Pflegekräfte zu reduzieren, die oft mit administrativen und manuellen Aufgaben kämpfen müssen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der intelligenten Planung und Produktionssteuerung durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die historische Bestelldaten auswertet und Prognosen für die Produktion erstellt. Dadurch wird nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch der Lebensmittelabfall um 19 Prozent im Pilotprojekt gesenkt, wie Bodenbach hervorhebt.

Optimierung der Verpflegungsprozesse

Das digitale Menübestellsystem von HospiChef ermöglicht es, Änderungen im Menü bis kurz vor Produktionsbeginn vorzunehmen, was für Flexibilität und Zufriedenheit bei den Patientinnen und Patienten sorgt. Unternehmen wie DBU unterstützen HospiChef, um die Anwendung weiter zu entwickeln und zu skalieren. Hierbei werden nicht nur Küchenprozesse optimiert, sondern auch eine ganzheitliche Übersicht über Bestellungen und Sonderkostformen bereitgestellt.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Herausforderungen, die das Unternehmen zu meistern sucht. Insbesondere der Fachkräftemangel in Service, Pflege und Küche stellt eine große Hürde dar. HospiChef sieht hier eine Möglichkeit, durch klar strukturierte Prozesse und Schulungen mehr Zeit für die Pflegekräfte zu schaffen. So könnten beispielsweise die abendlichen Essenswünsche bereits am frühen Nachmittag erfasst werden, was den alltäglichen Anforderungen in den Krankenhäusern entgegenkommt.

Nachhaltigkeit im Fokus

Nachhaltigkeit ist ein weiterer zentraler Aspekt der HospiChef-Lösung. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, durch optimierte Einkaufs- und Vorbereitungsprozesse die Lebensmittelabfälle um bis zu 60 Prozent zu reduzieren. Diese Maßnahme soll nicht nur der Umwelt zugutekommen, sondern auch die Kosten für die Einrichtungen senken. Ein zentrales Dashboard erfasst dabei alle wichtigen Kennzahlen zur Nachhaltigkeit und Effizienz.

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Im Rahmen des Green-Start-Up-Programms der DBU wird HospiChef finanziell gefördert, was die Ambitionen des Unternehmens weiter bekräftigt. Demnach sollen im Laufe dieses Jahres über eine Million Patientinnen und Patienten von dieser digitalen Lösung profitieren. In Berlin und darüber hinaus wird die Software nun in einer wachsenden Zahl von Kliniken implementiert, wobei bereits über hundert Verträge für zukünftige Einsätze vorliegen.

Für angehende Gründer hat Jan Bodenbach einen wertvollen Ratschlag: „Versteht eure Zielgruppe gut und arbeitet eng mit den Nutzern zusammen, um ein funktionierendes Produkt zu entwickeln.“ In der sich ständig weiterentwickelnden Welt des Gesundheitswesens könnte es sich als Schlüssel zum Erfolg erweisen.