An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) sind Daten von mehr als 51.000 Bewerbungen von Studieninteressierten in die Hände unbekannter Hacker gelangt. Betroffen sind unter anderem Telefonnummern, Studienwünsche, Geburtsdaten und Adressen. Die Universität bezeichnete den Vorgang als „Datenschutzvorfall“.

Die MLU teilte den Angriff am Freitagnachmittag mit. Der Bericht dazu wurde am 16. Oktober 2026 um 19:10 Uhr aktualisiert. Was genau hinter dem Angriff steckt, wer die Daten erbeutet hat und ob sie bereits missbraucht wurden, ist bislang offen. Weitere Recherchen zu Hintergründen und Reaktionen sind angekündigt.

Politik unter Druck

Auch politisch bleibt Sachsen-Anhalt unruhig. BSW-Fraktionsvize Claudia Wittig erklärte, die fünf BSW-Abgeordneten würden keinen AfD-Ministerpräsidenten wählen. Sollte AfD-Spitzenpolitiker Ulrich Siegmund kandidieren, wolle sich das BSW enthalten. Siegmund will im Dezember zur Ministerpräsidentenwahl antreten.

Das BSW strebt weiterhin ein überparteiliches Regierungsmodell ohne eigene Regierungsbeteiligung an. Die Partei setzt auf wechselnde Mehrheiten und führt Gespräche mit anderen Fraktionen, insbesondere zur Bildungs- und Schulpolitik. In einzelnen Sachfragen arbeiten BSW und AfD zusammen; bei zentralen Personalentscheidungen zieht das BSW jedoch eine Grenze.

Für Gesprächsstoff sorgen außerdem gefälschte Fahndungsplakate, die sich in Sachsen-Anhalt verbreiteten. Darauf waren Fotos von neun CDU-Landtagsabgeordneten zu sehen, dargestellt wie bei einer Suche nach Straftätern. Die Aktion bezog sich offenbar auf die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten. Welche Abgeordneten bei der geheimen Wahl für Rausch stimmten, ist nicht bekannt.

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In Berlin wurde eine 25-Jährige festgenommen. Sie soll CDU-Büros mit den Plakaten beklebt haben. CDU-Fraktionschef Sven Schulze sprach von gezielter Diffamierung. Der Staatsschutz in Berlin ermittelt zur Herstellung und Verbreitung der Plakate.

Plastiksteuer, Weihnachtsmarkt und offene Fragen

Ab Juli 2027 plant die Bundesregierung eine Steuer auf Kunststoffverpackungen. Unternehmen, Verbände und Kammern in Sachsen-Anhalt warnen vor höheren Kosten entlang der Lieferketten. Betroffen wären unter anderem Gastronomie, Lebensmittelhandwerk, Handel und Industrie. Kritiker rechnen mit steigenden Preisen für Alltagsprodukte, mehr Bürokratie und zusätzlichen Belastungen für Unternehmen und Verbraucher.

Die Steuer soll den Einsatz von Recyclingmaterial fördern und Einnahmen zur Finanzierung der EU-Plastikabgabe erzielen. Auch innerhalb der CDU gibt es Vorbehalte; die endgültige Ausgestaltung ist noch offen.

Angekündigt sind außerdem neue Einschränkungen auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Bei der Arbeitspflicht für Asylbewerber soll geprüft werden, für wen sie infrage kommt: Von 208 Personen kommen laut Artikel 14 infrage. In Wernigerode wird nach einer Lösung für die Versorgung von Senioren gesucht, nachdem ein Vertrag gekündigt wurde.

Weitere Themen sind eine unabhängige Prüfung offener Fragen zu Spenden gegen Windparkpläne, eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Bürgermeister ohne abschließende Entscheidung und die Prüfung, ob Landtagspräsident Tobias Rausch sein Amt in der AfD aufgeben muss. In Genthin ist ein Gedenken an weitere Holocaust-Opfer geplant. Dazu kommt ein Kommentar zu einem wiederholten Wasserschaden – kein glamouröses Thema, aber eines, das im Alltag schnell ziemlich lästig wird.

Warum Hochschulen attraktive Ziele sind

Der Angriff auf die Uni Halle passt in ein größeres Bild. Hochschulen speichern große Mengen personenbezogener Daten, Finanzinformationen und Forschungsergebnisse und sind deshalb attraktive Ziele für Cyberkriminelle. Ransomware, Phishing und Datenlecks nehmen zu; sie können Lehrbetrieb, Forschung und Verwaltung unterbrechen.

Viele Hochschulen arbeiten mit begrenzten Budgets und kleinen IT-Teams. Das erschwert den Aufbau und die laufende Überwachung starker Schutzmaßnahmen. Ein Sicherheitsvorfall kann den Lehrbetrieb stören, vertrauliche Daten offenlegen, hohe Wiederherstellungskosten verursachen und Ruf sowie Vertrauen in die Institution beschädigen.

Cybersecurity umfasst dabei Systeme, Richtlinien und Praktiken zum Schutz von Menschen, Daten und Technologien für Lehre, Forschung und Verwaltung. Es geht um Studierendendaten und Forschungsergebnisse, um Lernmanagementsysteme, E-Mail und Forschungsinfrastruktur, aber auch um Identitäten und Zugriffsrechte für viele Nutzer und Anwendungen. Bedrohungen müssen früh erkannt und abgewehrt werden, damit Lehre und Forschung möglichst ohne Unterbrechung stattfinden und Datenschutzanforderungen eingehalten werden.

Die Angriffsfläche ist groß: Studierendendatenbanken, Forschungsrepositorien, E-Mail-Server und Online-Lernplattformen sind miteinander verbunden. Tausende Nutzer greifen von unterschiedlichen Geräten und Standorten zu. Offene WLANs, öffentliche Labore, Gastnetzwerke und zahlreiche Subnetze machen die Sache nicht einfacher. Dazu kommen heterogene Nutzergruppen mit unterschiedlichen Zugriffsrechten und Sicherheitskenntnissen, Studierenden-, Finanz-, Gesundheits- und Forschungsdaten sowie geistiges Eigentum.

Auch externe Anbieter spielen eine Rolle. Hochschulen sind für Zulassung, Gehaltsabrechnung und andere Funktionen von Dienstleistern und Integrationen abhängig. Eine Schwachstelle bei einem solchen Dienstleister kann mehrere Organisationen gleichzeitig treffen. Beim MOVEit-Vorfall legte eine Zero-Day-Schwachstelle Daten von mehr als 2.700 Organisationen offen, darunter Hochschulen.

Bekannte Ransomware-Angriffe auf Schulen und Hochschulen stiegen von 129 im Jahr 2022 auf 265 im Jahr 2023. Im Bildungssektor nahmen Ransomware-Angriffe von 2024 bis 2025 um 69 Prozent zu. Seit 2018 waren mehr als 8.000 Schulen und Hochschulen von Ransomware betroffen. US-Bildungseinrichtungen verzeichneten 2023 durchschnittlich 12,6 Ausfalltage, gegenüber 8,7 Ausfalltagen im Jahr 2021; die geschätzten täglichen Ausfallkosten lagen bei rund 548.000 US-Dollar. Veraltete Systeme und fehlende Redundanzen können zentrale Dienste und den Campusbetrieb lahmlegen.

Phishing bleibt ein Türöffner. Laut UK Cyber Security Breaches Survey 2025 meldeten 97 Prozent der Hochschulen und weiterführenden Bildungseinrichtungen solche Angriffe, bei Grund- und Sekundarschulen waren es 89 Prozent. Angreifer imitieren Campusdienste oder Autoritätspersonen, um Zugangsdaten zu stehlen, schädliche Anhänge auszuführen und sich anschließend innerhalb der Systeme weiterzubewegen. Wegen der großen Nutzerbasis kann ein einziger erfolgreicher Versuch umfangreiche Datenzugriffe ermöglichen.

Business Email Compromise richtet sich häufig gegen Finanz- und Beschaffungsabteilungen. Angreifer geben sich etwa als Dienstleister oder Administratoren aus, um Überweisungen oder Finanzzugänge zu erlangen. Datenlecks entstehen außerdem durch Schwachstellen in Webanwendungen, kompromittierte Drittanbieter-Integrationen oder unbefugten Zugriff auf Datenbanken. Betroffen sein können Studierenden-, Mitarbeitenden- und Forschungsdaten. Datenlecks im Hochschul- und Weiterbildungsbereich verursachten 2023 durchschnittliche Kosten von etwa 3,7 Millionen US-Dollar.

Hochschulen benötigen im Durchschnitt etwa 4,8 Monate, um einen Ransomware-Vorfall öffentlich zu melden. Verzögerte Meldungen erschweren die Wiederherstellung und können Reputations- und Vertrauensverluste verstärken. DDoS-Angriffe wiederum überfluten Systeme oder Netzwerke mit Datenverkehr und zwingen sie offline. Anmeldeportale, Lernmanagementsysteme und Campus-Websites können ausfallen; solche Attacken dienen sowohl als Sabotage als auch als Ablenkung für weitere Angriffe.

IoT-Geräte wie Sensoren, smarte Klassenräume, Laborgeräte, HLK-Systeme und Überwachungstechnik sind häufig weniger gut geschützt. Private Laptops, Tablets und Smartphones im Rahmen von BYOD bringen unterschiedliche Sicherheitsstandards mit. Nicht genehmigte Cloud-, Filesharing- und Kollaborationstools können zentrale Kontrollen umgehen. Ein kompromittiertes Gerät oder ein unsicherer Dienst kann so als Zugangstor zu sensiblen Campus-Systemen dienen.

Schutz kostet Zeit, Geld und Nerven

Empfohlen werden regelmäßige Risikoanalysen und Audits, bei denen Netzwerkkonfigurationen, Zugriffsrechte und kritische Anlagen geprüft werden. Unabhängige Audits können interne blinde Flecken sichtbar machen. Kontinuierliche Schulungen sollen helfen, Phishing zu erkennen, sichere Passwörter zu verwenden und verdächtiges Verhalten zu melden.

Beim Zero-Trust-Ansatz wird jede Anmeldung und Zugriffsanfrage kontext- und berechtigungs