Die Vorfreude auf den kommenden Gastvortrag von Jack Halberstam an der Freien Universität Berlin am 18. Juni 2026 könnte kaum größer sein. Von 18 bis 20 Uhr wird der renommierte Theoretiker der Gender- und Queer-Studies über sein Konzept der „Anarchitecture“ sprechen. Dieses Thema verspricht nicht nur spannende Einblicke in die Verbindung zwischen Raum, Architektur und Gender, sondern bietet auch einen kritischen Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Tendenzen.

Halberstam, der als einer der führenden Köpfe in Nordamerika in den Bereichen Gender- und Queer-Studies gilt, wird in seinem Vortrag die aktuelle Relevanz von Anarchitecture thematisieren. Ursprünglich von der New Yorker Künstlergruppe um Gordon Matta-Clark in den 1970er Jahren geprägt, verweist dieser Begriff auf die ästhetische Praxis der „Entgestaltung“, die sich mit Leerräumen und Widersprüchen in der Raumnutzung auseinandersetzt. Halberstam verbindet diese Konzepte mit dem Potenzial von Transgender und eröffnet einen neuen Blick auf den trans*-Körper als Raum von Entformung und Transformation.

Ein Blick auf Halberstams Arbeit und Publikationen

Das anstehende Event steht im Kontext der Masterclass „Transformations of the Present“ und des Symposiums „Dismantling Fascist Forms“, das am 22. und 23. Juni ebenfalls an der Freien Universität stattfindet. Seine Forschung bezieht sich auch auf gegenwärtige Herausforderungen wie Gentrifizierung, ein Thema, das er in seinem neuesten Buch, „Anarchitecture After Everything: A Trans Manifesto“, vertieft, das im August 2026 veröffentlicht wird. Diese Arbeit untersucht die Wörter und Praktiken der Anarchitektur und verbindet sie mit zeitgenössischer trans Kunst.

Halberstam war bis Juli 2025 als Distinguished Fellow of Global Literary Studies aktiv und hat in diesem Zeitraum wichtige Forschungsprojekte durchgeführt, darunter das Manifest für Trans-Körper. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen, zu denen Titel wie „Female Masculinity“ und „Gaga Feminism“ gehören, hat Halberstam stets die Wechselwirkungen von Körper, Raum und Politik thematisiert. Seine Ansichten zur Dekonstruktion von Geschlechterbinärität und der radikalen Neugestaltung des Körpers tragen zur laufenden Diskussion über Geschlecht und Identität bei.

Theater und Queer-Aktivismus im Kontext der 70er und 80er Jahre

In der Diskussion um Halberstams Ansätze ist es auch interessant, einen Blick auf die Theatergeschichte der LGBTQI*-Kultur in Deutschland während der 1970er und 1980er Jahre zu werfen. Das Theater dieser Zeit, das sich stark mit schwulem und lesbischem Ausdruck auseinandersetzte, diente als wichtiges Medium zur Sichtbarmachung von Sexualitäten und Geschlechtern jenseits der heteronormativen Norm. Theaterauftritte und Performances boten subversive Parodien und politische Agitation, was den Call zur Entkolonialisierung der eigenen Identität verstärkte.

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Diese kulturelle Bewegung spiegelt sich auch in den Arbeiten zeitgenössischer Künstler wider, die Halberstams Theorien in ihren Praktiken anwenden. Untersuchung der Travestie- und Cabaret-Kultur zeigt deren große Bedeutung für trans*-Personen und die Art und Weise, wie Geschlecht und Sexualität in verschiedenen sozialen Kontexten dialogisch thematisiert wurden.

Der Vortrag von Halberstam wird zweifellos neue Perspektiven eröffnen und tiefere Einblicke in die Verbindungen zwischen Architektur, Identität und sozialen Bewegungen bieten. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, an dieser Diskussion teilzunehmen und sich mit den Themen der Anarchitecture sowie den Herausforderungen des gegenwärtigen gesellschaftlichen Wandels auseinanderzusetzen.

Für weitere Informationen über den Vortrag von Jack Halberstam an der Freien Universität Berlin, besuchen Sie bitte dieser Link.

Zusätzlich können Interessierte mehr über Halberstams Forschungsarbeit auf dieser Seite erfahren.

Zur Theatergeschichte und queerem Aktivismus der 1970er und 1980er Jahre finden Sie detailreiche Informationen unter diesem Link.