Das lautstark erwartete Einstein-Teleskop, ein innovatives Projekt zur Erforschung von Gravitationswellen, nimmt Formen an. Dieses unterirdische Observatorium wird aus drei verschachtelten Detektoren bestehen, deren Arme jeweils zehn Kilometer lang sind. Ziel ist es, winzige Erschütterungen in der Raumzeit zu messen, die zum Beispiel beim Verschmelzen von Schwarzen Löchern oder Neutronensternen entstehen. Laut uni-hamburg.de sollen die Erkenntnisse des Einstein-Teleskops neue Einblicke in die Entstehung und Entwicklung unseres Universums ermöglichen.

Die Universität Hamburg hat dabei eine tragende Rolle übernommen. In einem Vorbereitungsprogramm wurden erfolgreich drei Forschungsprojekte eingereicht, die nun mit einer Gesamtförderung von rund 5,6 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren unterstützt werden. Führende Köpfe dabei sind unter anderem Prof. Dr. Céline Hadziioannou und Prof. Dr. Conny Hammer, die für ihr Projekt „ET-RD-C-PREDICT-NN: Newtonian Noise Cancelling Headphones“ rund 1,65 Millionen Euro erhalten werden. Auch das seismische Netzwerk der WAVE Initiative in Hamburg wird für das Projekt eine zentrale Rolle spielen.

Frühzeitige Vorbereitung in der Region

Aber nicht nur in Hamburg macht man sich intensiv an die Arbeit. In der Euregio Maas-Rhein – einem potenziellen Standort für das zukünftige Teleskop – haben Studierende der Geophysik der Universität Hamburg ein Geophon-Netzwerk installiert. Wie von geo.uni-hamburg.de berichtet, sind rund 650 Geophone in 30 Gemeinden in Deutschland, Belgien und den Niederlanden angebracht worden. Diese Sensoren zeichnen Bodenbewegungen auf, die durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden, wie beispielsweise von Zügen oder Industrieanlagen.

Das Ziel dieser umfangreichen Messungen ist es, die Quellen des seismischen Hintergrundrauschens besser zu verstehen, um die empfindlichen Messmethoden des Einstein-Teleskops zu optimieren. Schließlich ist die Minimierung von Störsignalen entscheidend, wenn es darum geht, das frühe Universum und die Naturgesetze präzise zu erforschen.

Ein Team von Experten

In der Geselligkeit von Wissenschaftsprojekten formiert sich auch das Team rund um Prof. Dr. Oliver Gerberding, Dr. Mikhail Korobko und Prof. Dr. Roman Schnabel. Diese Physiker, die alle im Exzellenzcluster Quantum Universe an der Universität Hamburg aktiv sind, haben für ihr Projekt „ET-RD-B-IFO: Challenges in Interferometer Noise and Control“ eine Summe von etwa 2,11 Millionen Euro zur Verfügung gestellt bekommen. Prof. Gerberding ist zudem Sprecher des Forschungsverbunds, der vier Universitäten vereint.

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Um die Entwicklung des Einstein-Teleskops kümmert sich auch Prof. Dr. Roman Schnabel, der für sein Projekt „EMET-LF-T: Enabling Main ET-Low-Frequency Technologies“ weitere 1,87 Millionen Euro erhält. Der Beitrag wird auch durch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin unterstützt. Diese Förderzusagen unterstreichen die zentrale Rolle der Universität Hamburg in der Gravitationswellenforschung in Deutschland.

Zusätzlich ist Professor Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik und am Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover, maßgeblich an diesem bahnbrechenden Vorhaben beteiligt. Er wurde 2025 für seine Verdienste um die Gravitationswellenforschung mit der Ehrendoktorwürde der RWTH Aachen ausgezeichnet. Sein Team ist an der Entwicklung des Einstein-Teleskops direkt beteiligt und spielt eine Schlüsselrolle bei der Erforschung der Gravitationswellen, die wertvolle Rückschlüsse auf frühe Ereignisse im Universum bieten könnten. Wie die rwth-aachen.de erwähnt, sind Danzmanns wissenschaftliche Beiträge und Publikationen ein Beweis für seinen Einfluss in diesem Bereich.