Am 30. Juni 2026 wurde im Laeiszhof der F. Laeisz GmbH der F. Laeisz Award für Maritime Innovation verliehen. Diese Auszeichnung, die von der Universität Hamburg und der F. Laeisz GmbH ins Leben gerufen wurde, würdigt wegweisende Projekte, die zur nachhaltigen Transformation der maritimen Wirtschaft beitragen. Bei der diesjährigen Preisverleihung wurden herausragende Innovationen in diesem Bereich prämiert.

Der erste Preis, dotiert mit 10.000 Euro, ging an das Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht. Die Jury lobte die neuartige Wasserstoff-Brennstoffzelle des Forschungsinstituts, die Sauerstoff aus Meerwasser gewinnt. Diese Technologie zeichnet sich durch ihre bemerkenswerte Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in der Meeresforschung aus, so die Beurteilung der Experten.

Innovationen im Detail

Auf dem zweiten Platz landete das Projekt SEADS der studentischen Initiative Enactus Münster e.V., welches mit 6.000 Euro ausgezeichnet wurde. SEADS entwickelt eine KI-gestützte Erntemaschine für Seegrassamen, die Engpässe in der Meeresrenaturierung adressiert. Die Initiative hat bereits Pilotprojekte in der Ostsee und in Wales umgesetzt.

Die Jade Hochschule Elsfleth erzielte mit ihrem Projekt „Eco-Crossing“ den dritten Platz und erhielt 4.000 Euro. Dieses Assistenzsystem zur energieeffizienten Schiffsführung kann 23% des Treibstoffverbrauchs einsparen. Auch die SAILWINT GmbH aus Berlin wurde mit einem Jurypreis gewürdigt für ihre innovativen autonom segelnden Windturbinenschiffe, die zur Wasserstoffproduktion auf See konzipiert sind. Die Jury setzte sich aus Experten der Universität Hamburg, der Industrie und der maritimen Wirtschaft zusammen.

Die Zukunft der maritimen Energie

Ein spannender Aspekt der maritimen Innovation ist die Entwicklung der MEYER WERFT, die in Zusammenarbeit mit Freudenberg e-Power Systems das weltweit erste Methanol-betriebene Brennstoffzellensystem entwickelt hat, das die Genehmigung für den Einsatz auf Seeschiffen erhalten hat. Dies ist ein bedeutender Schritt in Richtung neuer maritimer Energiesysteme und klimaschonender Schifffahrt. Die MEYER WERFT hat über 15 Jahre Erfahrung in der Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellentechnologien für die maritime Nutzung.

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Aktuell wird das Kreuzfahrtschiff Silver Nova gebaut, das mit dem größten Brennstoffzellensystem auf einem Kreuzfahrtschiff ausgestattet sein wird. Damit wird es in der Lage sein, im Hafen ohne Verbrennungsmotoren zu operieren. Ähnlich wird die AIDAnova im Rahmen des Projekts Pa-X-ell2 mit einem Brennstoffzellensystem nachgerüstet.

Die MEYER Gruppe arbeitet zudem an der Entwicklung neuer Kraftstoffe wie Wasserstoff, Methanol und Biogas. Methanol erweist sich als klimaschonender Treibstoff mit höherer Energiedichte als verflüssigter Wasserstoff und hat den Vorteil, dass er bewährte Herstellungsprozesse nutzt und gut verfügbar ist. Besonders bemerkenswert ist, dass die notwendige Wärme zur Umwandlung von Methanol in Wasserstoff aus der Abwärme der Brennstoffzellen gewonnen werden kann. Dieses modulare Konzept zur Installation von Brennstoffzellensystemen an Bord von Schiffen zeigt das Potenzial für eine optimierte Schiffsführung durch dezentrale Energiesysteme.

Der F. Laeisz Award demonstriert eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerische Innovation Hand in Hand gehen können, um die nachhaltige Transformation der maritimen Wirtschaft voranzutreiben. Die Vielzahl an innovativen Projekten und Technologien, die hier präsentiert wurden, lässt darauf schließen, dass die Zukunft der maritimen Branche sowohl spannend als auch vielversprechend ist.
Mehr über den Award erfahren Sie auf der Website der Universität Hamburg und zum Thema maritime Innovation auf E4ships.