Wer zwischen Vorlesung, Hausarbeit und Mensa noch kurz Luft holen möchte, bekommt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bald tierische Gesellschaft. Im Wintersemester 2026/2027 startet Healthy Campus Mainz das Pilotprojekt „JGU-Pfotenpause“: Studierende können in ihren Pausen mit den ausgebildeten Besuchshunden Cian und Juni kuscheln, spielen oder spazieren gehen.

Die kostenfreien Einzeltermine finden von Oktober bis Dezember 2026 statt. Buchungen sind seit dem 1. Oktober 2026 online möglich. Das Angebot wird finanziell durch das Präsidium der Universität gefördert. Ziel ist eine echte Auszeit vom Lern- und Studienalltag – mit Ruhe, Abstand und neuer Energie.

Zwei Hunde, zwei ziemlich unterschiedliche Pausen

Cian spielt und rennt gerne. Mit ihm können Studierende aktiv werden, Schnüffelspiele ausprobieren, kleine Tricks einüben oder einen Parcours meistern. Auch ein Spaziergang über den Campus ist möglich. Juni ist ruhiger und mag Streicheleinheiten, gemütliche Spaziergänge und gelegentliche Leckerlis. Mit ihr lässt sich eher herunterfahren.

Bei der Online-Buchung wählen Studierende aus, mit welchem Hund sie die Pfotenpause verbringen möchten. Das Treffen findet im 1:1-Setting zwischen Student:in, Hund und Hundeführerin statt. Treffpunkt ist die Infobox auf dem JGU-Campus; wenn das Wetter passt und Mensch oder Tier danach ist, kann die Zeit auch draußen stattfinden.

Wie die Pause abläuft, entscheiden die Studierenden selbst: gemeinsames Spielen und Schnüffelaufgaben, kleine Übungen, ein Rundgang über den Campus oder einfach eine ruhige Zeit mit Streicheleinheiten. Das Wohlbefinden und die Tagesform des Hundes werden dabei berücksichtigt. Kein Hund muss auf Biegen und Brechen funktionieren – zum Glück.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Gesundheit zwischen Lernstress und Leckerli

Die Universität möchte mit dem Projekt die Gesundheit der Studierenden unterstützen. Healthy Campus Mainz bietet bereits weitere Gesundheitsprojekte an, darunter Sportangebote sowie Informationen zu gesunder Ernährung und guter Mediennutzung. Die Pfotenpause ergänzt diese Maßnahmen.

Der Anstoß kam auch aus der Studierendenschaft: Ein Social-Media-Beitrag von Healthy Campus Mainz über den Einfluss von Tieren auf Gesundheit und Wohlbefinden stieß bei JGU-Studierenden auf große Resonanz. Viele äußerten den Wunsch nach einem solchen Angebot auf dem Campus.

Wissenschaftliche Untersuchungen bringen Tierkontakt unter anderem mit geringerer Stressbelastung, höherem subjektivem Wohlbefinden sowie reduzierten Blutdruck- und Herzfrequenzwerten in Verbindung. Außerdem kann der Kontakt soziale Interaktion und emotionale Unterstützung in belastenden Situationen fördern. Laut Forschern werden Menschen durch Zeit mit Tieren ruhiger, Stress kann abnehmen, die Energie nimmt zu und schwierige Situationen lassen sich besser bewältigen.

Der Stand der Berichterstattung ist der 27. Oktober 2026, 16:17 Uhr. Veröffentlicht hatte die Universität ihre Informationen zum Projekt am 28. September 2026.

Ein kleines Campusangebot in einem größeren Forschungsfeld

Die Pfotenpause steht nicht allein da. Die Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden sammelt seit Jahren Arbeiten zu tiergestützten Interventionen und persönlichen Mensch-Tier-Beziehungen – von der Altenpflege bis zum Strafvollzug, von psychisch belasteten jungen Menschen bis zu Kindern und Jugendlichen.

Für 2026 führt die Publikationsübersicht unter anderem die Beiträge von Sandra Wesenberg, Michael Christian Schulze, Nina Brakebusch und Christine Bothmann zu „Animal Hoarding – Nur ein Tierschutzproblem?“ in Mensch-Tier-Beziehungen in der Sozialen Arbeit, S. 152–163, sowie von Sandra Wesenberg und Annett Eckloff zu „Vernachlässigung, Verlust, Barrieren: Die Schattenseiten von persönlichen Mensch-Tier-Beziehungen“ in Mensch-Tier-Beziehungen in der Sozialen Arbeit, S. 63–74, auf.

Ebenfalls 2026 erschienen sind „Animal Hoarding in Deutschland – eine repräsentative Studie“, Teil 1, von Michael Christian Schulze, Christine Bothmann, Nina Brakebusch, Frank Nestmann und Sandra Wesenberg im Deutschen Tierärzteblatt, 5/2026, S. 666–671, sowie Teil 2 von Nina Brakebusch, Christine Bothmann, Frank Nestmann, Michael Christian Schulze und Sandra Wesenberg im Deutschen Tierärzteblatt, 6/2026, S. 788–794.

Die Liste reicht zurück: 2025 veröffentlichten Frank Nestmann und Sandra Wesenberg den Eintrag „Mensch-Tier-Beziehung“ im socialnet Lexikon. 2024 erschienen unter anderem Silvias Kaisers Beitrag zu Körpersprache und Verhalten von Meerschweinchen im tiergestützten Setting in Tiergestützte, 3/2024, S. 18–25, Nina Brakebusch’ Arbeit zur Entwicklung der Animal-Hoarding-Lage in Deutschland und zur Vorstellung eines Animal-Hoarding-Projekts in Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle, 31/2, S. 83–86, sowie Sandra Wesenbergs Buch Tiere in der Sozialen Arbeit. Mensch-Tier-Beziehungen und tiergestützte Interventionen, 2., aktualisierte Auflage, Kohlhammer.

Für 2023 verzeichnet die Übersicht Michael Schulzes Beitrag zur Bedeutung von Kumpantieren für Opioidabhängige in Substitutionstherapie in Suchttherapie, 24/4, S. 168–177, den Beitrag von Sandra Wesenberg und Frank Nestmann zur Bedeutung persönlicher Mensch-Tier-Beziehungen für die Soziale Arbeit in ÖJS, 5, S. 54–74, sowie Annett Eckloff und weiteren Autor:innen zur Eignung des hundegestützten Programms „Berliner Schnauzen“ für Jugendliche im Autismus-Spektrum in Tiergestützte, 1/2023, S. 14–21.

2022 kamen Arbeiten von Sandra Wesenberg und weiteren Autor:innen zu tiergestützten Interventionen in therapeutischen Jugendwohngruppen beim ZKS-Verlag hinzu, außerdem Lena Scheidig und Julia Enxings sozialwissenschaftliche und theologische Zugänge zu Mensch-Tier-Begegnungen in Pastoraltheologie, 111/1, S. 5–20, sowie Annett Eckloff und Sandra Wesenbergs Beitrag zu tiergestützten Interventionen in Jugendwohngruppen in GreenCare, 1/2022, S. 25–27.

Ein Jahr davor, 2021, veröffentlichte Lena Scheidig „Tiergestützte Interventionen“ in Ergotherapie & Rehabilitation, 60/7, S. 18–22. Sandra Wesenberg und Frank Nestmann gaben einen Themenschwerpunkt zu Mensch-Tier-Beziehungen und tiergestützten Interventionen in der psychosozialen Praxis in Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis, 53/1, heraus. Darin erschienen auch Nestmann und Wesenbergs Beitrag „Mensch-Tier-Beziehungen in der Covid-19-Pandemie“, S. 11–28, Wesenberg und weiteren Autor:innen zu Zielen, Aufbau und Wirkungen einer hundegestützten Intervention für psychisch belastete junge Menschen in Jugendwohngruppen, S. 81–98, sowie Scheidig und weiteren Autor:innen zu Effekten tiergestützter Interventionen auf Befinden, Kommunikation und Interaktion inhaftierter Männer, S. 99–118. Hinzu kam Nestmann und Wesenbergs Replik auf kritische Anmerkungen zu Mensch-Tier-Beziehungen und tiergestützten Interventionen, S. 123–124.

Auch 2020 war das Feld breit aufgestellt. Sandra Wesenberg, Lena Scheidig und Frank Nestmann gaben Tiergestützte Interventionen im Justizvollzug bei Springer VS heraus. Der Band enthält unter anderem Beiträge zu Forschung und Praxis im Strafvollzug, hühnergestützten Interventionen im Jugendarrest, den Programmen „Mopsfidel & Pudelwohl“ und „Hund auf’s Herz“ sowie zu Leitlinien tiergestützter Arbeit im Strafvollzug. Dazu kamen Lena Scheidigs Pilotstudie „Hundegestützte Interventionen im sächsischen Strafvollzug“ in Tiergestützte, 1/2020, S. 19–25, Mandy Weber und weiteren Autor:innen zur Ausbildung von Assistenzhunden in Deutschland, Tiergestützte, 1/2020, S. 32–35, Annett Eckloff und weiteren Autor:innen zur Praxisforschung des Programms „Berliner Schn