Die Junge Union setzt ihren „Deutschlandtag“ heute, am 17.10.2026, in Bonn fort. Schauplatz ist die Uni Bonn. Am Vormittag soll CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler Friedrich Merz zu den Delegierten sprechen. Nach den deutlichen Worten vom Vortag dürfte ihm dort einiges an Aufmerksamkeit sicher sein.

JU-Bundesvorsitzender Johannes Winkel hatte der CDU vorgeworfen, Politik wie im Jahr 2010 zu machen. In seiner Rede verlangte er, die Partei müsse wieder stärker kämpfen, wenn sie Volkspartei bleiben wolle. Vom Treffen solle ein Signal des Aufbruchs ausgehen. Viele Parteimitglieder seien zuletzt resigniert, sagte Winkel außerdem. Und Gerechtigkeitsdebatten dürfe die CDU nicht der SPD überlassen.

Winkel weist Schwesigs Vorwurf zurück

Auch der Streit über die Zusammenarbeit von CDU/CSU und SPD beschäftigte die Delegierten. Winkel wies die Kritik der mecklenburg-vorpommerschen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zurück. Sie hatte der CDU einen angeblich unmenschlichen Umgang mit der zurückgetretenen Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzenden Bas vorgeworfen.

Winkels Antwort fiel scharf aus: Die CDU müsse sich von Schwesig in Fragen von Anstand und Haltung in der deutschen Politik nicht belehren lassen. Viel Spielraum für Harmonie blieb da nicht.

Anschließend wurde Winkel mit gut 94 Prozent der Delegiertenstimmen als JU-Bundesvorsitzender bestätigt. Er führt die Organisation seit 2022. Der Applaus dürfte ihm damit sicher gewesen sein – die politischen Baustellen seiner Partei sind es ebenfalls.

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Wüst warnt vor Extremisten

Erster Gastredner am Freitag war Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst. Er warnte vor politischen Extremisten von links und rechts. Gespräche von SPD und Grünen über eine gemeinsame Regierung mit der Linkspartei in Berlin bezeichnete Wüst als „Schande für die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland“.

Für den folgenden Tag wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim Deutschlandtag erwartet. Zuvor richtet sich der Blick jedoch auf Friedrich Merz: Der CDU-Chef und Bundeskanzler muss sich in Bonn nicht nur feiern lassen, sondern auch zu dem Unmut Stellung nehmen, der aus den eigenen Reihen kommt.

Der Rahmen an der Uni Bonn passt dabei zum Charakter des Treffens: Die Junge Union will sichtbar machen, dass sie mehr sein möchte als der Nachwuchs am Rand der Partei. Sie drängt auf eine kämpferischere CDU, auf eigene Antworten bei Gerechtigkeit und auf ein Signal gegen Resignation. Heute Vormittag wird sich zeigen, wie Merz diesen Ball aufnimmt.