Am 27.10.2026 kommt das Marmen Quartett zum zweiten Mal nach Siegen. Bei seinem ersten Auftritt dort, 2020, begeisterte das Ensemble unter anderem mit einer energiegeladenen Interpretation von Beethovens f-Moll-Quartett. Nun steht erneut ein Programm an, das kaum auf leisen Sohlen daherkommt.

Den Auftakt machen György Ligetis „Métamorphoses nocturnes“ und „Fight – Union – Clinch“ des schwedischen Komponisten Benjamin Staern. Zwei Werke mit hoher musikalischer Intensität, dicht, spannungsvoll und vermutlich nichts für nebenbei. Im zweiten Konzertteil folgen Caroline Shaws „Schisma“ und Claude Debussys Streichquartett.

Von Siegen in die großen Säle

Das Marmen Quartett gewann erste Preise bei Wettbewerben in Bordeaux und im kanadischen Banff. Danach ging es schnell: Auftritte in wichtigen Konzertsälen Europas und Nordamerikas folgten, darunter die Wigmore Hall in London, die Berliner Philharmonie, der Boulez Saal in Berlin, das Konserthuset Stockholm und das Palladium Malmö. Inzwischen gilt das Ensemble als eines der herausragenden Nachwuchsensembles.

Gegründet wurde das Quartett 2013 am Royal College of Music. Zu ihm gehören Johannes Marmen an der Violine, Laia Valentin Braun an der Violine, Bryony Gibson-Cornish an der Viola und Sinéad O’Halloran am Violoncello. Die vier Mitglieder stammen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen – musikalische Gespräche gehören damit nicht nur zum Programm, sondern gewissermaßen zur Grundidee des Ensembles.

Dialoge, Festivals und eine ausgezeichnete CD

Studiert haben die Musikerinnen und Musiker unter anderem an der Hochschule für Musik in Hannover bei Oliver Wille sowie in London bei Simon Rowland-Jones und John Myerscough vom Doric Quartet. Das Marmen Quartett widmet sich musikalischen Dialogen und Geschichten innerhalb der Streichquartett-Musik. Auftritte bei den BBC Proms, in Lockenhaus, beim Rheingau Musik Festival sowie bei den Biennalen in Amsterdam und Barcelona führten es auf zahlreiche Festivalbühnen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Auch neue Musik spielt eine Rolle: Für das Quartett wurden Auftragswerke von Salina Fisher, Hannah Kendall und Garth Knox komponiert. 2025 veröffentlichte das Marmen Quartet beim Label BIS seine Debüt-CD mit Werken von György Ligeti und Béla Bartók. Mehrere Auszeichnungen folgten, darunter der Supersonic Award und der Diapason d’Or.

In Siegen trifft nun die internationale Laufbahn des Quartetts auf ein Programm zwischen Ligetis nächtlichen Verwandlungen, Staerns kämpferischem „Fight – Union – Clinch“, Shaws „Schisma“ und Debussys Streichquartett. Nach dem energiegeladenen Beethoven-Abend von 2020 dürfte der zweite Besuch des Marmen Quartetts jedenfalls wieder ordentlich Bewegung in den Konzertsaal der Uni Siegen bringen.