Die juristische Welt erhält frischen Wind durch den neuen Podcast „recht:zeitig“, der heute seine Premiere gefeiert hat. Produziert von der Nomos Verlagsgesellschaft und gefördert von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, widmet sich dieser Podcast aktuellen und kontroversen Rechtsthemen. Ziel ist es, das Recht im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen neu zu denken und dabei die Zuhörer aktiv einzubeziehen. Ein Team von sechs renommierten Rechtswissenschaftlerinnen, unter anderem Prof. Dr. Georgia Stefanopoulou von der BSP Business & Law School Berlin, hat dieses spannende Projekt ins Leben gerufen. Die weiteren Teammitglieder sind Prof. Dr. Susanne Beck, Prof. Dr. Stefanie Bock, Prof. Dr. Charlotte Schmitt-Leonardy, Prof. Dr. Dana-Sophia Valentiner und Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M. von UW–Madison.

Ein zentrales Thema der ersten Folgen wird der Umgang mit der strafrechtlichen Verfolgung von „Klimaklebern“ sein. Die Diskussion wird verschiedene Perspektiven beleuchten, so berichtet ius.uzh.ch, dass hier die strafrechtliche Verantwortung für umweltbedingte Vergehen im Vergleich zu den Hauptverursachern des Klimawandels thematisiert wird. Diese Thematik ist besonders brisant, da das Rechtssystem oft Mühe hat, Klimaschäden einer bestimmten Person oder Institution zuzuordnen, was im Fall des „Dieselskandals“ deutlich wurde, der als Wirtschafts- und nicht als Umweltdelikt behandelt wurde.

Recht im Klimawandel

Die Rolle des Rechts im Kontext des Klimawandels steht in einem weiteren Fokus, der über den Podcast hinausgeht. Forscher an der Goethe-Universität Frankfurt arbeiten aktiv an der Entwicklung eines neuen Klimaschutzstrafrechts. Hierbei geht es darum, klimaschädliche Verhaltensweisen zu kriminalisieren und dabei das Recht als Instrument zur Bewältigung gesellschaftlicher Konflikte einzusetzen. Finn-Lauritz Schmidt, ein Wissenschaftlicher Mitarbeiter, untersucht, wie das Strafrecht zur Verbesserung des Klimaschutzes beitragen kann. Er warnt jedoch vor den Gefahren, die aus einem solchen Strafrecht entstehen können und betont die Notwendigkeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen für einen effektiven Klimaschutz.

In Pragmatismus und Wissenschaft sieht Schmidt die Grundlage, um die Strukturen des Umweltrechts zu optimieren und es an Verwaltungsrecht zu binden. Dieser Aspekt ist besonders wichtig, da die Klimakrise nicht nur als ein Umweltthema betrachtet werden kann, sondern auch als eine Ordnungskrise, die die gesellschaftlichen Naturverhältnisse nachhaltig stört. Die eindringliche Einsicht, dass menschliches Handeln das Klimasystem im Anthropozän beeinflusst, muss in den rechtlichen Rahmen integriert werden.

Die Exzellenzcluster-Initiative der Goethe-Universität, die zahlreiche Kompetenzen der Rhein-Main-Universitäten sowie außeruniversitäre Forschungsorganisationen bündeln möchte, unterstreicht die Relevanz dieser Thematiken in der akademischen Welt. Wenn es darum geht, wie Vertrauen in Konflikten entstehen kann, leistet der Cluster „ConTrust“ einen wertvollen Beitrag in der Diskussion, was die Wahrnehmung von Wissen und Expertise angeht.

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Das steigende Interesse an den rechtlichen Aspekten des Klimawandels zeigt, dass es an der Zeit ist, nicht nur über Klimakleber und ihre Motive zu sprechen, sondern auch darüber, wie das Recht als Werkzeug zur Lösung komplexer gesellschaftlicher Probleme eingesetzt werden kann. Der Podcast „recht:zeitig“ könnte somit eine wichtige Plattform bieten, um das Bewusstsein für diese Themen zu schärfen und neue Denkansätze zu fördern.