Hannovers Doktorand begeistert bei Nobelpreisträgertagung am Bodensee!
Marc Vives Enrich, der erste Doktorand der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wird an der 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung teilnehmen, die vom 28. Juni bis 3. Juli 2026 auf der Insel Lindau am Bodensee stattfindet. Jährlich haben nur 600 Nachwuchswissenschaftler weltweit die Möglichkeit, mit 72 Nobelpreisträgern zu diskutieren. Die MHH berichtet, dass Vives Enrich im Promotionsstudiengang „Regenerative Science“ forscht und unter der Anleitung von Prof. Dr. Hermann Haller in der Gruppe „Endothelial Cell Function and Vascularization in the Kidney; Molecular mechanisms of Peritoneal Dialysis“ tätig ist.
Der 31-Jährige, der Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ist, wird während der Tagung seine Forschungsarbeit präsentieren. Diese untersucht die Zusammenarbeit von Stammzellen und Immunzellen zur Förderung der Entwicklung von künstlichen Nieren. Dabei analysiert Vives Enrich die Wechselwirkungen zwischen Makrophagen und dem Gefäßsystem in sich entwickelnden Mäusenieren.
Forschung und Erkenntnisse
Vives Enrich strebt an, Signalwegdynamiken in vitro nachzubilden. Insbesondere erforscht er, wie die Kultivierung von menschlichen induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) mit Makrophagen die Bildung von nierenähnlichen Zellklumpen fördert. Seine bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Makrophagen die Blutgefäßbildung verbessern und das Absterben von iPS-Zellen verringern. Der Einsatz von Makrophagen führt zu besser entwickelten und durchbluteten Nierenorganoiden, was für zukünftige therapeutische Anwendungen von großer Bedeutung sein könnte.
Ein zentrales Ziel von Vives Enrich ist es, interdisziplinäre Ansätze zur Überbrückung der Lücke zwischen Entwicklungsbiologie, Immunologie und regenerativer Medizin zu diskutieren. Die Möglichkeit, mit Nobelpreisträgern in Kontakt zu treten, könnte ihm wertvolle Einblicke und Anregungen für seine Forschung liefern.
Über die Lindauer Nobelpreisträgertagung
Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen haben eine lange Tradition, die 1951 begann. Jedes Jahr findet dieses Treffen in Lindau statt und bringt Nobelpreisträger und junge Wissenschaftler zusammen. Durchschnittlich 30 bis 40 Nobelpreisträger nehmen an den Tagungen teil, was sie zur größten Zusammenkunft außerhalb der Preisverleihungen in Stockholm macht. Laut Wikipedia zielen die Tagungen darauf ab, den Austausch zwischen Nobelpreisträgern und jungen Wissenschaftlern zu fördern, wobei die Diskussion global relevanter Themen im Mittelpunkt steht. Teilnehmer müssen ein umfangreiches Auswahlverfahren durchlaufen, um einladungsfähig zu sein.
Die Tagungen bieten auch ein reichhaltiges Programm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Networking-Events. Zusätzlich setzt sich das Kuratorium mit der „Mainauer Deklaration“ von 2015 für stärkere politische Verpflichtungen zum Klimaschutz ein und hat 2020 die „Lindau Guidelines“ für eine nachhaltige Wissenschaft verabschiedet. IDW zeigt auf, dass die Tagungen nicht nur eine Plattform für Wissensaustausch sind, sondern auch für gesellschaftliche Themen sensibilisieren.
In der aktuellen Sitzung wird Vives Enrich die Gelegenheit nutzen, seine Forschungsergebnisse einem internationalen Publikum vorzustellen und sich mit führenden Wissenschaftlern auszutauschen, um die nächsten Schritte in seiner Arbeit zu diskutieren.
