Die Schriftstellerin Nora Bossong erhält die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt. Die Titelverleihung ist für Mittwoch, den 11. November 2026, vorgesehen. Beginn ist um 17:30 Uhr im IG-Farben-Nebengebäude, Raum 2.731.

Die Universität würdigt Bossong als literarische Stimme, theologische Denkerin und engagierte öffentliche Intellektuelle. Nach Angaben des Dekanats geht es bei der Ehrenpromotion um ihre Beiträge zu Theologie, Literatur und gesellschaftlicher Diskurskultur – also um Felder, die bei ihr ohnehin oft ineinandergreifen.

Zwischen Literatur und Glaubensfragen

Nora Bossong wurde 1982 geboren und wuchs in Bremen und Hamburg auf. Bereits als Kind verfasste sie literarische Texte. Heute lebt sie in Berlin. Studiert hat sie Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaften sowie katholische Theologie in Berlin, Leipzig, Rom und Luzern.

Ihr Debütroman „Gegend“ erschien 2006. Es folgten „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (2012) und „36,9°“ (2015). 2024 veröffentlichte sie „Reichskanzlerplatz“ über Magda Goebbels, die Ehefrau von Joseph Goebbels. Zuletzt erschien von ihr „Welt mit anderen Mitteln. Für mehr Glauben in erschöpften Zeiten“.

Der Fachbereich beschreibt Bossongs Arbeit als Auseinandersetzung mit theologischen und philosophischen Fragen, verbunden mit Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Sensibilität. Politische Umbrüche und ihre persönliche Rückkehr zu Spiritualitäts- und Glaubensfragen hätten zu ihrer Rolle als katholische öffentliche Intellektuelle beigetragen. Ihre Reflexionen über die Kirche stützten sich auf ihr Studium ebenso wie auf ihre Beteiligung an zeitgenössischen intellektuellen Debatten.

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Ein Abend mit Laudatio und Klavier

Die Laudatio hält Knut Wenzel, Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Goethe-Universität. Das Grußwort spricht Vizepräsidentin Prof. Viera Pirker. Philipp Schwed spielt Klavier. Nach dem offiziellen Teil besteht die Möglichkeit zu einem Gespräch mit Nora Bossong.

Wer dabei sein möchte, soll sich für die Planung unter veranstaltungen-fb07@dlist.server.uni-frankfurt.de anmelden. Der Ort ist das IG-Farben-Nebengebäude der Goethe-Universität, Raum 2.731 – eine nüchterne Adresse für einen Abend, an dem es um Literatur, Theologie und die manchmal ziemlich unbequemen Fragen dahinter geht.

Bossong gehört zu den Mitgründerinnen der Schriftstellervereinigung PEN Berlin und engagiert sich im PEN Berlin, im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sowie in der Jesuitengemeinde Sankt Canisius. In Frankfurt trifft damit nicht bloß eine Autorin auf eine Universität: Auf dem Podium steht eine Schriftstellerin, die ihre literarische Arbeit, ihr theologisches Wissen und ihre Beteiligung an öffentlichen Debatten sichtbar miteinander verbindet.