Riesiges Mural in Hamburg: Kunst trifft Klimaforschung an B32!
In Hamburg wird ein neues Wandgemälde (Mural) an der Bundesstraße 32 enthüllt, das die Aufmerksamkeit auf die Klimawissenschaften lenkt. Das imposante Kunstwerk, mit seinen Dimensionen von etwa 10 x 18 Metern, zeigt einen Ozean, aus dem ein Quader herausgenommen wurde, und wird von einer Forscherin untersucht. Die kreative Umsetzung stammt aus der Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerkollektiv „Innerfields“ und bietet nicht nur einen ästhetischen Mehrwert, sondern auch einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit des Verbundforschungsprojekts „Energy Transfers in Atmosphere and Ocean“ (TRR 181). Dieses Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und vereint über 100 Wissenschaftler:innen aus zwölf Institutionen.
Wie Prof. Dr. Carsten Eden, der Ozeanograph und Sprecher dieses Projekts, betont, ist die Verbindung von Wissenschaft und Kunst ein zentrales Anliegen des Mural. Es soll eine Brücke zwischen der akademischen Welt und der Öffentlichkeit schlagen und die Relevanz der Klimaforschung verdeutlichen. Die haushohe Wand wurde freundlich von einer Hauseigentümerin bereitgestellt, was die enge Verbindung zur Stadt und ihrer Bevölkerung unterstreicht.
Der Fokus der Klimaforschung
Der TRR 181 hat das Ziel, mathematische Modelle zu entwickeln, die den Energietransfer zwischen Atmosphäre und Ozean untersuchen. Diese Forschung ist besonders relevant in Zeiten, in denen die Klimakrise immer deutlichere Spuren hinterlässt, wie der Rückgang des Meereises in den Polarregionen und der Anstieg des Meeresspiegels. Laut dem Alfred-Wegener-Institut, das sich intensiv mit Klimawissenschaften beschäftigt, spielt hierbei die Unterscheidung zwischen natürlichen Klimaschwankungen und menschgemachten Veränderungen eine wichtige Rolle.
Um diese komplexen Fragestellungen zu bearbeiten, verwenden Wissenschaftler:innen hochmoderne Messsysteme und arbeiten mit verschiedenen technischen Mitteln, einschließlich Forschungsschiffen und Satelliten. Ihre Erkenntnisse sind nicht nur für die Wissenschaft entscheidend, sondern auch für die Politik und Gesellschaft, die mit den Folgen des Klimawandels umgehen müssen. Insbesondere wird ein verstärktes Augenmerk auf marine Ökosysteme gelegt, da diese besonders anfällig für klimatische Veränderungen sind.
Kunst und Wissenschaft im Dialog
Seit 2020 sind durch die Zusammenarbeit von Künstler:innen und Wissenschaftler:innen im Rahmen des TRR 181 bereits 15 Kunstwerke entstanden. Diese Verbindung soll nicht nur das öffentliche Interesse an der Klimaforschung wecken, sondern auch zur Bildung und Ausbildung der nächsten Generation von Wissenschaftler:innen beitragen. Auf einem Mural wird zudem eine Tafel angebracht, die zentrale Informationen zum Projekt bereitstellt und einen QR-Code enthält, der zu weiterführenden Informationen führt.
Zusätzlich ist für 2028 eine Wanderausstellung der Kunstwerke geplant, die das Engagement für eine nachhaltige Zukunft unterstützen soll. Abgesehen von der künstlerischen Ausstrahlung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Klimaforschung von enormer Bedeutung. Fachleute aus verschiedenen Bereichen wie Physik, Chemie und Geowissenschaften arbeiten an Lösungen zur Minderung des Klimawandels und der Anpassung an dessen Folgen. Damit wird klar: Die Herausforderungen der Zukunft erfordern ein gemeinsames Vorgehen.
Für alle, die sich für eine Karriere in der Klimaforschung interessieren, bietet beispielsweise die Universität Hamburg einen Masterstudiengang „Integrierte Klimasystemwissenschaften“ an. Die junge Disziplin der Klimawissenschaften vereint viele Fachgebiete und verlangt von den Studierenden sowohl interdisziplinäres Denken als auch die Fähigkeit, sich auf neue technische Entwicklungen einzustellen. Die Bedeutung von Ausbau von Kommunikationsfähigkeiten und kulturellem Verständnis wird hierbei immer relevanter, um den vielfältigen Fragen des Klimawandels gerecht zu werden.
Insgesamt zeigt sich, dass mit dem neuen Mural nicht nur ein Kunstwerk entsteht, sondern auch ein Symbol für das Bewusstsein und die Verantwortung der Gesellschaft in Bezug auf Klima- und Umweltfragen, das in Hamburg erlebbar ist. Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft könnte der Schlüssel zu einem tiefergehenden Verständnis und einer proaktiven Auseinandersetzung mit der Klimakrise sein. mehr dazu erfahren Sie in den ausführlichen Berichten auf uni-hamburg.de, awi.de und deutsches-klima-konsortium.de.
