Heute, am 26. Oktober 2026, klingt der bundesweite „Tag der Bibliotheken“ noch nach: Lesungen, Führungen und Mitmachangebote haben am 24. Oktober Menschen in Büchereien und Bibliotheken gebracht. Der Aktionstag macht auf die Bedeutung der Einrichtungen als Kultur-, Bildungs- und Informationseinrichtungen aufmerksam. In Deutschland gibt es mehr als 8.000 Bibliotheken.

Viele Häuser zeigten, dass sie längst mehr sind als Orte für ausgeliehene Bücher. Sie boten Raum zum Lernen, für Gespräche und für Begegnungen. In Hamburg präsentierten die Bücherhallen an mehreren Standorten die Ausstellung „Intellectual Freedom – Verboten, Entfernt, Diskutiert“. In Bad Salzungen stand digitale Leseförderung im Mittelpunkt eines Ferienworkshops für Kinder; die dabei entstandenen Escape Games konnten am 24. Oktober gespielt werden.

Von BookTok bis Bauhaus

Die Stadtbibliothek Braunschweig sammelte mit dem „Hochdrei Visionen-Spiel“ Ideen von Nutzenden für die Weiterentwicklung der Bibliothek. In Lübeck gab es Lesungen und Kreativangebote für Kinder und Familien, während die Stadtbibliothek Saarbrücken unter anderem zu einem Medienflohmarkt einlud.

In Stralsund trafen sich Menschen bei Autorenlesungen und einem BookTok-Treffen zum Austausch über Bücher und Leseempfehlungen. Die Berliner Amerika-Gedenkbibliothek verband beim literarischen Dinner „All you can read“ Literatur, Bibliotheken und Küche. Essen eröffnete zum Aktionstag die neue Zentralbibliothek mit einem Programm für alle Altersgruppen.

Auch andernorts war einiges los: Die Murhardsche Bibliothek der Universitätsbibliothek Kassel ist nach umfassender Sanierung wieder zugänglich. Die Bibliotheken am Bauhaus Dessau widmeten ihr Programm dem Thema „Regionale Transformation: Industriekultur und Neues Europäisches Bauhaus“. Die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen bot Führungen an, darunter Einblicke in Bereiche hinter den Kulissen.

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Erstmals nahm die Bibliothek des Leibniz-Zentrums für Literatur- und Kulturforschung teil und stellte bei einem Rundgang ihre Provenienzforschung vor. Informationen zu weiteren Veranstaltungen stehen auf den Webseiten der jeweiligen Bibliotheken.

Ein Aktionstag mit Geschichte und Preisen

Den „Tag der Bibliotheken“ gibt es in Deutschland seit 1995 jährlich am 24. Oktober. Ins Leben gerufen wurde er vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Bibliotheken unterschiedlicher Größen und Ausrichtungen beteiligten sich 2026 mit analogen und digitalen Veranstaltungen.

Der Deutsche Bibliotheksverband, kurz dbv, vergibt an diesem Tag die Preise „Bibliothek des Jahres“ sowie seit 2020 außerdem „Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen“. Die Auszeichnung „Bibliothek des Jahres 2026“ geht an das Kölner ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften. Der nationale Bibliothekspreis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jährlich vom Deutschen Bibliotheksverband vergeben.

Die Jury würdigte besonders das Engagement von ZB MED für Open Science, digitale Souveränität und Forschungsdatenmanagement. Die Preisverleihung findet am 29. Oktober in Köln statt.

Plakate, Banner und ein Logo

Für Bibliotheken, die sich am 24. Oktober 2026 mit eigenen analogen oder digitalen Veranstaltungen beteiligen wollten, stellte der dbv kostenfreie Materialien bereit: Plakate, Social-Media-Grafiken, Web-Banner, Vorlagen zum Erstellen eigener Werbemittel sowie ein Logo in drei Farben und verschiedenen Dateiformaten.

Veröffentlicht wurden die Materialien am 13. Mai 2026. Dazu gehören Social-Media-Grafiken im Format 4:5 sowie im Quer- und Story-Format, Vorlagen für eigene Social-Media-Grafiken, Plakate in den Formaten A1, A2 und A3 mit vier Motiven, eine Aufsteller-Vorlage im Format A4 und Web-Banner in unterschiedlichen Formaten. Zusätzlich wird eine Videobotschaft der dbv-Bundesvorsitzenden Antje Theise zum „Tag der Bibliotheken 2025“ angeboten.

Wer in Med Hamburg nach weiteren Veranstaltungen oder Angeboten sucht, findet die jeweiligen Hinweise auf den Webseiten der Bibliotheken. Und vielleicht landet man dabei nicht nur bei einem Buch, sondern bei einer Führung hinter den Kulissen, einem Escape Game oder einer Diskussion über das, was in Bibliotheken gezeigt, bewahrt und weitergedacht wird.