Am 17. Juni 2026 erlebten die angehenden Pflegefachkräfte aus Neuburg a. d. Donau und Erding einen spannenden Schnuppertag im Bereich Pflegewissenschaft an der KU. Etwa 60 Schülerinnen und Schüler nahmen daran teil und erhielten Einblicke in die lebendige Welt ihres zukünftigen Studiengangs.

Der Schnuppertag wurde von Studierenden des vierten Semesters im Rahmen des Moduls „Didaktik und Pädagogik in der Pflege“ organisiert. Dozentin Natascha Köstler lobte das Engagement der Studierenden und betonte die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen für die zukünftige Generation von Pflegekräften. Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßungsansprache von Pflegewissenschaftsprofessorin Inge Eberl.

Vielfältige Workshops und Keynote

Das Highlight des Tages war die Keynote von Student Benedikt Machl, der zentrale Themen wie Planetare Gesundheit, Aufgabenfelder in der Pflege sowie evidenzbasiertes Pflegehandeln und die Definition von Pflegewissenschaft anschaulich erklärte. Anschließend hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen, die von den Studierenden selbst leitet wurden.

Die Workshops deckten wichtige Themen ab, darunter den Umgang mit Hitze in der Pflege und den ressourcenschonenden Einsatz von Medikamenten und Hilfsmitteln, die Entstehung, das Aussehen und die Anwendung von Expertenstandards sowie die Bedeutung der Vorbehaltsaufgaben, die nur von Pflegefachpersonen mit mindestens dreijähriger Ausbildung übernommen werden dürfen. Solche praxisnahen Einblicke sind für die angehenden Pflegefachkräfte von großer Bedeutung.

Akademisierung der Pflege

Der Schnuppertag fällt in einen breiteren Kontext der Diskussion über die Akademisierung der Pflege. Laut der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft nimmt die Bedeutung akademisch ausgebildeter Pflegender in der Gesundheitsversorgung stetig zu. Bei einer bevorstehenden Fachtagung in Berlin, die am 5. November stattfinden soll, werden Vertreter aus der Gesundheitspolitik, Hochschulen und praktischen Einrichtungen über die Zukunft der Gesundheitsversorgung diskutieren und die Rolle akademisierter Pflegekräfte in den Fokus rücken. Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin, hebt die zentrale Rolle der Pflegewissenschaft im Rahmen des demografischen Wandels hervor und dankt für die Unterstützung bei der Novellierung des Pflegeberufsgesetzes.

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Aktuell sind über 10.000 Studierende in Deutschland in Pflegewissenschaft- oder Pflegemanagementstudiengängen eingeschrieben, wobei der Bachelorstudiengang auf hohes Interesse stößt. Jährlich schließen rund 1.500 bis 1.700 Absolvent/innen ihr Studium ab und sind somit auf komplexe Pflegeaufgaben vorbereitet. Interessanterweise liegt momentan der Anteil akademisch ausgebildeter Pflegekräfte bei lediglich knapp einem Prozent, während empfohlen wird, diesen auf 10 bis 20 Prozent zu erhöhen.

Die Herausforderungen, die durch den Fachkräftemangel entstehen, sind nicht zu unterschätzen. Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, fordert einen differenzierten Zugang zu Ausbildungsgängen. Ulrike Reus von der Deutschen Krankenhausgesellschaft spricht sich für einen festen Anteil akademisierter Pflegekräfte in Krankenhäusern aus, um die Versorgungsqualität zu steigern.

Der Schnuppertag an der KU stellt somit nicht nur ein wichtiges Event für die Teilnehmenden dar, sondern spiegelt auch die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der Pflegewissenschaft wider, die einen direkten Einfluss auf die kommende Generation von Pflegefachkräften haben werden.

Für weitere Informationen über die Entwicklungen in der Pflegewissenschaft und die anstehende Fachtagung werfen Sie einen Blick auf die Webseiten der KU und der DG Pflegewissenschaft: KU, DG Pflegewissenschaft.