65 Jahre Priesterdienst: Professor Friedrich Janssen feiert Jubiläum in Vechta
Heute, am 10. Oktober 2026, feiert Professor Dr. Friedrich Janssen in Vechta sein 65-jähriges Priesterjubiläum. Der Dankgottesdienst beginnt um 17 Uhr in der Propsteikirche St. Georg. Veranstaltet wird er von der „Kirche am Campus“ – eingeladen sind Menschen, die Janssen als Professor, Priester, Kollegen, Lehrer oder persönlichen Wegbegleiter kennen.
Der Anlass führt zurück nach Rom: Am 10. Oktober 1961 wurde Janssen in der Kirche St. Ignazio zum Priester geweiht. Geboren wurde er im Mai 1935 in Kevelaer. Seine Mutter zog sechs Kinder allein groß; ein Bruder starb später in russischer Kriegsgefangenschaft. Ein Lebenslauf also, der nicht nur aus akademischen Stationen besteht, sondern auch von familiären Brüchen erzählt.
Von Rom über Waltrop nach Vechta
Nach dem Abitur am Collegium Augustinianum Gaesdonck studierte Janssen katholische Theologie und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie als Seminarist des Germanicum an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort promovierte er 1965 mit einer Arbeit über Thomas von Aquin zum Dr. theol.
Es folgten praktische Jahre: Von 1963 bis 1967 war Janssen Kaplan in Waltrop, anschließend, 1967 und 1968, Religionslehrer in Recklinghausen. Ab 1968 unterrichtete er in Kleve. 1971/1972 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der PH Ruhr in Hagen; außerdem war er kurzzeitig als Lehrbeauftragter an Hochschulen im Ruhrgebiet tätig.
1972 wechselte Janssen als Theologiedozent an die Katholische Fachhochschule Norddeutschland in Osnabrück und Vechta. 1976 wurde er Professor für Systematische Theologie und Fundamentaltheologie am Gemeinsamen Fachbereich Katholische Theologie der Universität Osnabrück am Standort Vechta. Von 1976 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 lehrte er dort beziehungsweise an der Hochschule Vechta Systematische Theologie und forschte in diesem Feld.
Von 1994 bis 1996 leitete Janssen das Institut für Katholische Theologie. 1998 ernannte ihn der Papst zum Päpstlichen Ehrenprälaten. Daneben war Janssen als Subsidiar tätig und wurde in Vechta als Prediger bekannt. Mit dem KKV, dem Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, ist er ebenfalls eng verbunden: Seit 1987 ist er geistlicher Beirat des Diözesanverbands Münster des Katholischen Kaufmännischen Vereins, seit 1990 übt er dieses Amt zusätzlich auf Bundesebene aus.
Theologie zwischen Hörsaal und Gemeinde
Auch nach der Emeritierung blieb der Hörsaal nicht völlig hinter ihm. Im Sommersemester 2010 hielt Janssen an der Hochschule Vechta eine Vorlesung über „Religion – Offenbarung – Kirche – Glauben und Wissen. Grundbegriffe der Fundamentaltheologie“.
Damit berührt sein Weg viele Bereiche, die zum Theologiestudium gehören: Bibelwissenschaft, Kirchengeschichte, Systematische Theologie, Praktische Theologie, Religionspädagogik und Seelsorge. Dazu kommt die Exegese, also die Auslegung biblischer Texte. An vielen Hochschulen gehören außerdem Sprachkurse in Hebräisch, Griechisch und Latein zum Studium.
Theologiestudierende.de stellt Universitäten und kirchliche Hochschulen für evangelische und katholische Theologie in Deutschland vor. Die Hochschulporträts informieren über Studiengänge, Abschlüsse und Standorte; ein Ratgeber behandelt Voraussetzungen, Studienablauf, Studiendauer und Berufsaussichten. Hochschulen lassen sich nach Bundesland und Abschluss filtern, außerdem gibt es eine alphabetische Hochschulliste sowie Filter für Bachelor, Master, Magister und Promotion.
Die dort genannten Hochschulzahlen verteilen sich so: Baden-Württemberg 6, Bayern 2, Berlin 1, Brandenburg 1, Hamburg 1, Hessen 5, Niedersachsen 4, Nordrhein-Westfalen 9, Rheinland-Pfalz 3, Saarland 1, Sachsen 2, Sachsen-Anhalt 2, Schleswig-Holstein 1 und Thüringen 1.
Im Überblick finden sich etwa die Augustana-Hochschule mit einem Bachelor, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit einem Bachelor, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit Bachelor, Magister und Master, die Eberhard Karls Universität Tübingen mit Bachelor, Master und Promotion sowie die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg und die Freie Theologische Hochschule Gießen mit Bachelor- und Masterangeboten; Gießen führt zusätzlich den Magister. Als Studienorte werden unter anderem Heidelberg und Tübingen genannt.
Studium, Praxis und ein Blick über Grenzen
Das Theologiestudium verbindet akademische Inhalte mit praktischer Anwendung und kann auf Tätigkeiten in Kirche, Gesellschaft, Bildung und Wissenschaft vorbereiten. Häufige Zulassungsvoraussetzung ist das Abitur oder ein gleichwertiger Abschluss. Je nach Hochschule können Kenntnisse in alten Sprachen, Eignungstests, Motivationsschreiben oder persönliche Gespräche hinzukommen. Frühzeitig nachzusehen, was die jeweilige Hochschule verlangt, erspart später manchen Umweg.
Einführungsveranstaltungen, Sprachkurse, interdisziplinäre Lehrangebote und praxisorientierte Module gehören ebenso zum Hochschulalltag wie Bibliotheken und digitale Lernplattformen. Studierende lernen gemeinsam, arbeiten an Projekten, diskutieren und tauschen sich mit Kommiliton:innen und Lehrenden aus. Praktische Erfahrungen ergänzen die theoretische Ausbildung – etwa durch Praktika in Gemeinden.
Die beruflichen Wege reichen von Pastor/in, Diakon/in und Gemeindereferent/in bis zu Beratung und Seelsorge, Religionsunterricht und Lehramt, Forschung und Hochschullehre. Das Gemeindereferendariat wird als praktische Ausbildungsphase für Tätigkeiten in Gemeinden beschrieben. Wer in Beratung und Seelsorge arbeiten möchte, braucht neben Fachwissen auch Empathie und kommunikative Fähigkeiten.
Eine Promotion ermöglicht die Vertiefung des Fachwissens sowie den Einstieg in Forschung und Lehre. Spezialisierungen sind beispielsweise in Praktischer Theologie, evangelischer Theologie und interdisziplinären Forschungsfeldern möglich. Psychologie und Soziologie können dabei einbezogen werden; forschungsorientierte Module greifen aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen auf und können auf eine Promotion vorbereiten. Blogbeiträge der Website informieren außerdem über den Master of Theology sowie über Bachelor- und Masterstudiengänge in Theologie.
Internationale Austauschprogramme eröffnen Studien- und Praxiserfahrungen im Ausland und Einblicke in andere religiöse und kulturelle Kontexte. Genannt werden Semesterprogramme in Rom, Jerusalem und Japan, Tätigkeiten als Fremdsprachenassistent/in, Praktika in Gemeinden und Forschungsprojekte mit internationalen Partnerhochschulen. Zu den genannten Austauschzielen gehören die Drury University in den USA und die University of Applied Sciences Windesheim in den Niederlanden. Internationale Kooperationen und interdisziplinäre Studienangebote werden dabei als zunehmend wichtige Bestandteile des Theologiestudiums beschrieben.
Welche berufliche Richtung am Ende passt, hängt unter anderem von der Ausrichtung des Studiums, der Konfession und der Entscheidung zwischen akademischer und praxisorientierter Ausbildung ab. Verlinkte Zusatzinformationen führen zu Studienangeboten in evangelischer und katholischer Theologie, Bachelor-, Master- und Diplomabschlüssen, Auslandsstudien, Berufschancen im Pfarramt und zur Zukunft des Theologiestudiums. In Vechta geht es heute Abend trotzdem erst einmal um eine Kirche, einen Dankgottesdienst und 65 Jahre Priesterdienst.
