Die Wirtschaftshochschule WHU plant, ihren Hauptstandort langfristig von Vallendar nach Düsseldorf zu verlegen. Der Campus in Vallendar soll perspektivisch aufgegeben werden. In der Stadt hat diese Nachricht große Bestürzung ausgelöst – und nicht alle Studierenden begrüßen den geplanten Umzug. Besonders spürbar sind die Folgen für jene, die derzeit in Vallendar studieren.

Wer durch die Tiefgarage am Standort geht, bekommt zugleich einen Eindruck davon, wie weit die WHU über die Region hinausreicht: Zwischen den Autos stehen Kennzeichen aus Wolfsburg, München und Heidelberg. Darunter sind auch einige höherpreisige Modelle. Ein kleiner, ziemlich konkreter Ausschnitt aus dem internationalen und überregionalen Alltag der Hochschule.

Vallendar verliert womöglich mehr als einen Campus

Für Vallendar kam die Ankündigung überraschend. Stadtbürgermeister Wolfgang Heitmann (SPD) zeigte sich enttäuscht. Er kritisierte außerdem, erst durch Medienberichte vom geplanten Wegzug erfahren zu haben. Seiner Einschätzung nach könnte die Stadt wichtige Impulse für den Wohnungsmarkt, den Einzelhandel, die Gastronomie, die örtliche Wirtschaft und die Nutzung von Gebäuden verlieren.

Die Stadt wolle die kommenden Jahre gemeinsam mit der WHU nutzen, um neue Perspektiven für Vallendar zu entwickeln. Auch der Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, Marko Boos (SPD), bezeichnete die Entscheidung als großen Verlust für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz. Er hofft auf ein stärkeres Engagement des Landes, damit die WHU zumindest teilweise an Vallendar gebunden werden kann, und will mit der Hochschule über eine langfristige Perspektive für den Standort sprechen.

Rheinland-Pfalz’ Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) bedauerte die Verlegung ebenfalls. Er verwies auf die regionalen Wurzeln und das internationale Renommee der WHU. Das Land wolle die Zusammenarbeit mit der Hochschule am weiter bestehenden Vallendarer Standort fortsetzen.

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Bis 2034 an einem Ort in Düsseldorf

Derzeit betreibt die private Wirtschaftshochschule Campusstandorte in Vallendar und Düsseldorf. Beide sollen zunächst bestehen bleiben. Das langfristige Ziel lautet jedoch, die Aktivitäten bis 2034 an einem gemeinsamen Campus im Düsseldorfer Medienhafen zu bündeln. Wie teuer der geplante Neubau wird, ist noch nicht bekannt.

Die Hochschule begründet den Zusammenschluss mit Düsseldorfs Lage in einer wirtschaftsstarken europäischen Region. Ein neuer, offener Campus solle den Austausch zwischen Studierenden, Fakultät, Mitarbeitenden und Alumni fördern – ebenso mit Wissenschaft, Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Die WHU bezeichnet den Umzug als logischen Schritt, weil der Düsseldorfer Standort seit 2010 kontinuierlich gewachsen sei.

Für Studierende, die ihr Studium in Vallendar begonnen haben, soll sich trotzdem kein harter Schnitt ergeben: Sie sollen es dort auch abschließen können. Nach Angaben der WHU wurden bereits zuvor einzelne Studienprogramme nach Düsseldorf verlegt, ohne den Studienalltag zu beeinträchtigen. Für manche mag das beruhigend klingen; andere schauen vermutlich trotzdem auf Wohnung, Freundeskreis und den täglichen Weg und rechnen im Kopf schon einmal neu.

Eine Hochschule mit tiefen Vallendarer Wurzeln

Gegründet wurde die WHU 1984 in Vallendar als Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung. 1993 erhielt sie zu Ehren des Förderers und Metro-Mitgründers Otto Beisheim den Namenszusatz „Otto Beisheim“. 2010 kam ein zusätzlicher Campus in Düsseldorf hinzu.

Heute bietet die WHU Bachelor- und Masterstudiengänge in International Business Administration und Management an. Insgesamt studieren dort derzeit rund 2.100 Menschen. Aus der Hochschule hervorgegangene Start-ups sind unter anderem Zalando, Flixbus und Hellofresh – Namen, die längst weit über Seminarräume und Hochschulwebseiten hinaus bekannt sind.

Zugleich betont die WHU die prägende Bedeutung Vallendars, der Region, ihrer Unternehmen und Menschen sowie der Gründungsmitglieder, insbesondere der IHK Koblenz. Das klingt nach Abschied mit angezogener Handbremse: Der neue Schwerpunkt soll nach Düsseldorf, die Herkunft aber nicht einfach aus dem Gedächtnis verschwinden.

Politische Reaktionen und offene Fragen

Das Wissenschaftsministerium bezeichnete die Verlegung als interne unternehmerische Entscheidung der privaten Hochschule. Gespräche zwischen Land und WHU habe es gegeben; konkrete Wünsche an das Land, die Entscheidung zu beeinflussen, seien jedoch nicht geäußert worden. Nach Angaben des Ministeriums erhält die WHU keine staatlichen Zuwendungen des Landes Rheinland-Pfalz.

Aus Nordrhein-Westfalen kommen erwartungsgemäß andere Töne. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erklärte, der geplante Campus stärke die internationale Anziehungskraft Nordrhein-Westfalens für Spitzenforschung und unternehmerische Ideen. Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) erwartet zudem eine höhere Attraktivität der Stadt für internationale Studierende, Talente und Unternehmen.

Der übermittelte Text aus der dritten Quelle enthält ausschließlich technische PDF-Rohdaten und keinen auslesbaren Nachrichtenartikel. Mehr lässt sich daraus nicht seriös herauslesen – auch wenn eine Tiefgarage, ein Neubau im Medienhafen und die Zukunft Vallendars schon genug Stoff für viele Gespräche liefern.

Quelle 1: Rhein-Zeitung
Quelle 2: Tagesschau/SWR
Quelle 3: VHW-PDF