Die Zukunft der Ernährung liegt in der Natur – und das beweist besonders eindrucksvoll die Forschung rund um die Makroalge Ulva compressa, die aus Brandenburg stammt. Am 28. Mai 2026 wurde Valeriya Denisova, eine engagierte Ernährungswissenschaftlerin und Alumna der Universität Potsdam, mit dem prestigeträchtigen Better World Award ausgezeichnet. Diese Ehrung, die mit 3.333 Euro dotiert ist und an junge Akademiker geht, die zur Gemeinschaftsentwicklung beitragen, würdigt Denisovas bedeutende Arbeit im Bereich der Algenforschung. Ihre Masterarbeit beschäftigte sich intensiv mit den Inhaltsstoffen und der Verdaulichkeit dieser nährstoffreichen Alge.

Algen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie sind nicht nur schnell wachsend und nährstoffreich, sondern können auch in vielfältigen Umgebungen kultiviert werden. Denn angesichts des globalen Bevölkerungswachstums gewinnen Algenbiomassen als gesunde und nachhaltige Nahrungsquelle an Bedeutung. Im Rahmen des Projekts „Solebasierte Kultivierungssysteme für binnenländische Makro- und Mikroalgen“ (SolKubiM) wird in Bad Saarow bereits erfolgreich die Anbaumethode für Ulva compressa getestet. In der SaarowTherme, wo die natürliche Thermalsole der Catharinenquelle genutzt wird, zeigt sich das Potenzial dieser Algen für die Region.

Nachhaltige Anbaumethoden im Fokus

Die Nachhaltigkeit des Algenanbaus hat erhebliche ökologische Vorteile: Er benötigt keine landwirtschaftlichen Flächen und keinen Pestizideinsatz. Zudem entfallen lange Transportwege. Besonders interessant ist, dass Algen sogar in urbanen Räumen, etwa Kellern oder Supermärkten, wachsen können. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Lebensmittelproduktion direkt vor Ort.

Die SaarowTherme fungiert als einzige Lobby für die Algenforschung in der Region und nutzt die bestehende Infrastruktur zur Förderung einer nachhaltigen Algenproduktion. Dabei wurden auch innovative Konzepte, wie das „Future Food Living Lab“, entwickelt, um den Austausch zwischen Wissenschaft, Studierenden und Gesellschaft zu fördern. Die dort durchgeführte Veranstaltung „Algen und Ernährung: Mehr als nur Sushi“ brachte zahlreiche Akteur*innen aus Forschung und Wirtschaft zusammen, um kreative Ideen für die zukünftige Nutzung von Algen zu diskutieren.

Innovationen und Perspektiven

Ein zentraler Punkt von Denisovas Forschung sind die gesundheitlichen Vorteile der Ulva compressa. Diese Alge enthält Ballaststoffe, essenzielle Aminosäuren, Carotinoide sowie entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren. Obwohl die Alge durch ihre Zellwandstruktur schwerer verdaulich ist, werden ihre Inhaltsstoffe im Darm auf schmackhafte Weise verarbeitet. Die wissenschaftlichen Tests, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung durchgeführt werden, zielen darauf ab, die Verfügbarkeit dieser Nährstoffe zu analysieren und zu optimieren.

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Denisova hat nicht nur ihre Wurzeln in der Ernährungswissenschaft, sondern auch einen beruflichen Werdegang geprägt durch ihren Wechsel von internationalen Beziehungen zu naturwissenschaftlichen Fächern nach der Annexion der Krim. Heute ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im SolKubiM-Projekt und promoviert an der Universität Bayreuth, wo sie an der Verbesserung der Anbaubedingungen von Algen forscht.

Mit innovativen Techniken wie programmierbaren „Lichtschwertern“ hofft die Forschung, die Beleuchtung der Algenkulturen zu optimieren und so die Produktivität zu steigern. Langfristig soll Algenbiomasse nicht nur zur Wiederverwertung von organischen Abfällen beitragen, sondern auch zur Anreicherung von Lebensmitteln oder zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln genutzt werden.

Es bleibt spannend, wie die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt wird, um Algen nicht nur als Spezialität, sondern als fest etabliertes Lebensmittel im täglichen Gebrauch zu integrieren. Die Teilnehmer der jüngsten Veranstaltung sind sich einig: Algen könnten bald mehr sein als nur ein Trend – sie könnten die Zukunft der Ernährung nachhaltig prägen.

Für weitere Informationen zu Valeriya Denisova und ihren beeindruckenden Leistungen in der Algenforschung besuchen Sie die Webseite der Universität Potsdam: Universität Potsdam. Die Veranstaltung „Algen und Ernährung: Mehr als nur Sushi“ gibt zudem einen ausgezeichneten Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten rund um das Thema Algen und ist auf IGZEV nachzulesen.