In der Lausitz, einer Region mit einer tief verwurzelten Geschichte im Braunkohlebergbau, wird ein spannendes Projekt gestartet, das die akustischen Aspekte dieser Landschaft in den Mittelpunkt rückt. Das Projekt „Lausitzer Rhythmen“ hat sich die Untersuchung der Geräusche und Klänge der Lausitz zur Aufgabe gemacht. Initiatoren sind Prof. Dr. Astrid Schwarz von der Brandenburgischen Technischen Universität und Prof. Dr. Shintaro Miyazaki von der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Tagung dazu findet am 4. und 5. Juni 2026 in Berlin und Cottbus statt, und der Fokus liegt auf mehreren fachlichen Perspektiven – von Musikwissenschaft über künstlerische Forschung bis hin zu Akustik und Architektur. b-tu.de berichtet, dass es darum geht, die Klanglandschaften und Lebenswelten der Menschen in der Lausitz zu erforschen und die Erinnerungen, die durch Technik und Natur aktiviert werden, zu beleuchten.
In einer Zeit, in der das Hören in einer visuell dominierten Gesellschaft öfter vernachlässigt wird, bietet diese Tagung einen frischen Blick auf die Bedeutung von Klängen. Das Projekt wird auch die Rolle des anstehenden Kohleausstiegs bis 2038 in den Blick nehmen. Die aktiven Tagebaue könnten dabei zu zukünftigen Akteuren des Erinnerns werden. Die Erkundungen werden auch experimentelle Ansätze beinhalten, die andere Sinne wie Riechen und Tasten einbeziehen.
Ein bunter Mix aus Beiträgen
Am 4. Juni finden von 13:00 bis 17:00 Uhr im Signallabor der Humboldt-Universität in Berlin mehrere Vorträge statt. Zu den Beiträgen zählen unter anderem Vorträge von Richard Ortmann, Uta C. Schmidt, Adrian Dorschner und Peter Cusack. Der zweite Tag, der 5. Juni, verwandelt einen Teil der Kunsthalle Lausitz in Cottbus von 9:00 bis 17:30 Uhr in einen Ort des Austausches, wo zahlreiche weitere Referent:innen wie Toni Schneider und Albrecht von Massow die Bühne betreten werden. b-tu.de hebt hervor, dass besonders die Studierenden des Projektes Campus-Soundscapes aktiv in das Programm eingebunden sind.
Der Strukturwandel der Lausitz
Die Tagung findet in einem Kontext statt, der für die Lausitz von großer Bedeutung ist: Der Braunkohleabbau wird bis 2038 schrittweise beendet. Dies bringt einen tiefgreifenden Strukturwandel für die Region mit sich, der mit 17 Milliarden Euro Hilfen seitens der Regierung unterstützt wird. zdf.de berichtet von einem geplanten ICE-Instandhaltungswerk in Cottbus, das 1.200 neue Arbeitsplätze schaffen soll, sowie dem Bau einer Wartungsanlage für Triebfahrzeuge, die mit 2,75 Millionen Euro gefördert wird.
Im Industriepark Schwarze Pumpe haben sich bereits über 100 Unternehmen angesiedelt, und in Spremberg wird ein neues Speicherkraftwerk zur Nutzung von grünem Wasserstoff angestrebt. Die Bürgermeisterin von Cottbus, Christine Herntier, zeigt sich optimistisch und betont die Notwendigkeit, die Infrastruktur für Industrie und Wirtschaft in Brandenburg zu stärken. Dabei wird auch erwähnt, dass 40 Milliarden Euro zur Milderung der Folgen des Kohleausstiegs eingeplant sind.
Mit dem Projekt „Lausitzer Rhythmen“ wird nun ein innovativer Weg beschritten, um die Singularität der akustischen Landschaft der Lausitz zu erforschen. Diese Tagung könnte nicht nur dazu beitragen, das kulturelle Erbe der Region zu bewahren, sondern auch neue Perspektiven im Kontext des Strukturwandels zu eröffnen.