Am 2. Juni 2026 wurde bekannt gegeben, dass Emilija Gagrčin im Sommersemester 2026 eine Juniorprofessur für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Bremen übernehmen wird. Diese Position ist nicht nur ein Schritt in ihrer akademischen Laufbahn, sondern auch eine hervorragende Gelegenheit, ihre umfangreiche Forschungserfahrung in einer bedeutenden Institution einzubringen. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Wechselwirkung zwischen Mediengesellschaft und dem Konzept des guten Lebens, wobei sie insbesondere analysiert, wie Medien das Gefühl von Zugehörigkeit und politischer Wirksamkeit in einer immer mehr mediatisierten Welt beeinflussen.

Gagrčin hat sich im Rahmen ihrer bisherigen Tätigkeit intensiv mit den Dynamiken der Medien und ihrer Rolle in der Gesellschaft auseinandergesetzt. Ihre Forschung zielt darauf ab, die Bedingungen für politische Vorstellungskraft und Teilhabe besser zu verstehen, insbesondere im Kontext multipler Krisen, die das gesellschaftliche Gefüge belasten. Der Beziehung der Menschen zur Gesellschaft widmet sie besondere Aufmerksamkeit, indem sie in ihren Analysen auch die Auswirkungen von Polarisation auf die demokratische Teilhabe untersucht.

Wissenschaftlicher Werdegang

Bevor Gagrčin nach Bremen kam, war sie Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellow an der Universität Bergen, wo sie im Projekt RESDEM zu den Auswirkungen von Polarisierung und deren Einfluss auf die gesellschaftliche Teilhabe forschte. Diese Schwerpunkte sind von hoher Relevanz, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen über die Rolle von Medien in der politischen Bildungsarbeit. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Plattformen zur Förderung von politischer Medienkompetenz unverzichtbar geworden sind, um Jugendliche und junge Erwachsene für die Herausforderungen der digitalen Welt zu sensibilisieren.

Die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung bietet beispielsweise umfangreiche Materialien und Workshop-Konzepte zu Themen wie Digitalisierung und politische Bildung an, die auch bedeutende Aspekte von Gagrčins Forschung widerspiegeln. In einer Zeit, in der verstärkt gewaltverherrlichende Inhalte, Verschwörungstheorien und andere problematische Medienpraktiken zunehmen, ist die Förderung von Medienkompetenz entscheidend, um junge Menschen besser auf die Herausforderungen des aktuellen Medienumfeldes vorzubereiten.

Forschungsschwerpunkte am ZeMKI

Am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) wird Emilija Gagrčin das Modul für Qualitative Methoden übernehmen und zudem das neu gegründete GLaMS Lab (Good Life & Media Society) leiten. Ihr Engagement im Young Scholars Network der European Communication Research and Education Association (YECREA) zeigt darüber hinaus ihr Bestreben, die Bedingungen für aufstrebende Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen zu verbessern.

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Die Bedeutung solch innovativer Forschungsansätze könnte nicht deutlicher sein, denn angesichts der zunehmenden Komplexität der Informationslandschaft müssen auch die Methoden zur Vermittlung von Medienkompetenz stetig weiterentwickelt werden. Programme wie “Newsroom4Youth” fördern beispielsweise durch interaktive Nachrichtenarbeit die Medienkompetenz bei Jugendlichen und verdeutlichen die Notwendigkeit praxisnaher Bildungsformate.

Die Herausforderungen, die sich aus der digitalen Transformation ergeben, erfordern neues Denken und frische Perspektiven. Gagrčin bringt mit ihrer umfangreichen Forschungserfahrung und ihren innovativen Ansätzen frischen Wind in die Medienwissenschaften der Universität Bremen, während sie gleichzeitig die Diskussion über Mediennutzung und -kompetenz bereichert. Ihr Werdegang und Engagement stehen exemplarisch für die nötige Neuausrichtung der akademischen Forschung in Zeiten rasanter Veränderungen der Medienlandschaft.