Keine neuen Exzellenzstandorte für Niedersachsen und Bremen
Für die Hochschulen in Niedersachsen und Bremen ist der 2. Oktober 2026 ein Rückschlag: Kein neuer Exzellenzstandort kommt aus der Region. Abgelehnt wurden die Leibniz Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und der gemeinsame Verbund der Universitäten Oldenburg und Bremen.
Die Entscheidung fiel in Bonn. Bekannt gegeben wurde sie vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) hatte mindestens eine Exzellenzuniversität für Niedersachsen angestrebt. Verkündet wurde das Ergebnis unter anderem von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Mohrs. Beide stehen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz vor – Bär als Vorsitzende, Mohrs als stellvertretender Vorsitzender.
Fünf Plätze, fünf Gewinner
Ausgewählt wurden die Universitäten Freiburg, Jena und Köln. Außerdem erhalten der Verbund der Rhein-Main-Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz sowie der Verbund der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund den neuen Status. Die Förderung beginnt am 1. Januar 2027.
Bundesweit standen Neuanträge von elf Universitäten und Universitätsverbünden zur Auswahl. Neben den drei Bewerbungen aus Niedersachsen und Bremen sowie den fünf erfolgreichen Anträgen kandidierten der Verbund der Universitäten Gießen und Marburg sowie die Universitäten Kiel und Würzburg. Bis zu fünf neue Exzellenzstandorte konnten ausgewählt werden – diese Höchstzahl wurde ausgeschöpft.
Formal hatten die Bewerbungen aus Niedersachsen und Bremen die Voraussetzungen erfüllt. Einzelne Hochschulen mussten an mindestens zwei geförderten Exzellenzclustern beteiligt sein, Universitätsverbünde mindestens drei solcher Forschungsverbünde vorweisen. Vor der Entscheidung wurden die Anträge begutachtet, einschließlich Vor-Ort-Besuchen von April bis Juni. Internationale Gutachtergruppen bewerteten Forschungsleistungen und die strategische Entwicklung der Standorte.
Pläne bleiben, Tempo geht verloren
Die Hochschulen wollen ihre strategischen Pläne auch ohne Exzellenztitel weiterverfolgen. An der Leibniz Universität Hannover rechnet man allerdings mit einer Umsetzung in kleinerem Umfang und über einen längeren Zeitraum. Bei der MHH heißt das Zukunftsprogramm Entwicklungsplan für das kommende Jahrzehnt. Mit der Förderung hätte sich dieser Plan schneller verwirklichen lassen.
Oldenburg und Bremen wollen ihre Zusammenarbeit in der „Northwest Alliance“ fortsetzen und Professuren gemeinsam planen. Ohne die Förderung fehlen ihnen nach eigenen Angaben Millionenbeträge für neue Professuren in gemeinsamen Forschungsbereichen. Das tut weh, gerade dort, wo langfristige Forschungsarbeit ohnehin nicht im Vorbeigehen entsteht.
Unberührt von der Absage bleibt die bereits bewilligte Förderung der Exzellenzcluster. Die sechs niedersächsischen Cluster werden seit Anfang 2026 sieben Jahre lang bis Ende 2032 gefördert. Das niedersächsische Wissenschaftsministerium will die Ergebnisse nun mit den Universitäten und der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen auswerten und die Voraussetzungen für die nächste Wettbewerbsrunde prüfen. Die Bremer Wissenschaftsbehörde will die erfolgreichen Cluster und die Zusammenarbeit mit Oldenburg unabhängig vom Ausgang weiter unterstützen.
Ein Wettbewerb mit zwei Förderlinien
Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern soll Spitzenforschung an deutschen Hochschulen fördern und Hochschulen sowie Universitätsverbünde langfristig stärken. Die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ richtet sich an Universitäten und Verbünde, die sich mit einem Gesamtkonzept bewerben. Die andere Säule bilden die Exzellenzcluster, mit denen international wettbewerbsfähige Forschungsfelder finanziert werden.
Für die Förderlinie „Exzellenzcluster“ ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft zuständig. Der Wissenschaftsrat führt die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ durch. Dazu gehören die Evaluation der bisher geförderten Exzellenzuniversitäten und des Exzellenzverbunds sowie ein Neuausschreibungsverfahren für antragstellende Universitäten und Universitätsverbünde.
Seit 2019 wurden bereits zehn Universitäten und ein Universitätsverbund als Exzellenzstandorte gefördert. Über die bisherigen Exzellenzstandorte war bereits im März entschieden worden: Zehn Standorte werden ab 2027 weitere sieben Jahre gefördert und nahmen nicht am Wettbewerb um die neuen Plätze teil. Seit Januar 2026 werden außerdem 40 Exzellenzcluster an 43 deutschen Universitäten unterstützt.
Die jährliche Förderung von Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten beträgt derzeit 533 Millionen Euro. Ab 2026 steigt das Gesamtbudget auf 687 Millionen Euro pro Jahr. Das von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz eingesetzte Committee of Experts gestaltet das Förderprogramm. In dem Expertengremium sitzen 39 Personen mit ausgewiesener Forschungserfahrung sowie langjähriger Erfahrung unter anderem im Ausland, im Hochschulmanagement, in der Lehre oder in der Wirtschaft.
Über die Anträge entscheidet die Exzellenzkommission. Ihr gehören das Committee of Experts sowie die für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder an. Am 2. Oktober 2026 wurden im Rahmen der Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ neue Exzellenzstandorte ausgewählt. Die ausgewählten Universitäten und Universitätsverbünde sollen künftig dauerhaft institutionell gefördert werden und ihre internationale Spitzenstellung in der Forschung ausbauen. Der Artikeltext nennt diese am 2. Oktober 2026 neu ausgewählten Universitäten und Universitätsverbünde nicht namentlich.
