Ein bedeutender Schritt für die Erforschung persistierender somatischer Symptome: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Forschungsgruppe FOR 5211 „Persistent SOMAtic Symptoms aCROSS Diseases“ (SOMACROSS) für vier weitere Jahre mit rund fünf Millionen Euro gefördert. Diese Initiative zielt darauf ab, effektive Behandlungsmethoden für Patienten zu entwickeln, die unter anhaltenden körperlichen Beschwerden leiden, welche oft das tägliche Leben stark beeinträchtigen. Der Sprecher der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Bernd Löwe, ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und zeigt sich optimistisch über die Fortschritte der Gruppe.

In der ersten Förderphase der SOMACROSS-Gruppe wurden bereits zentrale biopsychosoziale Mechanismen und Risikofaktoren identifiziert, die akute körperliche Beschwerden in chronische Zustände umwandeln. Persistierende somatische Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz oder gastrointestinale Beschwerden sind nicht nur für die Betroffenen eine große Belastung, sondern auch für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft als Ganzes. Ziel der kommenden Förderphase ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen zu therapeutisch anzusprechen, insbesondere dysfunktionale Symptomerwartungen, die häufig zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen können.

Fokus der zweiten Förderphase

In der zweiten Phase von SOMACROSS, die nun anlaufen kann, werden unterschiedliche Teilprojekte durchgeführt, die sich jeweils mit spezifischen Erkrankungen befassen. Prof. Dr. Meike Shedden-Mora und Prof. Dr. Tobias B. Huber leiten das Teilprojekt SOMA.CK.2, welches sich auf die Untersuchung personalisierter, mechanismusbasierter psychologischer Interventionen für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung konzentriert. Hierbei stehen modifizierbare Risikofaktoren und deren Einfluss auf die Symptompersistenz im Vordergrund.

Die DFG fördert dieses Projekt seit 2021, und die ersten Ergebnisse haben bereits spannende Erkenntnisse zu Risikofaktoren und Mechanismen bei zehn verschiedenen Krankheitsbildern geliefert. Zu den identifizierten Risikofaktoren zählen unter anderem dysfunktionale Erwartungen, krankheitsbezogene Ängste sowie körperliche Inaktivität.

Ziele und Herausforderungen

Die Herausforderungen, mit denen das Team von SOMACROSS konfrontiert ist, liegen in der Entwicklung wirksamer Behandlungen, die nicht nur bei den bereits untersuchten Krankheiten anwendbar sind, sondern auch auf andere somatische Erkrankungen übertragbar sind. In insgesamt sieben Projekten sollen die identifizierten Risikofaktoren geprüft und neue biologische, psychologische und soziale Faktoren untersucht werden, die zur Persistenz von Symptomen führen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Voraussetzungen für diesen Fortschritt sind vielversprechend: Innovative therapeutische Interventionen, die auf den Erkenntnissen der ersten Förderphase basieren, sollen in der klinischen Praxis erprobt werden. Diese Module beinhalten unter anderem spezifische Ansätze zur Behandlung von Symptomen, die aus Depressionen oder der Vermeidung körperlicher Aktivität resultieren.

Die Beteiligung der MSH Medical School Hamburg an dieser Forschungsgruppe hebt nicht nur die Forschungsaktivitäten der Hochschule im Bereich Klinische Psychologie und Psychotherapie hervor, sondern auch die Zusammenarbeit mit universitätsmedizinischen Partnern. Hierdurch wird ein interdisziplinärer Austausch gefördert, der für den Erfolg solcher Forschungsprojekte entscheidend ist.

Für das Team von SOMACROSS steht also eine spannende und arbeitsreiche Zeit an, in der nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden sollen, sondern auch konkrete Lösungen entwickelt werden, die den Alltag von Patienten mit persistierenden somatischen Symptomen nachhaltig verbessern könnten.