Jurastudierende der Philipps-Universität Marburg landen im Jurafuchs-Fleiß-Ranking auf Platz 32
Marburger Jurastudierende lernen auf der digitalen Plattform „Jurafuchs“ vergleichsweise selten. In der aktuellen Untersuchung landet die Philipps-Universität Marburg im Fleiß-Ranking auf Platz 32 von 37 deutschen Universitäten. Für die Auswertung wurden 100.849.416 digitale Lerneinheiten von 11.127 Studierenden herangezogen – darunter Fälle, Fachfragen, Karteikarten und weitere Übungsformate.
Die Daten stammen aus dem Zeitraum vom 25. Juli 2025 bis zum 24. Juli 2026. Für Marburg registrierte Studierende bearbeiteten durchschnittlich 7.824 Lerneinheiten pro Nutzer und Jahr. Der Durchschnitt aller untersuchten Universitäten lag bei 9.063. Viel Stoff also – aber eben mit deutlichem Abstand zur Spitzengruppe.
Trier vor Jena, Marburg weit hinten
Am meisten lernten die Studierenden der Universität Trier: 11.379 Lerneinheiten entfielen dort durchschnittlich auf eine Person. Knapp dahinter folgte die Friedrich-Schiller-Universität Jena mit 11.276. Die weiteren Plätze unter den Top fünf belegten die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit 10.900, die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit 10.677 und die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover mit 10.585 Einheiten.
Am unteren Ende standen die Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit 7.331 Einheiten, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit 7.472 und die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main mit 7.597. Es folgten die Universität Hamburg mit 7.678 sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit 7.799. Marburg lag mit seinen 7.824 Einheiten nur knapp darüber.
Die Untersuchung wurde zum zweiten Mal durchgeführt. Im Vergleich zur früheren Analyse wuchs die Datenbasis von 6.290 auf 11.127 Nutzer und von 29 auf 37 Universitäten. Ein direkter Vergleich der Durchschnittswerte mit 2025 ist allerdings nur eingeschränkt möglich, weil mehrere Universitäten im Vorjahr noch nicht berücksichtigt wurden.
Der Lernschub kurz vor der Prüfung
Wer kennt es nicht: Erst wirkt die Prüfung noch weit weg, dann rückt sie plötzlich näher – und der Stapel mit Fällen und Karteikarten bekommt beinahe ein Eigenleben. An den untersuchten Universitäten stieg die Lernintensität in den drei Wochen vor den Prüfungen durchschnittlich um 33,2 Prozent. Eine frühere Darstellung sprach von etwa 30 Prozent.
Am stärksten legten die Studierenden der Universität Jena zu: plus 74,4 Prozent. Münster folgte mit plus 67,4 Prozent, Freiburg mit plus 56,3 Prozent, Trier mit plus 55,5 Prozent und Würzburg mit plus 54,3 Prozent. In Hannover sank die Lernintensität vor den Prüfungen dagegen um 4,8 Prozent, in Regensburg um 1,8 Prozent.
Marburger Studierende fielen bei dieser Steigerung nicht besonders auf. Auch beim Lernen in der Nacht gab es keinen auffälligen Ausschlag. Den höchsten Anteil nächtlicher Lernaktivitäten zwischen 22 und 6 Uhr verzeichnete die Universität Bielefeld mit 16,1 Prozent. Danach kamen die FernUniversität in Hagen mit 15,8 Prozent, Augsburg mit 14,3 Prozent, Bremen mit 14,2 Prozent und Erlangen-Nürnberg mit 14,0 Prozent.
Was die Zahlen leisten – und was nicht
„Jurafuchs“-Mitgründer Carl-Wendelin Neubert bezeichnet das Jurastudium als geeigneten Indikator für solche Analysen. Juristisches Lernen beruhe stark auf Wiederholung, Wissensabruf und Fallanwendung. Die Daten zeigen laut Neubert deutliche Unterschiede zwischen den Universitäten und eine starke Konzentration des Lernens auf die Zeit vor Prüfungen.
Eine uneingeschränkte Übertragung auf andere Studiengänge sei jedoch nicht möglich. Außerdem bedeutet eine höhere Zahl an Lerneinheiten nicht automatisch bessere Lernergebnisse. Weniger Einheiten könnten auch für effizientes Lernen stehen – die Statistik zählt schließlich Klicks und bearbeitete Formate, nicht den Moment, in dem ein komplizierter Fall wirklich sitzt.
Berücksichtigt wurden nur Universitäten, an denen mindestens 100 Nutzerinnen und Nutzer jeweils mindestens 1.000 Lerneinheiten absolviert hatten. Insgesamt wertete Jurafuchs mehr als 100 Millionen digitale Lerneinheiten aus. Für Marburg ergibt sich daraus ein nüchternes Bild: Platz 32, 7.824 Einheiten pro registrierter Person – und vermutlich ziemlich viele lange Abende, die in dieser Zahl gar nicht sichtbar werden.
