Vaginale Blutungen nach den Wechseljahren sorgen verständlicherweise für Unruhe. Am heutigen 14. Oktober 2026 geht es bei einer kostenfreien Veranstaltung im Amalie Sieveking Krankenhaus genau um dieses Thema: „Vaginale Blutungen nach den Wechseljahren“. Beginn ist um 18 Uhr.

Referent ist Dr. med. Simon Bühler. Veranstaltungsort ist das Amalie Sieveking Krankenhaus, Haselkamp 33, 22359 Hamburg-Volksdorf. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist über das Anmeldeformular möglich. Als Quelle wird das Amalie Sieveking Krankenhaus / Redaktion genannt.

Warum Blutungen abgeklärt werden sollten

Eine postmenopausale Blutung ist jede Blutung nach der Menopause. Medizinisch spricht man von einer Postmenopausenblutung, wenn mehr als zwölf Monate seit der letzten Menstruation vergangen sind beziehungsweise die Menstruation endgültig ausgeblieben ist. Die Menopause wird klinisch nach zwölf Monaten Amenorrhoe festgestellt; in den USA liegt das mittlere Menopausenalter bei 51 Jahren.

Der häufigste Grund ist eine Atrophie des Endometriums oder des unteren Genitaltrakts. Auch Endometrium- und Vaginalatrophie, eine Endometriumhyperplasie sowie Endometriumpolypen kommen als Ursachen infrage. Trotzdem gilt: Jede Blutung nach der Menopause muss bis zum Ausschluss eines Karzinoms abgeklärt werden.

Ein Endometriumkarzinom zeigt sich in 91 Prozent der Fälle durch eine Blutung. Bei etwa 9 bis 13 Prozent der Frauen mit postmenopausaler Blutung wird ein solches Karzinom diagnostiziert; andere Angaben nennen für ein intrauterines Malignom etwa 10 Prozent, wobei der Anteil mit zunehmendem Alter steigt. Rund 90 Prozent der postmenopausalen Frauen mit Endometriumkarzinom berichten über vaginale Blutungen. Postmenopausale Blutungen sind außerdem Anlass für etwa zwei Drittel der gynäkologischen Praxisbesuche postmenopausaler Frauen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Was bei der Untersuchung wichtig ist

In der Anamnese zählen zunächst Dauer und Häufigkeit der Blutung. Auch Kontaktblutungen, Gerinnungsstörungen und die Einnahme von Medikamenten gehören auf den Tisch – unter anderem Tamoxifen, Antikoagulanzien, eine Hormonersatztherapie und selektive Östrogenrezeptormodulatoren. Hinzu kommen die Familienanamnese, insbesondere ein Lynch-Syndrom, sowie Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus und metabolisches Syndrom.

Der Untersuchungsgang umfasst Inspektion, Spekulumuntersuchung, Palpation und transvaginale Sonographie. Mit dem Spekulum wird nach Polypen, Dysplasien und einem Zervixkarzinom geschaut; außerdem kann eine Zervixzytologie erfolgen. Die bimanuelle Untersuchung richtet sich auf Raumforderungen und eine eingeschränkte Uterusmobilität. Kommt Blut aus dem Zervikalkanal oder ist der Abstrich auffällig, schließen sich eine zytologische und kolposkopische Abklärung der Zervix an.

Die transvaginale Sonographie beurteilt Uterus und Endometrium: Gibt es fokale oder nicht fokale Veränderungen? Ist das Gewebe homogen? Wie dick ist das Endometrium? Ein nicht abgrenzbares Endometrium ist dabei nicht dasselbe wie ein flaches Endometrium. Auch die Adnexe werden auf Tumoren untersucht. Solide Tumoren, etwa Granulosazelltumoren, können hormonell auf das Endometrium wirken und Blutungsstörungen verursachen.

Als Grenzwert bei einer Postmenopausenblutung werden eine Endometriumdicke von 3 bis 4 Millimetern genannt; ab diesem Bereich erfolgt eine invasive Abklärung. Ohne Blutung liegt der Grenzwert bei etwa 5 Millimetern. Unter einer Vortestwahrscheinlichkeit von 10 Prozent senkt eine Endometriumdicke unter 4 Millimeter die Karzinomwahrscheinlichkeit auf etwa 2,4 Prozent, unter 5 Millimeter auf etwa 5 Prozent.

Das sonographische Bild einer Atrophie ist ein zarter, glatt begrenzter, homogener Endometriumstreifen, deutlich unter 5 Millimetern, ohne Flüssigkeitssaum und ohne umschriebene Raumforderung. Die Grenze zum Myometrium bleibt erhalten. Eine Flüssigkeit im Cavum uteri ist nach der Menopause hingegen immer abklärungsbedürftig; sie kann auf eine Zervixstenose mit einem dahinterliegenden Karzinom hinweisen.

Von der Biopsie bis zur Hysteroskopie

Gegebenenfalls kommt eine Hydrosonographie zum Einsatz, insbesondere wenn vor der histologischen Sicherung ein Endometriumpolyp beurteilt werden soll. Die histologische Abklärung richtet sich nach der S3-Leitlinie: Eine Pipelle-Biopsie ist bei nicht fokalen Befunden und einer Endometriumdicke von mehr als 3 bis höchstens 5 Millimetern vorgesehen. Bei homogener Hyperplasie werden Hysteroskopie und Kürettage genannt. Bei Polypen kann eine resektoskopische Polypresektion einschließlich Kürettage erfolgen.

Die histologische Sicherung erfolgt durch eine Endometriumbiopsie oder Abrasio, häufig im Rahmen einer Hysteroskopie. Polypen werden hysteroskopisch entfernt. Bei atrophischer Kolpitis kommt gegebenenfalls eine lokale Hormontherapie infrage. Hyperplasien und Karzinome werden abhängig vom histologischen Befund und vom Stadium behandelt; bei einem Endometriumkarzinom fällt die Therapieentscheidung im Rahmen einer Tumorkonferenz.

Wiederkehrende postmenopausale Blutungen müssen unabhängig vom Untersuchungsbefund invasiv abgeklärt werden – auch dann, wenn das Endometrium unauffällig aussieht oder die gemessene Dicke niedrig ist. Dafür werden Hysteroskopie und Kürettage eingesetzt. Genau dieser Punkt kann im Alltag leicht untergehen, weil ein zunächst unauffälliger Ultraschall beruhigend wirkt.

Keine Routinekontrolle ohne Beschwerden

Bei asymptomatischen Frauen soll kein Screening mittels transvaginalem Ultraschall durchgeführt werden, unabhängig davon, ob ein erhöhtes Risiko besteht. Das gilt auch bei Lynch-Syndrom, Adipositas, Diabetes mellitus, Hormonersatztherapie, metabolischem Syndrom, PCO-Syndrom oder Tamoxifeneinnahme.

Wird ohne Hormonersatztherapie oder Tamoxifengabe zufällig ein mindestens 11 Millimeter dickes Endometrium festgestellt, sollte eine histologische Abklärung erwogen werden. Ein zufällig entdecktes Endometrium von mindestens 4 und unter 11 Millimetern soll dagegen nicht routinemäßig invasiv untersucht werden; ein individuell angepasstes Vorgehen ist angemessen.

Hinter der Atrophie steckt ein Östrogenmangel: Das Epithel wird dünner, Glykogen fehlt, tiefere Zellschichten wie Parabasalzellen treten hervor. Im Spekulum zeigt sich dann eine blasse, glatte und verletzliche Schleimhaut. Vaginale Trockenheit, Brennen, Juckreiz und Dyspareunie können dazukommen, ebenso Harnwegsinfekte und Drangbeschwerden.

Zu den Risikofaktoren für ein Typ-I-Endometriumkarzinom zählen Adipositas, höheres Alter, frühe Menarche, späte Menopause, Hypertonie, Diabetes mellitus und das Lynch-Syndrom. Typ-I-Karzinome sind meist endometrioid und machen etwa 70 bis 80 Prozent der Endometriumkarzinome aus. Typ-II-Karzinome sind nicht endometrioid und seltener mit diesen Risikofaktoren verbunden.

Die fachliche Übersicht zur postmenopausalen Blutung nennt als Autor C. Braun und als Autorisierenden Ch. Brambs. Ihre Version stammt aus 02/2023 und war bis 31.12.2023 gültig. Die Veranstaltung im Amalie Sieveking Krankenhaus findet dagegen am 14. Oktober 2026 statt – heute, in Hamburg-Volksdorf.