Wer am Samstag, 31. Oktober 2026, in Hamburg unterwegs ist, kann sich den Museumseintritt sparen: Zum Reformationstag öffnen im Rahmen der Aktion „#seeforfree“ 50 Museen und Ausstellungsorte kostenlos. Heute, am 21. Oktober 2026, lohnt sich also schon ein Blick auf die Planung – denn zwischen Dauerausstellung, Sonderprogramm und spontaner Entdeckung kann der Tag ziemlich schnell voll werden.

Freien Zugang gibt es zu regulären Sammlungen und aktuellen Sonderausstellungen, außerdem zu Führungen, Workshops, Mitmachaktionen, Kinder- und Familienangeboten sowie weiteren Veranstaltungen zu aktuellen Themen. Geplant sind Führungen auf Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Plattdeutsch, außerdem in Deutscher Gebärdensprache. Die genauen Programminformationen sollen noch veröffentlicht werden.

Von Monet bis Picasso bis zum HSV-Museum

Mit dabei sind unter anderem die Hamburger Kunsthalle, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, das Museum der Arbeit, das Bucerius Kunst Forum, das Altonaer Museum, das HSV-Museum und das FC St. Pauli Museum. Im Bucerius Kunst Forum ist die Ausstellung „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“ kostenlos zugänglich. In den Deichtorhallen läuft „Hito Steyerl: Deine Mudda macht Show“. Weitere Sonderausstellungen sind „DAVID NOVROS“ in der Hamburger Kunsthalle und „Nachrichten – News“ im Museum der Arbeit.

Auch kleinere und private Häuser beteiligen sich. Die vollständige Liste umfasst: Achilles-Stiftung, Glasmuseum, Altonaer Museum, Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, Bergedorf Museum, Botschaft der Wildtiere, Bucerius Kunst Forum, Computer-Museum der Universität Hamburg, Deichtorhallen Hamburg, denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Deutsches Hafenmuseum – Standort Schuppen 50A (im Aufbau), Deutsches Maler- und Lackierer-Museum, Deutsches Zollmuseum, Deutsches Zusatzstoffmuseum, FC St. Pauli Museum, Film- und Fernsehmuseum Hamburg, Freilichtmuseum Rieck Haus, Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Gedenkstätte Bullenhuser Damm, Gedenkstätte Fuhlsbüttel, Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel, Gefängnismuseum Hamburg, Geschichtsort Stadthaus, Gipsabgusssammlung der Universität Hamburg, Hamburger Kunsthalle, Helmut-Schmidt-Forum, Historische S-Bahn Hamburg, HSV-Museum, Informationszentrum Energieberg Georgswerder, Jenisch Haus, KomponistenQuartier Hamburg, Kunsthaus Hamburg, Kunstverein Harburger Bahnhof, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Mahnmal St. Nikolai, Medizinhistorisches Museum Hamburg, Montblanc Haus beziehungsweise MONTBLANC HAUS, Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK), Museum der Arbeit, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Parabel – Zentrum für Kunst in Hamburg, Retro Spiele Club, Sammlung Falckenberg, Stiftung Hamburg Maritim, Universitätsmuseum Hamburg, Urbaneo – Junges Architektur Zentrum, Vor-Gänge Museum für alternative Stadt beziehungsweise vor–gänge. museum für alternative stadt, WasserForum, Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe, Woods Art Institute und Zaubermuseum Bellachini.

Vier neue Orte, ein Museumszug und viel Hafenluft

Erstmals nehmen die Botschaft der Wildtiere, die Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, das Kunstzentrum Parabel und die Historische S-Bahn Hamburg teil. In der Botschaft der Wildtiere geht es um heimische Wildtiere, ihre Lebensräume und Artenschutz. Interaktive Stationen, Exponate, ein Naturfilmkino und eine Lernwerkstatt gehören zum Angebot.

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Die Israelitische Töchterschule gibt Einblicke in das Leben und den Schulalltag jüdischer Kinder und Jugendlicher – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zur Verfolgung im Nationalsozialismus. Parabel zeigt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit bekannten und neu zu entdeckenden Positionen ausgehend von Hamburg.

Bei der Historischen S-Bahn Hamburg steht der Museumszug 472 062. Er wurde 1984 als letzter Triebzug der Baureihe 472/473 in Dienst gestellt und war 37 Jahre im Hamburger S-Bahn-Betrieb unterwegs. Ein Stück Nahverkehrsgeschichte, das sonst nicht einfach an jeder Ecke herumsteht.

Im Hafen wird ebenfalls einiges geboten. Das Deutsche Hafenmuseum plant Vorführungen des Reepschläger-Handwerks; außerdem gibt es einen Mini-Hyrox-Parcours. Bei der Stiftung Hamburg Maritim können historische Schiffe besichtigt werden. Beim „OPEN SHIP“ stehen die SCHAARHÖRN, die BLEICHEN und der Lotsenschoner No. ELBE offen.

Das Dampfschiff „Schaarhörn“ wurde 1908 in Hamburg-Steinwerder als Peildampfer gebaut. Am Aktionstag kann der historische Dampfer kostenlos besichtigt werden – vermutlich inklusive jener leicht salzigen Hafenluft, die sich hartnäckig in Jacken festsetzt.

Führungen, Siebdruck und kuriose Siel-Funde

Die Hamburger Kunsthalle schickt den Comedian und Kunsthistoriker Jakob Schwertfeger auf eine Führung durch 1.000 Jahre Kunstgeschichte. Im Kunsthaus Hamburg gibt es einen Kreativ-Workshop, am Energieberg Georgswerder ist eine Halloween-Feier für Familien geplant.

Im Gängeviertel lädt das vor–gänge. museum für alternative Stadt zum Live-Siebdruck eigener oder bereitgestellter Kleidung ein. Das Universitätsmuseum bietet gerappte Ausstellungsführungen an. Im WasserForum warten kuriose Fundstücke aus Hamburgs Abwassersielen auf Kinder und Familien. Das Woods Art Institute setzt auf Kreativangebote in der Malschule.

Wer lieber tüftelt, kann im Museum der Arbeit Vorführungen zu 3D-Druck, Lasercutting, Buchdruck und Lithografie ansehen. Im Deutschen Hafenmuseum laufen die Reepschläger-Vorführungen, bei der Stiftung Hamburg Maritim heißt es OPEN SHIP. Und am Energieberg Georgswerder darf bei der Familien-Halloween-Feier vermutlich auch ein bisschen Grusel dabei sein.

Die Aktion geht auf einen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft aus dem Jahr 2018 zurück. Seitdem gewähren staatliche Hamburger Museen am Reformationstag freien Eintritt; zunehmend schließen sich private Museen an. Ziel des Aktionstags ist es, den Austausch zwischen Religionen und Weltanschauungen zu fördern und allen Hamburger*innen Museumsbesuche zu ermöglichen. Der Museumsdienst Hamburg koordiniert das Programm im Auftrag der Behörde für Kultur und Medien.

Eine Übersicht über alle teilnehmenden Häuser, das Begleitprogramm und mögliche Anmeldungen gibt es unter www.seeforfree.de. Dort lässt sich auch ein persönlicher Tagesplan erstellen; unter www.seeforfree.de/meine-tour können Besucher eine individuelle Museumstour zusammenstellen und Veranstaltungen vormerken. Zusätzliche Informationen bietet die App „Kulturpunkte Hamburg“.