Studie enthüllt: Diese Faktoren gefährden Ihre psychische Gesundheit!
In der jüngsten Studie von Prof. Dr. Annett Lotzin und ihrem internationalen Forschungsteam geht es darum, wie Menschen psychisch auf die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie reagiert haben. In der Fachzeitschrift Psychological Medicine beschreibt die Studie nicht nur Symptome von Anpassungsstörungen, sondern analysiert auch, welche Faktoren das Wohlbefinden in Krisenzeiten beeinflussen. Die Daten basieren auf einer umfassenden Untersuchung von über 15.000 Erwachsenen aus elf europäischen Ländern, die im Rahmen der ADJUST-Studie über drei Messzeitpunkte hinweg erhoben wurden.
Die Forschung verwendete moderne Methoden des maschinellen Lernens, genauer gesagt Mixed-Effects Random Forests, um 245 potenzielle Risiko- und Schutzfaktoren zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem Unsicherheit über die Dauer und die Risiken der Pandemie, ein schlechter Gesundheitszustand, soziale Isolation, Konflikte im häuslichen Umfeld sowie der Verlust von Alltagsstrukturen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Anpassungsstörungen hatten. Auch Infektionsängste und eingeschränkte soziale Kontakte gehörten zu den bedeutsamen Faktoren.
Psychische Gesundheit während der Pandemie
Diese neuesten Erkenntnisse finden ein beunruhigendes Echo in anderen Studien zur psychischen Gesundheit während der Pandemie. So zeigt eine Erhebung des Robert Koch-Instituts, wie stark die COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit der deutschen Bevölkerung gewirkt hat. Die Untersuchung, die seit 2019 bis zur ersten Jahreshälfte 2022 läuft, beleuchtet die Entwicklung depressiver und angstsymptome in verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Die Auswertung zeigt, dass zwischen April 2019 und Juni 2022 depressive Symptome in der Bevölkerung einen Rückgang zu Beginn der Pandemie erlebten, jedoch ab Herbst 2020 wieder anstiegen und 2022 mit 17 % einen neuen Höchststand erreichten. Besonders betroffen waren Frauen, jüngere Erwachsene und Menschen über 65 Jahren. Bei den Angstsymptomen konnten ähnliche Anstiege beobachtet werden, die von 7 % im Jahr 2021 auf 11 % im Zeitraum März bis Juni 2022 anstiegen.
Fazit und Ausblick
Die Ergebnisse der diversen Studien verdeutlichen den dringenden Bedarf an gezielten Präventions- und Unterstützungsangeboten, um besser auf zukünftige Krisensituationen vorbereitet zu sein. Wie Prof. Dr. Annett Lotzin anmerkt, könnte die moderne Methode des maschinellen Lernens künftig eine zentrale Rolle in der psychologischen und epidemiologischen Forschung spielen und helfen, die psychische Gesundheit in Krisenzeiten besser zu schützen. Die durchgeführten Analysen liefern wertvolle Erkenntnisse, die zeitnah in präventive Maßnahmen umgesetzt werden sollten.
Für weitere Informationen und vertiefende Daten zu den Ergebnissen der Studien setzen Sie sich mit den veröffentlichten Quellen in Verbindung: Medical School Hamburg, Robert Koch-Institut, DGPPN.
