Universität Münster startet 3 Millionen Euro Projekt zur Demokratiebildung
Das Lehramtsstudium an der Universität Münster erlebt mit dem Projekt „Durch Mitgestaltung zur Verantwortungsübernahme: Partizipation als Schlüssel zur Förderung übergreifender Kompetenzen im Lehramtsstudium“ (MIT-PART) einen Neuanfang. Wie uni-muenster.de berichtet, wird dieses Vorhaben durch die Hamburger Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ mit rund drei Millionen Euro gefördert und startet im Juli 2026 mit einer Laufzeit von vier Jahren.
Das Ziel des Projekts ist ambitioniert: Es soll Demokratiebildung, Nachhaltigkeit und berufliche Orientierung im Lehramtsstudium intensiv fördern. Prof. Dr. Ulrike Weyland, Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität, hebt hervor, wie wichtig es ist, dass angehende Lehrkräfte auf die Herausforderungen in den Schulen vorbereitet werden. Sie betont die Notwendigkeit, dass Studierende Verantwortung übernehmen und diese Werte an ihre zukünftigen Schülerinnen und Schüler weitergeben.
Kompetenzen und Inhalte im Fokus
Ein zentraler Aspekt von MIT-PART ist die Entwicklung konkreter Unterrichts- und Schulszenarien. Hierbei arbeiten Lehramtsstudierende eng mit Dozenten, Schulen und Praxispartnern zusammen. Die Themen, die behandelt werden, reichen von der Desinformation durch Künstliche Intelligenz über Konfliktmoderation bis hin zu Quellenkritik und der Schaffung digitaler Lernumgebungen. Auch studentisch verantwortete Foren stehen auf dem Programm.
Wesentliche Kompetenzen, die durch das Projekt gefördert werden, sind Urteils-, Konflikt- und Kooperationsfähigkeit sowie Problemlösungskompetenz. Zudem erlernen die Studierenden die Grundlagen von Mitbestimmung, die Moderation kontroverser Debatten und eine nachhaltige Entscheidungsfindung. Diese Fähigkeiten sind unerlässlich, um mit gesellschaftlichen Konflikten konstruktiv umzugehen. Der Aufbau der Kompetenzen wird systematisch in den Studienmodulen verankert und durch Prüfungsleistungen nachvollziehbar gemacht.
Demokratiebildung als zentrale Aufgabe
Demokratiebildung ist mehr als nur ein Schlagwort; sie ist eine der Kernaufgaben der schulischen Bildung. Die Kultusministerkonferenz beschreibt, dass es darum geht, den Schülerinnen und Schülern ein Verständnis der komplexen modernen Gesellschaft zu vermitteln. Hierbei stehen Werte wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Gerechtigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und Frieden im Vordergrund. Schulen sind gefordert, ein Wertesystem zu vermitteln, das den Prinzipien des Grundgesetzes entspricht und nicht wertneutral ist.
Die Empfehlung „Demokratie als Ziel, Gegenstand und Praxis historisch-politischer Bildung und Erziehung in der Schule“, verabschiedet von der Kultusministerkonferenz, zeigt, wie die Schulen auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen reagieren können. Damit wird klar, dass Demokratiebildung nicht nur eine Aufgabe des Unterrichts, sondern ein ganzheitlicher Bildungsauftrag ist.
Die Initiative an der Universität Münster ist also nicht nur ein Schritt zur Verbesserung der Lehramtsausbildung, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur Stärkung der Demokratiebildung in Deutschland. Das Projekt MIT-PART zeigt, wie Bildung aktiv gestaltet werden kann, um künftige Lehrkräfte auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft vorzubereiten und deren Rolle in der Vermittlung wichtiger Werte zu stärken.
