Wasserrohrbrüche legen Hamburgs Verkehrsachsen lahm
Nach zwei Wasserrohrbrüchen in Hamburg haben wieder alle Haushalte Zugang zur Trinkwasserversorgung. Betroffen waren die Fuhlsbüttler Straße in Ohlsdorf und die Amsinckstraße in Hammerbrook. Die Schäden ereigneten sich am Mittwoch; aus mehreren Stadtteilen wurden Probleme mit dem Wasserdruck gemeldet.
Hamburg Wasser hatte das defekte Leitungsstück bereits am Vortag ausgetauscht. Nach den vorgeschriebenen Spülungen und Wasserproben wurde die Versorgung der angeschlossenen Häuser am Abend wieder aufgenommen. Rund 25 Hausanschlüsse an der Fuhlsbüttler Straße waren bis dahin über einen Wasserwagen versorgt worden. Der Rohrbruch in der Amsinckstraße hatte dagegen keine Auswirkungen auf die Wasserversorgung von Haushalten.
Gesperrte Straßen und lange Umwege
Die Straßen an den Schadensstellen bleiben zunächst gesperrt, teilweise sind auch Nebenstraßen nicht befahrbar. Nach den Leitungsarbeiten soll die Fahrbahn wieder aufgebaut werden. Dafür ist eine Fachfirma mit einem Tiefbauteam das gesamte Wochenende vor Ort. Die Fuhlsbüttler Straße bleibt laut Hamburg Wasser voraussichtlich noch mehrere Tage gesperrt; wie lange beide Sperrungen insgesamt dauern, ist noch unklar.
Die Amsinckstraße verbindet die Innenstadt mit Hamburgs Osten und dem Süden der Stadt und ist damit eine wichtige Verkehrsachse. Südlich des Hauptbahnhofs kam es im Berufsverkehr erneut zu stockendem Verkehr, wenn auch weniger als am Vortag. Rund um die Amsinckstraße, vor allem auf dem Heidenkampsweg, staute es sich in alle Richtungen. Autofahrer müssen mit erheblichen Verzögerungen rechnen. Die Fahrspuren stadtauswärts sind weiterhin befahrbar.
Im Süden Hamburgs staute sich der Verkehr am Donnerstagmorgen auf der stadteinwärts führenden B75 zwischen Wilhelmsburg und Wallstraße zeitweise auf mehr als fünf Kilometer. Manche Autofahrer brauchten mehr als eine Stunde länger, auch Nebenstraßen waren im Berufsverkehr stark belastet. Die Polizei empfiehlt, beide Sperrungen weiträumig zu umfahren. Hammerbrook und die HafenCity sollten möglichst gemieden werden.
Reparatur an der Amsinckstraße dauert länger
Die unterspülte Amsinckstraße soll zur genauen Schadenserhebung aufgerissen werden. Die Reparatur der Wasserleitung wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern und soll rund um die Uhr laufen. Bis zum Wochenende soll der Schadensumfang feststehen, Anfang der folgenden Woche will die Verkehrsbehörde einen Sanierungsplan vorlegen.
Um zusätzliche Ausweichrouten zu schaffen, prüft die Verkehrsbehörde, ob geplante Baustellen vorübergehend pausieren können oder Arbeiten außerhalb der Berufsverkehrszeiten stattfinden. Verkehrssenator Anjes Tjarks kündigte an, die Schäden schnell beheben zu lassen. Ob das im Hamburger Verkehrsalltag tatsächlich schnell spürbar wird, entscheidet sich nun an Baustellenplänen, Baggern und der Frage, wo sich der nächste Stau aufbaut.
In Ohlsdorf ist die Verkehrslage laut Verkehrsleitzentrale entspannter. Die gesperrte Fuhlsbüttler Straße kann über die Sengelmannstraße oder großräumig über Poppenbüttel umfahren werden. Dabei muss die bereits länger gesperrte Wellingsbütteler Landstraße berücksichtigt werden. Die Fuhlsbüttler Straße verbindet Barmbek-Nord und Ohlsdorf – für viele Wege bleibt also nur der Umweg.
Feuerwehr mehrfach im Einsatz
Die Feuerwehr war wegen der Wasserschäden mehrfach im Einsatz. Während an der Fuhlsbüttler Straße zeitweise Wasserwagen die Versorgung der betroffenen Hausanschlüsse sicherstellten, blieb die Trinkwasserversorgung an der Amsinckstraße für die Haushalte erhalten. Nun geht es vor allem um die beschädigten Straßen und die Verkehrsfolgen, die sich bis in den Süden Hamburgs ziehen.
Von der Uni Hamburg aus wirkt das zunächst wie eine Nachricht über zwei einzelne Straßen. Im Alltag hängen daran aber Bus- und Autofahrten, Lieferwege und der morgendliche Weg zur Arbeit. Wer heute unterwegs ist, sollte die Sperrungen großzügig umfahren – und für die Amsinckstraße lieber etwas mehr Zeit einplanen.
