Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Philipps-Universität Marburg (UMR) haben einen gemeinsamen Antrag für den Titel „Exzellenzuniversität“ eingereicht. Dieser Verbundantrag trägt den Namen H_CORE – Hessian Collaboration for Research Excellence und wurde am 6. und 7. Mai 2026 in Gießen von einem international besetzten Gremium begutachtet. Die Entscheidung über die Vergabe des Titels findet am 2. Oktober 2026 statt. Bis dahin heißt es, Daumen drücken!
Was genau steckt hinter H_CORE? Ziel dieses Antrags ist der Ausbau der Forschungsexzellenz, die Entwicklung von Talenten und der Wissenstransfer. Die Kooperation zwischen Gießen und Marburg basiert auf einer langjährigen Zusammenarbeit im Forschungscampus Mittelhessen, der auch die Technische Hochschule Mittelhessen als assoziierte Partnerin umfasst. Unterstützung erhalten die beiden Universitäten zudem vom Universitätsklinikum Gießen-Marburg sowie vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen, was die Stärke und den interdisziplinären Ansatz dieses Projekts unterstreicht.
Exzellenzcluster und Zusammenarbeit
Die JLU und die UMR haben in der ersten Förderlinie der Exzellenzstrategie der deutschen Hochschulen insgesamt vier Exzellenzcluster erfolgreich eingeworben. Diese Cluster umfassen spannende Themengebiete, die nicht nur die wissenschaftliche Landschaft in der Region bereichern, sondern auch einen hohen gesellschaftlichen Nutzen versprechen.
- TAM (The Adaptive Mind): Hier wird an den grundlegenden Prozessen der menschlichen Wahrnehmung, des Denkens und Verhaltens geforscht.
- CPI (Cardiopulmonary Institute): Ein Schwerpunkt liegt auf kardio-pulmonalen Forschungen und der Entwicklung von Therapien für Herz- und Lungenerkrankungen.
- POLiS (Post Lithium Energy Storage): Ziel ist die Entwicklung leistungsfähigerer und umweltfreundlicher Energiespeicher.
- M4C (Microbes for Climate): Der Cluster fokussiert sich auf den Zusammenhang zwischen Mikroben und Klima.
Ein besonders bemerkenswerter Aspekt ist, dass die JLU eine der erfolgreichsten Universitäten in der bundesweiten Exzellenzstrategie ist. Bei mehreren Clustern arbeiten sie eng mit anderen renommierten Institutionen zusammen, um wissenschaftliche Fortschritte voranzutreiben. So kooperiert die JLU im Rahmen des Clusters TAM mit der Technischen Universität Darmstadt und im CPI mit der Goethe-Universität Frankfurt sowie dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim. Im Cluster POLiS wird mit der Universität Ulm und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammengearbeitet.
Die Bewerbungen um den Titel „Exzellenzuniversität“ sind hoch im Kurs: Im Wettbewerb sind insgesamt elf Bewerbungen für maximal fünf Plätze unterwegs. Das spricht für die dynamische und lebhafte Forschungsszene in Deutschland. Wettbewerbe wie dieser fördern nicht nur die Qualität der Forschung, sondern auch die internationale Sichtbarkeit der Universitäten.
Am 2. Oktober 2026 wird sich zeigen, ob die Anstrengungen von Gießen und Marburg mit dem Titel belohnt werden. Die Nachricht bleibt bis zur Verkündung spannend – und nicht zuletzt bleibt zu hoffen, dass die Zusammenarbeit der beiden Universitäten neue Impulse für die Forschung in der Region bringt.