In Nürnberg hat das KIDaS-Projekt, das sich mit der Entwicklung einer KI-gestützten Datenplattform für soziale Dienstleistungen beschäftigt, sein Auftakttreffen abgehalten. Hier trafen sich vier Projektpartner sowie der Projektträger, um die nächsten Schritte zu koordinieren und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Das Vorhaben hat einen klaren Fokus: Über zwei Millionen Menschen in Deutschland beziehen Sozialhilfe nach dem SGB XII, jedoch sind die Herausforderungen im sozialen Sektor enorm. Lange Wartezeiten, unpassende Angebote und fragmentierte Informationssysteme machen die Situation nicht einfacher.

Die Problematik für Sozialarbeiter ist der hohe manuelle Koordinationsaufwand, der bei der Vermittlung von sozialen Dienstleistungen anfällt. Um dies zu ändern, verfolgt KIDaS das Ziel, eine innovative Datenplattform zu schaffen, die Leistungsträger wie Sozialämter, Leistungserbringer wie soziale Einrichtungen und Leistungsempfänger besser vernetzt. Dies soll die Koordination sozialer Dienstleistungen maßgeblich verbessern und den Wissensaustausch fördern.

Künstliche Intelligenz als Lösung

Mit Hilfe von spezialisierten KI-Agenten wird die Plattform Informationen automatisiert erfassen und analysieren. Diese KI-Agenten werden sowohl als Web-Crawler als auch als „Service-Sonar“ eingesetzt, um Bedarfe und Versorgungslücken zu identifizieren. Professor Jan Marco Leimeister von der Universität Kassel, die für die Forschung zu verantwortungsvoller KI zuständig ist, hebt hervor, dass diese Technologie neue Maßstäbe hinsichtlich der Service-Innovation setzen könnte.

Eine transparente, offene Datenbasis ist das Herzstück von KIDaS. Sie soll dazu dienen, soziale Dienstleistungen sichtbar und zugänglich zu machen. Das Ziel ist es, Angebot und Nachfrage besser auszubalancieren und gleichzeitig die Innovationskraft in der Sozialwirtschaft zu stärken. Aktuell bleibt die hohe Nachfrage nach sozialen Angeboten häufig ungenutzt, da bestehende digitale Plattformen oft unzureichend, pflegeintensiv und veraltet sind.

Ein Projekt, das verbindet

KIDaS wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern durchgeführt. Neben der Universität Kassel sind die FAU, die ANLEI-Service GmbH sowie die Dataciders PRODATO GmbH involviert. Auch mehrere Value Partner, darunter der Landeswohlfahrtsverband Hessen und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, unterstützen das Projekt. Gefördert wird KIDaS mit über 1,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Fördermaßnahme „DigiNutzenDat“. Dies zeigt den hohen Stellenwert, den die digitale Transformation im Bereich sozialer Dienstleistungen hat.

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In den kommenden drei Jahren wird die Plattform entwickelt und in Pilotregionen getestet. Ein strukturiertes Projektmanagement unterstützt den Prozess, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse von Sozial- und Sachbearbeitenden sowie von Leistungsberechtigten stets im Fokus bleiben. Zu Beginn des Projekts soll eine e-Van-Tour durchgeführt werden, um verschiedene Einrichtungen und Verbände zu besuchen und deren Anforderungen zu eruieren.

Insgesamt hat KIDaS das Potenzial, soziale Dienstleistungen grundlegend zu transformieren, indem es den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtert und den Aufwand für alle Beteiligten reduziert. So könnte die Integration von KI nicht nur einen Schritt in die Zukunft der Sozialwirtschaft bedeuten, sondern auch eine Chance, die Lebensqualität vieler Menschen entscheidend zu verbessern.

Für weitere Informationen über das Projekt und die Entwicklungen besuchen Sie die Seiten der Universität Kassel und des KIDaS-Projekts.