Eine spannende Kombination aus Tradition und Moderne steht im Mittelpunkt eines neuen Projekts der Universität Greifswald. Anlässlich des 150. Geburtstags der pommerschen Dichterin Martha Müller-Grählert in diesem Jahr hat das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik (KND) frische Unterrichtsmaterialien entwickelt, die niederdeutsche Gedichte in neuem Licht präsentieren. Am 17. Juni 2026 fand im Pommerschen Landesmuseum die Premiere dieser vertonten Gedichte durch die Band SEESIDE statt, auf die Lehrer*innen und Schulklassen gespannt reagierten.

Die neue Unterrichtshandreichung umfasst zehn Gedichte von Müller-Grählert, die sowohl in Originalversion als auch in einer angepassten Schreibweise präsentiert werden. Lehrkräfte konnten in der begleitenden Fortbildung nicht nur die Materialien durchstöbern, sondern auch die modernen Musikfassungen der Lieder erleben. Ziel des Projekts ist es, die Lyrik der Schriftstellerin zeitgemäß zu zeigen und damit jüngere Generationen zu erreichen.

Die Herausforderungen der Niederdeutschen Lyrik

Das KND hat erkannt, dass die Poesie von Müller-Grählert Schülerinnen und Schülern vor besondere Herausforderungen stellt. Manche haben bereits Erfahrungen mit Niederdeutsch, während andere zum ersten Mal mit dieser Sprache in Berührung kommen. Prof. Dr. Birte Arendt, Projektleiterin, betont die „doppelte Übersetzungsherausforderung“, die entsteht, wenn die Sprache und die Bildsprache der Gedichte es nötig machen, diese sorgfältig zu vermitteln.

Zusätzlich werden die Materialien auch in Deutscher Gebärdensprache (DGS) angeboten, was einen inklusiven Ansatz verfolgt. Hierbei werden die Gedichte sowohl in der Originalsprache als auch in einer Orthographie, die gemäß Herrmann-Winter angepasst ist, zur Verfügung gestellt. Ein Link zu einem Online-Wörterbuch für Mecklenburg-Vorpommern erleichtert den Zugang zu den Inhalten sogar noch weiter, um den Schüler*innen das Verständnis zu erleichtern.

Umfangreiche Werkauswahl

Die Werkauswahl ist vielseitig und umfasst Gedichte aus den bekannten Bänden „Schelmenstücke“ (1907), „Sünnenkringel I“ (1927) und „Sünnenkringel II“ (1932). Darunter sind beliebte Stücke wie „Mine Heimat“, „Kiek ’mal, kiek“ und „Ein Seemann sall dat sin“. Ein wichtiges Ziel des Projekts ist es, die oft wenig bekannten Werke einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen und den Reichtum der niederdeutschen Literatur zu zeigen.

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Lehrkräfte können die kompletten Materialien, die daheim oder im Unterricht genutzt werden können, kostenlos auf der Webseite des KND herunterladen. Diese Initiative unterstreicht das Bestreben, die Kultur und die Sprache der Region nachhaltig zu fördern und erlebbar zu machen. Ansprechpartnerin für weitere Informationen ist Prof. Dr. Birte Arendt vom Institut für Deutsche Philologie an der Universität Greifswald.

Für alle, die mehr über die beeindruckende Lyrik von Martha Müller-Grählert erfahren möchten, gibt es in den Online-Ressourcen der Universität Greifswald und dem niederdeutschen Literaturportal vielfältige Informationen, die die literarische Bedeutung der Dichterin lebendig machen. Weitere Details zur Biografie und den Gedichten finden Interessierte unter den Links von Uni Greifswald, ndt-literatur und niederdeutsche-literatur.