Gießener Chemiker Prof. Schreiner: Auf dem Weg zum Nobelpreis!
Ein neuer Glanzpunkt für die Forschung in Gießen: Prof. Dr. Peter R. Schreiner, ein herausragender Chemiker der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), wurde jüngst in die International Academy of Quantum Molecular Science (IAQMS) gewählt. Diese besondere Ehrung würdigt exzellente Köpfe aus der Quantenforschung, und Schreiners Aufnahme in diese erlesene Gemeinschaft ist ein eindrucksvoller Beleg für seinen Einfluss in der Wissenschaftslandschaft.Uni Gießen berichtet, dass die IAQMS bereits 1967 gegründet wurde und als eine der renommiertesten Institutionen für Quantenchemie und molekulare Quantenphysik gilt. Die Mitgliedschaft ist auf eine begrenzte Zahl an aktiven Forschern weltweit beschränkt, was die Bedeutung dieser Auszeichnung unterstreicht.
Prof. Schreiner, der 2002 die Professur für Organische Chemie an der JLU übernahm, hat in den letzten Jahren durch seine bahnbrechende Forschung zur experimentellen Herstellung von Hexastickstoff (N₆) internationale Aufmerksamkeit erregt. Im Jahr 2025 gelang ihm und seinem Team am Institut für Organische Chemie der Nachweis dieser bislang unbekannten Verbindung, die aus einer Kette von sechs Stickstoffatomen besteht. Diese neue Substanz gilt als die energetischste, die je produziert wurde, und könnte das Potenzial haben, die Raumfahrt zu revolutionieren sowie als umweltfreundlicher Energiespeicher zu fungieren.Gießener Allgemeine hebt hervor, dass N₆ mehr Energie pro Gramm speichert als TNT, was die explosive Kraft dieser Verbindung verdeutlicht.
Wissenschaftlicher Durchbruch
Die Herstellung und Handhabung von N₆ birgt allerdings auch Risiken. Prof. Schreiner führt bereits Gespräche mit Treibstoffforschern über die Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Nutzung von N₆, insbesondere in großen Speicheranlagen in Kraftwerken. Die Handhabung solcher energiereicher Verbindungen verlangt nach besonderen Sicherheitsvorkehrungen, um potenzielle Gefahren zu minimieren.
Seine Arbeit wurde 2023 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewürdigt, und er ist auch Träger der Schrödinger-Medaille sowie des Arthur C. Cope Scholar Award der American Chemical Society (ACS) von 2021. Seit 2025 gilt die Stabilisierung von N₆ als wissenschaftlicher Durchbruch, der in Fachkreisen sogar als nobelpreiswürdig erachtet wird. Dennoch bleibt Prof. Schreiner bescheiden: Er beschäftigt sich nach eigenen Angaben nicht mit der Wahrscheinlichkeit eines Nobelpreises, sondern sieht seine Entdeckung eher als das Öffnen einer Tür zu unbekannten Möglichkeiten.
Vielseitige Forschungsleistungen
Schreiners akademische Laufbahn ist beeindruckend: Er wurde in Nürnberg geboren, studierte Chemie an der Universität Erlangen-Nürnberg und absolvierte seine Promotion in organischer Chemie in Erlangen sowie in theoretischer Chemie an der University of Georgia in den USA. Mit fast 500 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften, darunter renommierte Journale wie „Science“ und „Nature“, hat er sich einen festen Platz in der Forschungswelt erarbeitet.
Mit seiner Wahl in die IAQMS wird sein herausragender Beitrag zur Chemie erneut gewürdigt und zeigt, dass Gießen nicht nur ein Zentrum für studentenfreundliche Initiativen, sondern auch für Spitzenforschung ist. Es bleibt spannend, wie sich die Entwicklungen rund um Hexastickstoff weiter entfalten und welche Impulse sie für die Chemie und darüber hinaus setzen werden.
