Am 28.04.2026 erlangte die Bucerius Law School einen beeindruckenden Erfolg, indem sie zum fünften Mal in Folge den Wettbewerb „Law Without Walls“ (LWOW) gewann. Dieser Wettbewerb fand an der NOVA School of Business and Economics in Portugal statt und brachte rund 180 Studierende sowie Mentor:innen aus der ganzen Welt zusammen. Die Gewinnerin Kübra İslamoglu Bayer und ihr Team entwickelten eine innovative KI-Anwendung namens Leggy, die Kanzleien dabei unterstützt, KI-Anwendungsfälle strategisch zu identifizieren, zu bewerten und zu entwickeln.
LWOW vereint Jurist:innen, Wirtschaftsexpert:innen und Studierende und fördert die Zusammenarbeit zur Schaffung praxisnaher Lösungen an der Schnittstelle von Recht, Wirtschaft und Technologie. Diese Initiative, die 2011 von Michele DeStefano ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile zu einem bedeutenden internationalen Netzwerk entwickelt, das über 3000 Mitglieder umfasst. Ziel ist es, innovative Ansätze vorzantreiben und die relevanten Kompetenzen für moderne Fachkräfte zu entwickeln. Dies schließt Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kommunikation und Projektmanagement ein, die in der heutigen Berufswelt immer wichtiger werden. lawwithoutwalls.org berichtet, dass die Teilnehmer des Wettbewerbs durch praktische Lernerfahrungen und Teamarbeit in interdisziplinären Gruppen reale Herausforderungen angehen.
Besondere Projekte der Bucerius Studierenden
Im Rahmen des Wettbewerbs wurden auch weitere Projekte von Studierenden des Master of Law and Business (MLB) präsentiert. Diese beinhalten:
- „Pharmasee“ von Anara Balgabekova: Sicherstellung nahtloser Kundenverpflichtungen bei Unternehmensexpansion, gesponsert von Silverman Schermer und The Pharmacy Hub.
- „SAPproved“ von Hediyeh Motalebzadeh: Rolle der Rechtsabteilung als strategischer Berater, gesponsert von EY Law und SAP.
- „iManage Pulse“ von Kaitlin Bakken: Überbrückung der Kluft zwischen Technologie und Nutzung in Rechtsorganisationen, gefördert von iManage und PLMJ.
- Projekt von Khushboo Rajesh Bajaj: Nachweis des Mehrwerts von M&A-Anwälten, gesponsert von White & Case und Legora.
Zusätzlich erhielt ein Team, das von Professor Christopher Bisping betreut wurde, den Publikumspreis für die App „GoMickey“. Diese Anwendung untersucht den Einsatz von KI zur Schaffung personalisierter Erlebnisangebote in Disney-Parks, gesponsert von Dentons und Walt Disney. Diese Projekte unterstreichen das Engagement der Bucerius Law School für zukunftsorientierte juristische Ausbildung und die Integration innovativer Technologien in das Lernen.
Die Zukunft der juristischen Ausbildung
Die Entwicklungen im Bereich KI und Digitalisierung stellen die juristische Ausbildung vor große Herausforderungen. Juristen müssen sich an die sich verändernden Anforderungen des Marktes anpassen. Mag. Dr. Stefan Eder, ein Experte in diesem Bereich, betont, dass die Juristen zunehmend kreativere und strategische Aufgaben übernehmen werden, während routinemäßige Tätigkeiten durch automatisierte Systeme ersetzt werden. Digitale Kompetenzen und ein tiefes Verständnis für Datenmanagement und Automatisierungstechnologien sind unerlässlich geworden. Laut einem Bericht von rsw.beck.de erkennen die deutschen Justizministerien die Notwendigkeit an, die juristische Ausbildung zu transformieren, um den digitalen Fähigkeiten Rechnung zu tragen.
Innovative Ausbildungsansätze wie Hackathons werden als wertvoller Bestandteil der juristischen Bildung hervorgehoben. Diese praxisnahen Lernformate ermöglichen es Studierenden, an realen Herausforderungen zu arbeiten und fördern interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Mentoren und Sponsoren. Solche Initiativen helfen, die Brücke zwischen akademischen Inhalten und praktischen Erfahrungen zu schlagen und Juristen auf die Herausforderungen des KI-Zeitalters vorzubereiten.