Die Welt der Psychologie erlebt aktuell einen spannenden Aufschwung, insbesondere durch die Veröffentlichung der neuesten Ausgabe des Journals „Gestalt Theory“. Am 3. Juni 2026 wurden dort 13 Beiträge zur morphologischen Psychologie vorgestellt. Diese Untersuchung widmet sich der Erforschung menschlichen Erlebens und Verhaltens, und hebt sich durch ihren Ansatz deutlich von der naturwissenschaftlich orientierten Psychologie ab. Der renommierte Psychologe Prof. Dr. Herbert Fitzek hat die Morphologie als gestaltpsychologisches Konzept eingeordnet und trägt damit zur Beliebtheit dieser Disziplin bei, die sich zunehmend in verschiedenen Anwendungsbereichen etabliert, wie etwa der Markt- und Konsumpsychologie, Medienpsychologie, psychologischen Beratung und Sportpsychologie.
Doch was ist eigentlich die morphologische Psychologie? In einem umfassenden Ansatz wird sie als eine “Gestalten-Lehre” und „Verwandlungs-Lehre“ beschrieben, wobei sie eine Übertragung des GOETHE schen Wissenschafts-Programms auf die Psychologie darstellt. Wilhelm Salber, der diese Disziplin seit den 1950er Jahren entwickelt hat, legte den Grundstein für eine Psychologie, die über die Grenzen traditioneller naturwissenschaftlicher Ansätze hinausgeht. Dieser alternative psychologische Ansatz basiert auf den Ideen von Wilhelm Dilthey und inkludiert Prinzipien von Größen wie Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud und C. G. Jung.
Die Konferenz „Gestalt – Image – Action“
Zur Feier der Erneuerung dieser Disziplin wird die morphologische Forschung auf der bevorstehenden Konferenz „Gestalt – Image – Action“ vom 16. bis 19. September 2026 in Berlin präsentiert. Die Veranstaltung findet sowohl an der Humboldt Universität als auch im Humboldt Forum (Stadtschloss) statt. Studierende haben die Möglichkeit, an dieser inspirierenden Tagung zu einem Vorzugspreis von lediglich 25 Euro teilzunehmen. Teilen von Wissen und Austausch stehen im Mittelpunkt der Konferenz, die ein breites Publikum genießen darf.
Eine kulturoffene Perspektive
Ein zentrales Ziel der morphologischen Psychologie ist es, menschliches Erleben in seinen Entwicklungen und Metamorphosen zu beschreiben. Sie verzichtet auf messende Konstrukte anderer Disziplinen und bietet stattdessen ein differenziertes Bild seelischer Phänomene. Dabei charakterisiert sich die morphologische Psychologie durch ihre qualitative, kulturanalytische und tiefenpsychologische Ausrichtung. Sie sieht den Alltag als einen Schauplatz seelischer Prozesse und fungiert somit als kultur-kritische Psychologie, die Veränderungen auf inspirierende Weise begleitet. Der Rückentext von ZWISCHENSCHRITTE 2-1992 beschreibt die Morphologie als Annäherung an das Seelische im Alltag, was ihr zusätzliches Verständnis und Relevanz verleiht.
Die gegenwärtige Veröffentlichung und die bevorstehenden Veranstaltungen stellen nicht nur einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der morphologischen Psychologie dar, sondern auch eine Brücke zu neuen Perspektiven im Verständnis von psychologischen Phänomenen. In diesem geistigen Klima sind Inspiration und Austausch unerlässlich, um neue Wege im Umgang mit menschlichem Erleben und Verhalten zu entdecken.