In der Welt der Chemie-Didaktik gibt es spannende Neuigkeiten: Prof. Dr. Annette Marohn von der Universität Münster wird am 1. Juli mit dem „Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften“ ausgezeichnet. Diese Ehrung dient der Anerkennung herausragender Leistungen in der Hochschullehre. Besonders hervorzuheben ist, wie Marohn es versteht, Chemieunterricht nicht nur als ein Fachgebiet, sondern als ein Werkzeug zur Demokratiebildung zu nutzen. Dabei vermittelt sie ihren Studierenden wertvolle Kompetenzen und eine kritische Herangehensweise an Informationen.

Aber wie gelingt es ihr, Chemie so spannend zu gestalten? Die Antwort liegt in ihrer kreativen Unterrichtsgestaltung. Durch innovative Methoden wie Escape Games, digitale Lernumgebungen sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sie ein Lehrumfeld geschaffen, das den Studierenden viel mehr als nur chemisches Wissen vermittelt. Auf einfache Weise, zum Beispiel mit dem Auflösen von Brausetabletten in Wasser oder dem Erzeugen von Seifenblasen, begeistert sie ihre Lernenden für chemische Phänomene und regt gleichzeitig zum Nachdenken an.

Demokratiebildung durch Chemie

Ein zentraler Aspekt in Marohns Lehre ist die Demokratieförderung. In ihrem Seminar „Innovative Unterrichtskonzepte zur Demokratiebildung“ lernen ihre Studierenden, wie Erwartungen die Wahrnehmung beeinflussen. So erzeugt sie emotionale Momente und kritische Reflexion durch praktische Übungen, etwa bei der Herstellung von Aromastoffen, die sie mit unterschiedlichen Bezeichnungen präsentiert. Dies verdeutlicht, wie Wahrnehmungen durch Erwartungen verzerrt werden können, ein Wissen, das in der heutigen Zeit, geprägt von Fake News und Informationsflut, von immenser Bedeutung ist.

Marohn thematisiert auch den sogenannten „Wahrheits-Bias“, der die Verbreitung von Falschinformationen begünstigt. Ihr praxisorientierter Lehransatz zielt nicht nur auf Fachwissen ab, sondern auch auf Persönlichkeitsbildung. Die Studierenden haben die Chance, Konzepte für den naturwissenschaftlichen Unterricht in Forschungsprojekten zu entwickeln und deren Wirksamkeit kontinuierlich zu verbessern – und das über vielfältige, fächerübergreifende Themen wie nachhaltige Entwicklungen.

Ein Blick in die Zukunft

Der „Ars legendi-Fakultätenpreis“ stellt sowohl eine Auszeichnung als auch einen Anreiz dar, weiterhin innovative Lehrmethoden zu fördern. In einer Zeit, in der Theorie und Praxis mehr denn je in Einklang gebracht werden müssen, wird Marohns Ansatz auch von Lehramtsstudierenden stark gewünscht. Diese wünschen sich eine engere Verzahnung von theoretischen Inhalten und praktischen Erfahrungen während ihres Studiums.

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Doch die Entwicklungen in der Chemiedidaktik beschränken sich nicht nur auf Münster. An anderen Hochschulen werden ebenfalls Forschungsprojekte realisiert, die der Diversität und Inklusion im Chemieunterricht gewidmet sind. Ein Fokus liegt hier beispielsweise auf Mädchen mit Migrationshintergrund, die durch spezielle Coachings in den Naturwissenschaften gefördert werden, wie es in verschiedenen Dissertationen und Sammelbänden dokumentiert ist, unter anderem von Prechtl und anderen.Hier finden sich zahlreiche Publikationen, die den aktuellen Stand der Wissenschaft beleuchten.

Mit dem bevorstehenden Preis und ihren innovativen Lehransätzen zeigt Prof. Dr. Annette Marohn, dass Chemieunterricht weit über das bloße Vermitteln von Fakten hinausgeht. Es handelt sich um einen aktiven Prozess der Bildung, der junge Menschen dazu befähigt, kritisch zu denken und sozial verantwortliche Bürger:innen zu werden.