Am 8. Juni 2026 kündigte die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ein bevorstehendes Festival an, das sich mit einem der drängendsten Themen unserer Zeit beschäftigt: der digitalen Desinformation durch Technologien wie Deepfakes. Das Fake News Festival, das vom 18. bis 20. Juni stattfindet, wird unter dem Motto „Angriff auf die Wirklichkeit – Wie sicher sind wir im digitalen Raum?“ eröffnet. Die Veranstaltung zielt darauf ab, die Herausforderungen und Chancen, die mit KI-manipulierten Inhalten verbunden sind, intensiv zu diskutieren.
Die Eröffnungsdiskussion wird von Riccardo Vaccaro, Wissenschaftsjournalist bei „Quarks“ in der ARD, moderiert und umfasst Experten wie Theresia Crone, die sich für ein Verbot pornografischer Deepfakes einsetzt, sowie Prof. Dr. Nella Sayatz von der Viadrina und Dr. Jonas Fegert vom Karlsruher Institut für Technologie. Die Veranstaltung wird auch den Staatssekretär Dr. Jörg Treffke aus dem Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg begrüßen.
Vielfältiges Programm
Das Programm des Festivals bietet über 50 Aktivitäten, darunter Workshops und wissenschaftliche Runden. Die Höhepunkte umfassen mehrere Keynotes, unter anderem von Ramak Molavi Vasse’i am 18. Juni und Dr. Romy Jaster am 19. Juni. Zudem findet um 20 Uhr eine Filmvorführung statt, bei der die Autorin Kristin Siebert ihren Dokumentarfilm „Hirschhausen und die Deepfake-Mafia“ präsentiert. Der Eintritt ist frei, was es einem breiten Publikum ermöglicht, sich mit den Themen auseinanderzusetzen.
Die Vielzahl an Programmpunkten wird in deutscher und englischer Sprache angeboten und richtet sich an alle Altersgruppen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Sensibilisierung für die Risiken von Desinformation und der Förderung von Medienkompetenz, die als essentiell angesehen wird, um die digitale Welt aktiv und sicher nutzen zu können.
Die Wahrnehmung von Deepfakes in der Gesellschaft
Eine aktuelle Studie zu Deepfakes, die in der Schweiz durchgeführt wurde, bietet einen aufschlussreichen Kontext zur Diskussion. Diese Technologie ermöglicht die Erzeugung täuschend echter Audio- und Videoinhalte, während die breite Öffentlichkeit noch überwiegend skeptisch bleibt. Nur etwa 50% der Befragten hatten bereits von Deepfakes gehört, und noch weniger hatten praktische Erfahrungen damit. Größtenteils werden Deepfakes als Risiko wahrgenommen, das insbesondere Journalismus und Demokratie gefährden kann.
Die Studie hebt hervor, dass nur 2% der Befragten Deepfakes erstellt haben und lediglich 3% Erfahrung mit deren Verbreitung haben. Dies zeigt, dass das Thema in der breiten Bevölkerung noch weitgehend unbekannt ist. Bei der Unterscheidung zwischen echten und manipulierten Inhalten haben viele Schwierigkeiten, besonders wenn die Qualität der Videos hoch ist. Die Gefahren reichen von Identitätsbetrug bis hin zu Rufschädigung, was auch in wirtschaftlichen Kontexten Besorgnis auslöst.
Politiker und Experten fordern daher, dass sowohl die Politik als auch die Gesellschaft proaktive Maßnahmen ergreifen, um sich der Herausforderungen bewusst zu werden, die durch die fortschreitende Technologie entstehen. Handlungsempfehlungen beinhalten unter anderem die Verbesserung der Medienkompetenz, staatliche Regulierungen zur Bekämpfung von Desinformation und die Etablierung von Standards in der Berichterstattung.
Die Veranstaltung an der Viadrina bietet eine wertvolle Plattform, um diese Themen zu adressieren und die Öffentlichkeit aufzuklären. Angesichts der technologischen Entwicklungen ist es unerlässlich, dass kontinuierlich über die Chancen und Risiken von Deepfakes informiert wird.
Das Fake News Festival steht somit im Zeichen einer zunehmend komplexen digitalen Realität und möchte dazu beitragen, den Umgang mit Desinformation und KI-Technologien aktiv zu gestalten. Informationen zur Anmeldung und zum vollständigen Programm sind auf der Webseite des Festivals verfügbar: Europa-Universität Viadrina.
Aktuelle Studien, wie die von Fraunhofer ISI, unterstreichen die Notwendigkeit, das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen und auf die verantwortungsvolle Nutzung von Technologien hinzuarbeiten.