Uni Bielefeld, 24.10.2026 – An der Schweriner Straße beginnt für ein neues Rechenzentrum der Stadtwerke Bielefeld der dauerhafte Betriebsabschnitt. Nach mehreren Jahren Bau- und Planungsarbeit haben die Stadtwerke das erweiterte Zentrum in Betrieb genommen. Parallel verlagert die Universität Bielefeld ihre IT-Systeme in dafür vorgesehene Bereiche.

Die Universität bleibt dabei für ihre Systeme selbst verantwortlich. Nötig wird der Umzug, weil bei der Sanierung des Universitäts-Hauptgebäudes die bisherigen Rechenzentrumsflächen wegfallen. Mehr als 600 Quadratmeter mietet die Hochschule am neuen Standort. Dort sollen Datenverarbeitungssysteme für Verwaltung, Lehre und Wissenschaft untergebracht werden – sicher, verfügbar und effizient betreibbar.

Zwei Einrichtungen, ein Standort

Stadtwerke und Universität haben eine Partnerschaft vereinbart, die zunächst auf 20 Jahre angelegt ist. Beide bündeln damit ihre IT-Kompetenzen, ohne ihre jeweiligen Aufgaben aus der Hand zu geben. Für die Universität entstehen zusätzliche Kapazitäten während der Sanierung ihres Hauptgebäudes; die Stadtwerke erweitern zugleich ihre eigene digitale Infrastruktur.

Das Rechenzentrum soll den IT-Betrieb der Stadtwerke-Unternehmensgruppe und ihrer Kunden sichern. Weitere Kapazitäten stehen externen Kunden zur Verfügung. Platz gibt es für rund 300 Serverschränke, sogenannte Racks. Dazu kommen redundante Systeme für Stromversorgung und Kühlung sowie Sicherheits-, Zugangs- und Brandschutztechnik. Hinter den Türen dürfte es also deutlich kontrollierter zugehen als in manchem Büro kurz vor der Abgabephase.

Die Energieversorgung erfolgt mit Ökostrom und wird durch eine eigene Photovoltaikanlage ergänzt. Mit der Inbetriebnahme beginnt nun die Betriebsphase des Rechenzentrums – nicht mehr Baustelle, sondern laufender Betrieb.

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Was nachhaltige Rechenzentren leisten können

Ein Blick auf das Leibniz-Rechenzentrum, kurz LRZ, zeigt, wohin sich die Debatte über solche Anlagen entwickelt. Das LRZ setzt für einen effizienten und nachhaltigen Betrieb auf innovative Technologien, eigene Forschung und Kooperationen. Sein Strom stammt vollständig aus erneuerbaren Energien. Zur Kühlung der Computer wird warmes Wasser durch die Racks geleitet; die entstehende Abwärme wird zum Heizen genutzt. Inzwischen wärmt die Abwärme der Supercomputer die Büros.

Energieeffizienz gehört dort seit Jahren zum täglichen Betrieb und zur Forschung. Das LRZ arbeitet mit einem Vier-Säulen-Modell: energieeffiziente Hardware und Betriebssoftware, eine effiziente Infrastruktur zur Stromversorgung, die Kühlung der Hochleistungscomputer sowie die Optimierung der Anwendungsprogramme.

Gemeinsam mit Hochschulen und europäischen Forschungsinstituten untersucht das LRZ Hardware, Systemsoftware und Programmierstrategien, um den Energieverbrauch weiter zu senken. Es beteiligt sich außerdem an internationalen Gremien wie der Energy Efficient HPC Working Group und wirkt dort an gemeinsamen Regeln und Standards für einen nachhaltigen Rechenzentrumsbetrieb mit.

Wasser und andere Ressourcen werden sparsam eingesetzt. Ein Kühlkreislauf ermöglicht den Verzicht auf umwelt- und klimaschädliche Kühlmittel, auf den Dächern erzeugt das LRZ eigenen Strom. Forschende erhalten Unterstützung beim nachhaltigen Programmieren; Workshops und Trainings vermitteln Strategien, mit denen Programme weniger Energie verbrauchen. Für die neue Anlage in Bielefeld ist der Betrieb mit Ökostrom und Photovoltaik damit ein Anfang – die eigentliche Arbeit läuft ab jetzt hinter den Racks.