Der Übergang von der Schule zur Hochschule ist für viele Studierende eine herausfordernde Zeit, voller neuer Eindrücke und manchmal auch Unsicherheiten. Laeticia Dreydemy, eine Masterstudentin der Physik, beschreibt den ersten Hörsaalbesuch als einen Moment der Orientierungslosigkeit. Die Unterschiede zwischen den klaren Aufgabenstellungen und Rückmeldungen in der Schule und den Erwartungen an das selbstständige Lernen im Studium sind gewaltig. In der Schule wusste man immer, was gefragt war, während im Studium Vorwissen vorausgesetzt wird, was viele Erstsemester vor Herausforderungen stellt. Uni Potsdam berichtet, dass Dozenten oft Schwierigkeiten bei den neuen Studierenden beobachten, die grundlegende Anforderungen nicht bewältigen können.

Jan Metzger, Mathematik-Professor und Studiendekan, beschreibt den Studienstart als eine Phase, in der sich zeigt, wie gut die Studierenden auf die Herausforderungen vorbereitet sind. In den ersten drei Semestern kommt es zur „Sortierung“ der Studierenden basierend auf ihrem mitgebrachten Wissen. Dieser Prozess verdeutlicht, wie wichtig eine solide Grundlage ist, besonders in MINT-Fächern, die oft Zeit, Ausdauer und Frustrationstoleranz erfordern.

Vorbereitung ist alles

Damit Studierende nicht unvorbereitet ins kalte Wasser springen, bieten viele Hochschulen Vorkurse und Propädeutika an. Diese Einführungsveranstaltungen sind darauf ausgelegt, Schulkenntnisse, insbesondere in Mathematik und Naturwissenschaften, aufzufrischen. Laut MINT in Niedersachsen können solche Vorkurse kostenlos angeboten werden und dauern von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen oder sogar einem ganzen Semester.

Diese Programme sind nicht nur eine hilfreiche Möglichkeit, Kenntnisse aufzufrischen, sondern auch eine Chance, die spezifischen Anforderungen des Studiengangs besser zu verstehen. Zudem können interessierte Schüler Vorkurse oft schon während ihrer Schulzeit absolvieren, was den Einstieg ins Studium erheblich erleichtert. Informationen zu diesen Angeboten sind auf den Webseiten der Hochschulen erhältlich oder können über Studienberatungen eingeholt werden.

Kooperation zwischen Schulen und Hochschulen

Ein weiterer Aspekt, der häufig angesprochen wird, ist die Verantwortung von Schulen und Hochschulen in der Studienvorbereitung. Lehrkräfte machen deutlich, dass sie oft durch curriculare Vorgaben und Prüfungsformate eingeschränkt sind, was die Vorbereitung ihrer Schüler auf ein Studium angeht. Daher ist der Austausch zwischen Schule und Hochschule von großer Bedeutung. Die Universität Potsdam hat mit Brückenkursen, Orientierungsangeboten und geförderten Lehrprojekten begonnen, den Einstieg in die akademischen Lernkulturen zu fördern.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Professor Aiso Heinze stellte das Projekt MaLeMINT vor, das sich zum Ziel gesetzt hat, mathematische Lernvoraussetzungen für MINT-Studiengänge zu entwickeln. Dessen Ergebnisse wurden im Folgeprojekt mintSH digital weitergeführt. Durch solche Initiativen wird der gegenseitige Austausch gestärkt und künftigen Studierenden die Möglichkeit geboten, sich besser auf das Hochschulleben einzustellen.