Campus Beach an der JGU Mainz schließt trotz voller Beachvolleyballfelder unerquicklich
Auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist Schluss mit Sand zwischen den Zehen: Die Beachbar „Campus Beach“ hat seit Ende Oktober 2026 dauerhaft geschlossen. Betreiber Enrico Fischer teilte die Entscheidung am 22. Oktober mit – nach rund eineinhalb Jahren Betrieb.
Eröffnet worden war das Projekt im April 2025, um das studentische Sport- und Freizeitangebot zu erweitern und den Campus zu beleben. Fischer, 32 Jahre alt, Lehrer, früherer JGU-Student und wissenschaftlicher Mitarbeiter, startete den „Campus Beach“ gemeinsam mit seiner Gruppe „Wild Boyz“ und einem Partner.
Zum Gelände gehörten eine Bar, zwei Beachvolleyballfelder und regelmäßige Partys. Gerade die Felder wurden von Studierenden gut genutzt. An Sommertagen kamen durchschnittlich 40 bis 70 Menschen, die Fläche war häufig voll. Das Feedback sei durchweg positiv gewesen, sagt Fischer. Und genau das mache den Abschied schwer.
Voller Sand, leere Kasse
Wirtschaftlich ging die Rechnung trotzdem nicht auf. Der Tagesumsatz lag bei etwa 70 Euro und deckte laut Fischer mit Glück die Personalkosten. Die laufenden Ausgaben für Pacht, Versicherungen, Personal und Logistik überstiegen die Einnahmen deutlich. Hinzu kamen Sicherheitsauflagen und die Reinigung der Beachvolleyballfelder.
Viele Besucher brachten ihr eigenes Picknick, Bier oder Limonade mit. Für die finanzielle Lage der Studierenden habe er Verständnis, erklärt Fischer. Ein privatwirtschaftliches Projekt könne unter diesen Bedingungen aber nicht bestehen. Die gute Auslastung schlug sich schlicht nicht in ausreichenden Umsätzen an der Bar nieder.
Auch zusätzliche Salsa-Abende und Beach-Partys konnten die schwachen Einnahmen im regulären Betrieb nicht ausgleichen. Fischer kritisierte zudem strukturelle Vorgaben und Einschränkungen der Universität bei Veranstaltungen. Für einen langfristigen Betrieb wäre aus seiner Sicht deutlich mehr partnerschaftliche Unterstützung durch die JGU nötig gewesen.
Sechs Vorschläge, keine Fortsetzung
Fischer unterbreitete der Universität sechs Vorschläge, um den Betrieb gemeinsam fortzuführen. Die JGU prüfte diese nach eigenen Angaben, lehnte sie jedoch ab. Die Modelle seien entweder nicht mit den rechtlichen Rahmenbedingungen oder mit dem Ziel eines offenen Campus vereinbar gewesen.
Die Schließung empfindet Fischer einerseits als Entlastung. Andererseits bedauert er das Ende der Bar und erlebt den Campus als zunehmend ruhiger. Weiter- oder wiederbetreiben würde er den „Campus Beach“ trotzdem, falls tragfähige Lösungsvorschläge auf den Tisch kämen. Nach dem aktuellen Stand will er künftig allerdings keine weiteren Projekte mehr in Zusammenarbeit mit der Universität umsetzen.
Seine Gruppe „Wild Boyz“ konzentriert sich wieder auf andere Vorhaben, darunter Food-Trucks in Bad Kreuznach und Bingen. Auf dem Mainzer Campus bleibt immerhin der Sand: Das Beachvolleyballfeld soll laut Universität auch 2027 für Studierende erhalten bleiben.
Neues Konzept für den Campus
Die JGU arbeitet an einem neuen Betriebskonzept. Wie es aussehen wird, ist noch offen. Klar ist nur: Die zwei Felder haben gezeigt, dass Nachfrage vorhanden ist – auch wenn viele Studierende dort lieber selbst mitgebrachtes Essen und Getränke auspackten, statt an der Bar zu kaufen. Der Campus Beach ist weg, der Spielraum im Sand bleibt.
