Cyberangriff legt Universität Leipzig lahm – Hochschulen weltweit im Visier
Die Universität Leipzig bleibt nach dem Hackerangriff vom Mittwochvormittag mindestens über das Wochenende offline. Die Server wurden nach dem Angriff abgeschaltet und sollen frühestens am Montag, dem 2. November 2026, wieder hochgefahren werden. Für Studierende und Beschäftigte heißt das zunächst: Die E-Mail-Programme funktionieren weiterhin nicht.
Ganz still steht der Hochschulbetrieb allerdings nicht. Fakultäten und zentrale Einrichtungen sind inzwischen über ein externes System wieder per E-Mail erreichbar, darunter die Universitätsbibliothek, das Zentrum für Hochschulsport und das Sprachenzentrum. Über eine Ersatz-Webseite unter der bekannten Internetadresse sowie über Instagram informiert die Universität über neue Entwicklungen.
Lehre läuft, Fristen werden verlängert
Lehrveranstaltungen finden weiterhin statt. Die Universitätsbibliothek bleibt auch am Wochenende geöffnet. Für Haus- und Abschlussarbeiten wurde die Abgabefrist bis zum 6. November 2026 verlängert – eine kleine, aber für viele Studierende vermutlich ziemlich wichtige Verschnaufpause.
Die Universität Leipzig hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Nach Angaben der Übersicht von KonBriefing wurden am 28. Oktober 2026 nach einem Angriff auf die IT-Systeme sämtliche Dienste zur Schadensbegrenzung abgeschaltet; die Untersuchung läuft.
Cyberangriffe treffen Hochschulen weltweit
Der Leipziger Vorfall steht in einer langen Reihe von Angriffen auf Hochschulen und wissenschaftsnahe Einrichtungen. Im Oktober 2026 griffen Angreifer an der Universität Rostock auf ein Studierendenkonto und die damit zugänglichen Daten zu. Die Universität bildete einen Krisenstab; zunächst gab es keine Hinweise auf den Diebstahl sensibler Daten. Die Polizei ermittelt.
Ebenfalls am 28. Oktober beeinträchtigte ein Angriff auf den Hosting-Dienstleister die Website der Mississippi Valley State University in Itta Bena, USA. Der Dienstleister arbeitete an der Wiederherstellung. An der Universität Kopenhagen wurden am 26. Oktober nach einem erneuten Angriff mehrere Verwaltungssysteme vorsorglich abgeschaltet; administrative Anwendungen und der Zugriff auf Webseiten waren gestört. Schon im Oktober war dort außerdem eine Testumgebung angegriffen worden. Daten von rund 525.000 Menschen waren zugänglich, darunter Namen, Personenkennziffern und Kontaktdaten. Der reguläre Universitätsbetrieb war nach bisherigen Erkenntnissen nicht beeinträchtigt.
Die Czech Technical University in Prague meldete am 22. Oktober einen abgewehrten Angriff im Zusammenhang mit kritischen PHP-Schwachstellen; einige Systeme wurden vorübergehend abgeschaltet. An der Aarhus University erhielt ein Angreifer am 19. Oktober Zugriff auf einen Server und versuchte erfolglos, die Passwörter von rund 1.700 Nutzern zu ändern. Zunächst gab es keine Hinweise auf den Abfluss vertraulicher Daten. Bei der Yonsei University in Seoul wurden im Oktober personenbezogene Daten von etwa 10.000 Studierenden und Absolventen offengelegt. Der genaue Angriffstag ist unklar.
Auch andere Fälle zeigen, wie unterschiedlich die Folgen ausfallen können: An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg könnten Angreifer am 14. Oktober Daten aus rund 51.000 Studienbewerbungen abgerufen haben, möglicherweise Kontaktdaten und hochgeladene Dokumente. Die Humboldt-Universität zu Berlin isolierte am 12. Oktober nach auffälligen Netzwerkaktivitäten Geräte und Server; eine forensische Untersuchung soll klären, ob Daten abgeflossen sind.
Beim Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg in Reutlingen wurden am 7. Oktober alle Systeme offline genommen, die Internetverbindung getrennt und die Telefonanlage deaktiviert. Ermittlungsbehörden und die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg wurden eingeschaltet. An der Technical University of Denmark in Lyngby erlangten Angreifer am 2. Oktober Zugriff auf das Identitäts- und Berechtigungsmanagement und luden große Datenmengen herunter. Informationen von bis zu 200.000 aktuellen und ehemaligen Nutzern könnten betroffen sein.
In Osaka legte ein Ransomware-Angriff auf die Osaka Metropolitan University rund 500 Server, das Campusnetzwerk und mehrere Hochschulsysteme lahm. Lehrveranstaltungen wurden abgesagt; Daten von mindestens 130.000 Studierenden und Beschäftigten könnten abgeflossen sein. Bei der University of Illinois Chicago College of Medicine wurden im Oktober Daten von Servern entwendet, einige Systeme waren zeitweise unzugänglich. Das Hauptnetz der Universität und die Patientenversorgung waren nach Hochschulangaben nicht betroffen.
Auch digitale Forschungs- und Lernangebote geraten ins Visier. Bei Sapienza Università di Roma drangen Unbekannte am 30. September in die von einem externen Unternehmen betriebene KI-Plattform ChatMinerva in der Erprobungsphase ein. Ermittler prüften, ob personenbezogene Informationen aus Nutzerdatenbanken abgegriffen wurden. An der Universität Bremen betraf ein Zero-Day-Angriff am 22. September einige dezentrale Systeme. Sie wurden vom Netz genommen, die Sicherheitslücke wurde geschlossen; zentrale Dienste waren nicht betroffen, Studierendendaten flossen nach Angaben der Universität nicht ab.
In Kanada griff ein unbekannter Dritter am 18. September unbefugt auf IT-Systeme der Canadian Mennonite University in Winnipeg zu und entwendete Informationen. Wahrscheinlich betroffen sind personenbezogene Daten aktueller und ehemaliger Studierender sowie Beschäftigter. An der Universität Mannheim verschafften sich Unbekannte am 17. September Zugriff auf den Server eines Lehrstuhls. Der Angriff wurde an diesem Tag entdeckt, der Server anschließend vom Universitätsnetz getrennt. Die Täter drohten mit der Veröffentlichung gespeicherter Daten. Die Ludwig-Maximilians-Universität München informierte am 16. September über einen Datenschutzvorfall mit unbefugtem Datenzugriff.
Bei der Universidade Católica do Salvador erschienen am 14. September nach einem Ransomware-Angriff Erpressernachrichten auf Laborrechnern. Wegen einer Netzstörung fiel der Campus-Internetzugang aus, Lehrveranstaltungen und Prüfungen wurden teilweise verschoben. Ein Netzwerksicherheitsvorfall beim Student-Financial-Aid-Büro der Mississippi Institutions of Higher Learning in Jackson beeinträchtigte ab dem 7. September die Verarbeitung von Anträgen und Zahlungen; Anträge konnten eingereicht werden.
Vom Datenzugriff bis zum Totalausfall
Die Liste reicht bis in den Sommer und das Frühjahr 2026 zurück. An der Mount Royal University in Calgary führte ein Ransomware-Angriff am 17. Juni zum Ausfall mehrerer Systeme und Onlinedienste. Später bestätigte die Universität, dass Angreifer Daten auf einem gemeinsam genutzten Laufwerk eingesehen und entwendet hatten. Bei der University of Tartu wurde zwischen dem 14. und 16. Juni über eine Schwachstelle Malware im Webshop installiert; Angreifer konnten auf die Administrationsansicht und Kundendaten zugreifen.
Die University of Nottingham meldete am 9. Juni den Zugriff einer externen Partei auf umfangreiche Daten im Studierendenverwaltungssystem. Betroffen waren aktuelle und ehemalige Studierende; möglich kompromittiert wurden Kontakt-, Hochschul-, Finanz- und weitere personenbezogene Daten. Bei der Universitat de València wurden am 25. Mai Daten eines veralteten Forschungsservers bei einem Ransomware-Angriff exfiltriert. Nach Angaben der Universität handelte es sich überwiegend um ältere Videodateien; Lösegeld wurde nicht gezahlt.
Über den externen Canvas-Anbieter legten Angreifer am 6. Mai an der Universiteit van Amsterdam Basisdaten von Studierenden und Beschäftigten offen. Canvas wurde vorsorglich zeitweise offline genommen, der Vorfall der Datenschutzbehörde und der Polizei gemeldet. Im April griff ein Angreifer auf 40.600 Profile der Lernplattform der Universität des Saarlandes in Saarbrücken zu. Betroffen waren überwiegend Namen; bei etwa 1.300 Profilen waren zusätzliche, von Nutzern eingetragene Angaben sichtbar. Sensible Daten waren nach Hochschulangaben nicht betroffen.
In den USA nahm die Belhaven University in Jackson am 6. März Teile ihres internen Netzwerks vorsorglich offline. Einige Dienste waren knapp zwei Wochen eingeschränkt, Online-Lehrveranstaltungen wurden zeitweise ausgesetzt. An der Universidade Federal de Sergipe in São Cristóvão richtete sich der Angriff am 20. Februar gegen Windows-Systeme. Rechner wurden vorsorglich abgeschaltet, zentrale Verwaltungs- und Lehrsysteme funktionierten nach Hochschulangaben weiter.
Weitaus härter traf es das University of Mississippi Medical Center: Der Ransomware-Angriff vom 19. Februar legte unter anderem elektronische Patientenakten, Telefonie und weitere IT-Systeme lahm. Kliniken wurden zeitweise geschlossen und planbare Behandlungen abgesagt; Krankenhäuser und Notaufnahmen arbeiteten mit Notfallprozessen weiter. Bei Sapienza Università di Roma beeinträchtigte ein Cyberangriff am 1. Februar IT-Dienste. Die Universität informierte Betroffene über mögliche Auswirkungen auf personenbezogene Daten und meldete im April den Abschluss der Vorfallbearbeitung.
An der Technischen Universität Wien hatte ein Angreifer spätestens ab dem
