Wer am Freitagabend auf dem Weg zur TU Dresden ist, sollte ein paar Minuten extra einplanen: Die DVB leitet die Buslinie 61 wegen Bauarbeiten an der Nossener Brücke in zwei Nächten um. Betroffen sind die Nacht von Freitag, 30. Oktober, auf Samstag, 31. Oktober 2026, sowie die Nacht von Montag, 2. November, auf Dienstag, 3. November 2026. Die Umleitung gilt jeweils ab 20 Uhr bis zum frühen Morgen.

Zwischen den Haltestellen Tharandter Straße und Chemnitzer Straße fährt die Linie 61 in beiden Richtungen eine andere Strecke. Die Haltestelle Fabrikstraße entfällt während der Umleitung. Dafür hält der Bus zusätzlich an der Clara-Viebig-Straße, der Würzburger Straße und der Bamberger Straße. Für Studierende, Beschäftigte und alle, die abends noch zwischen dem Dresdner Westen und dem Campus unterwegs sind, ist das vor allem eines: lästig, aber absehbar.

Arbeiten an der Nossener Brücke

Hinter den nächtlichen Änderungen steckt der zweite Bauabschnitt der Campuslinie, an dem Dresden seit Juni 2026 arbeitet. Zwischen Ebertplatz und kurz vor dem Nürnberger Platz entsteht über die Nossener Brücke und die Nürnberger Straße eine rund 1,7 Kilometer lange neue Straßenbahnstrecke. Die marode, stark geschädigte Nossener Brücke wird vollständig neu gebaut, ebenso unterirdische Medien und die Verkehrsanlage.

Auftraggeber und Umsetzer sind die Landeshauptstadt Dresden und die Dresdner Verkehrsbetriebe. Zum Projektverbund gehören außerdem SachsenEnergie und die Stadtentwässerung Dresden. Die Stadt rechnet für Brückenneubau und Straßenbahntrasse zusammen mit rund 324 Millionen Euro.

Die neue Straßenbahn soll später die stark genutzte Buslinie 61 entlasten, den Dresdner Westen und die TU Dresden besser anbinden und schnellere, leistungsfähigere ÖPNV-Verbindungen schaffen. Geplant ist der künftige Betrieb der Straßenbahnlinie 7, derzeit Dresdens meistgenutzter Linie. Dazu kommen neue Direktverbindungen, unter anderem zwischen Gorbitz und der TU Dresden, sowie weitere Umsteigemöglichkeiten zwischen den Stadtteilen. Rund 10.000 Studierende und Beschäftigte sind im Umfeld täglich unterwegs.

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Mehr Platz für Radverkehr, Bäume und Umstieg

Die Straßenbahngleise werden vom übrigen Verkehr getrennt. Für Autos bleiben vier Fahrspuren erhalten, an Knotenpunkten teilweise ergänzt um Abbiegespuren. Radfahrerinnen und Radfahrer sollen die Brücke auf erhöhten Radwegen queren, entlang der Nürnberger Straße sind Radfahrstreifen vorgesehen. Breite Gehwege gehören ebenfalls zur Planung.

Rasengleise sollen an der Nürnberger Straße für mehr Grün, weniger Straßenbahngeräusche und eine geringere Feinstaubbelastung sorgen. Vier Baumreihen – entlang der Gehwege und beidseits der Gleise – geben der Straße einen Alleecharakter. Ein breiter Grünstreifen trennt Gleise und Autofahrbahnen; im Sommer spenden die Bäume Schatten an Gehwegen und Haltestellen. An der Kreuzung Hohe Straße ist eine Ampelanlage geplant, auf Höhe der Kaitzer Straße entstehen weitere Querungsstellen.

Drei Haltestellen werden erneuert, barrierefrei ausgebaut und mit modernen ÖPNV-Standards ausgestattet. Auf der Nossener Brücke kommt eine Straßenbahnhaltestelle hinzu. Unter der Brücke ist außerdem ein neuer S-Bahn-Haltepunkt mit Treppe und Aufzug vorgesehen. Damit wäre ein direkter Umstieg zwischen Straßenbahn und S-Bahn möglich. Die Haltestellen sollen auch das sich entwickelnde Umfeld an Zwickauer Straße und Fabrikstraße anbinden.

Vor der Ruine der Zionskirche, die das städtische Lapidarium beherbergt, soll ein begrünter Aufenthaltsplatz mit Bänken und Fahrradbügeln entstehen. Ein neuer MOBIpunkt verbindet Straßenbahn, Fahrrad und teilAuto; öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge sind ebenfalls vorgesehen. Die denkmalgeschützte Grünanlage Nürnberger Ei bleibt unverändert, nur die Wendefahrbahn wird zurückgebaut. Zunächst endet die Neubaustrecke kurz vor dem Nürnberger Platz. Später könnte dort eine weitere Straßenbahnstrecke über den Zelleschen Weg bis zum Wasaplatz anschließen.

Mehrere Sperrnächte im Herbst

Für den Aushub der alten Rohrbrücke sind mehrere Vollsperrungen der Nossener Brücke geplant: am 16./17. Oktober jeweils von 20 bis 8 Uhr, am 30./31. Oktober ebenfalls von 20 bis 8 Uhr, am 2./3. November von 20 bis 5 Uhr, am 20./21. November und 21./22. November jeweils von 20 bis 8 Uhr sowie am 24./25. November und 25./26. November jeweils von 20 bis 5 Uhr. Der Kfz- und Busverkehr wird über Tharandter Straße, Würzburger Straße und Chemnitzer Straße geführt.

Seit dem 14. Juni 2026 rollen sämtliche Verkehrsteilnehmer, also auch Fuß- und Radverkehr, über den südlichen Brückenzug. Einschränkungen gibt es an den Einmündungen Hübener Straße, Hohe Straße, Bernhardstraße und voraussichtlich ab 21. September 2026 an der Kaitzer Straße. Dort ist die Ein- und Ausfahrt in die Nürnberger Straße nicht möglich. Seit 7. September 2026 ist die Zwickauer Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt, Fußgänger und Radfahrer werden durch das Baufeld geführt. Auch die Durchfahrt unter der Brücke Fabrikstraße bleibt gesperrt.

Im öffentlichen Verkehr fährt die Linie 8 seit Betriebsbeginn am 12. Oktober 2026 bis zur Nöthnitzer Straße. Die Buslinie 61 bleibt grundsätzlich auf ihrer Stammstrecke; Ersatzhaltestellen wurden im direkten Umfeld eingerichtet. Die Haltestelle Nossener Brücke entfällt. Die Haltestelle Fabrikstraße in Richtung Löbtau wurde bis auf Weiteres zur Einmündung Oederaner Straße verlegt, die Haltestelle Chemnitzer Straße in Richtung Weißig vor die Einmündung Chemnitzer Straße.

Was bis 2031 gebaut wird

Bis Herbst 2026 werden Umleitungsstrecken ertüchtigt, ein Mediendüker neu gebaut und Telekommunikationsleitungen verlegt. Von Juni 2026 bis Mai 2028 folgen Bauvorbereitung sowie der Neu- und Umbau der nördlichen Nürnberger Straße und des nördlichen Brückenzugs; der Verkehr läuft in dieser Zeit über den südlichen Brückenzug. Von Mai 2028 bis Frühjahr 2030 sind die südliche Nürnberger Straße und die Straßenbahntrasse an der Reihe. Bis Mitte 2031 soll der Mittelteil des südlichen Brückenzugs entstehen, Mitte 2031 ist die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme vorgesehen.

Während der gesamten Bauzeit soll der Verkehr mit wenigen kurzen Unterbrechungen über Nürnberger Straße und Nossener Brücke geführt werden. Ganz ohne Umwege wird es also nicht abgehen. Wer Fragen hat, kann seit 18. Juni 2026 dienstags von 15:30 bis 17:30 Uhr zum Baustellen-Infopunkt kommen. Der weiße Container steht am Nürnberger Ei nahe der Ostsächsischen Sparkasse und vor dem Friseursalon „Leoni und Ben“. Dort beantwortet die Projektleitung Fragen zum Baugeschehen.

Kontakt zur Projektleitung: Campuslinie1.2@dresden.de oder telefonisch unter 0351-4884301.