Am 5. Juni 2026 veranstaltet die Karl Dedecius Stiftung an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) ein bedeutendes deutsch-polnisches Bildungs- und Begegnungsseminar. Dieses Seminar, das vom 15. bis 20. September 2026 in Warschau stattfindet, steht unter dem Motto: „35 Jahre Nachbarschaftsvertrag: Erinnerung – Dialog – Zukunft“. Die Stiftung arbeitet dabei in Kooperation mit dem Oekumenischen Europa-Centrum Frankfurt (Oder) e. V. und der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität Warschau (UKSW). Die Veranstaltung thematisiert die Geschichte sowie die Gegenwart der deutsch-polnischen Beziehungen und fördert den gesellschaftlichen und kulturellen Dialog in Europa.

Die Teilnehmenden erwarten diverse Aktivitäten, darunter Begegnungen mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Kirche, thematische Stadtführungen sowie Besuche bedeutender Museen, wie dem Museum des Warschauer Aufstandes und dem POLIN Museum der Geschichte der polnischen Juden. Zudem sind Gespräche über Erinnerungskultur und die Zukunft der deutsch-polnischen Zusammenarbeit geplant, sowie Diskussionsrunden im Sejm und bei der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Ein Highlight des Seminars wird ein Konzertbesuch im Museum der Erzdiözese Warschau sein.

Vorbereitungen zum Jubiläum

Das Jahr 2026 markiert nicht nur den 35. Jahrestag des Nachbarschaftsvertrags, sondern auch den 35. Jahrestag der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Warschau. Zusätzlich blicken das Deutsch-Polnische Jugendwerk und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit auf 35 Jahre fruchtbarer Zusammenarbeit zurück. Die Oder-Partnerschaft, die die Länder entlang der Oder verbindet, feiert gar ihr 20-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass organisiert das Deutsche Polen-Institut in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen ein umfangreiches Programm, das unter anderem Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und Diskussionsformate umfasst. Ziel ist es, die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Städtepartnerschaft einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen.

Das bevorstehende Seminar wird von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gefördert, und die Kosten für die Teilnahme belaufen sich auf 550 Euro pro Person, zuzüglich eines Einzelzimmerzuschlags von 50 Euro. Interessierte Teilnehmende aus Polen können auf Anfrage eine Ermäßigung erhalten. Eine Anmeldung ist bis zum 22. Juni 2026 möglich, und das Anmeldeformular sowie weitere Informationen sind auf der Webseite der Karl Dedecius Stiftung zu finden.

Starke Partnerschaften und historische Wurzeln

Deutschland und Polen sind seit Jahrzehnten enge Partner mit vielfältigen gesellschaftlichen und politischen Verflechtungen. In Deutschland leben etwa 840.000 polnische Staatsbürger, und es gibt insgesamt 2,2 Millionen Menschen polnischer Herkunft. Deutschland ist seit über zwei Jahrzehnten der wichtigste Handelspartner Polens. Die engen politischen Kontakte werden durch regelmäßige Besuche auf höchster Ebene gestärkt. Ein Beispiel hierfür ist das letzte Treffen der Bundesminister im Dezember 2025 in Berlin.

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Der deutsch-polnische Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, der am 17. Juni 1991 unterzeichnet wurde, legt in 38 Artikeln die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ziele der Zusammenarbeit fest. Wichtige Meilensteine wie Polens Beitritt zur NATO 1999 und zur EU 2004 haben die bilateralen Beziehungen weiter vertieft. Auch die vollständige Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts im Jahr 2011 sowie die zahlreichen institutionellen Initiativen wie das Deutsch-Polnische Jugendwerk und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit sind Belege für das starke Fundament der beiden Länder.

In den kommenden Monaten wird das detaillierte Programm der Feierlichkeiten veröffentlicht und die breite Öffentlichkeit eingeladen, an den vielschichtigen Veranstaltungen teilzunehmen. Die intergenerationellen Formate sollen hierbei unterschiedliche Altersgruppen ansprechen und dabei die kulturelle, politische und gesellschaftliche Bandbreite der deutsch-polnischen Beziehungen beleuchten.

Das Seminar in Warschau stellt somit nicht nur einen Rückblick auf die vergangenen 35 Jahre dar, sondern auch einen Ausblick auf die zukünftige Zusammenarbeit und den Dialog zwischen Deutschland und Polen, der in dieser engen Nachbarschaft von fundamentaler Bedeutung ist.