Die Suche nach Fördermitteln kann für viele Wissenschaftler*innen eine Herausforderung sein, insbesondere für diejenigen, die sich noch am Anfang ihrer Karriere befinden. Um diese Hürde zu nehmen, bietet das Referat Forschungs- und Graduiertenförderung der Universität Erfurt ein neues Online-Format an, das sich gezielt an Promovierende, Postdocs und Early Career Researchers richtet. Unter dem Titel „Frag FGF | Fördermittelgeber finden. Chancen nutzen. Anträge verstehen.“ können Interessierte in kurzen Sessions lernen, welche Möglichkeiten es gibt und wie man diese optimal nutzt.
Die Sessions dauern lediglich 20 Minuten und werden durch eine zehnminütige Fragerunde ergänzt. Hier werden relevante Förderprogramme vorgestellt und Orientierung im komplexen Förderdschungel gegeben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, und die Teilnahme ist online möglich. Die Termine für das Sommersemester 2026 sind:
- 04. Juni 2026, 10 Uhr: DFG für Promovierte in frühen Karrierephasen
- 11. Juni 2026, 10 Uhr: Alternativen zur DFG für Promovierte in frühen Karrierephasen
- 25. Juni 2026, 10 Uhr: Auslandsmobilität
Förderlandschaft in Deutschland
Die Finanzierung von Forschung in Deutschland teilt sich in zwei wesentliche Bereiche: die institutionelle Grundfinanzierung durch Bund und Länder sowie die wettbewerbsorientierten Drittmittel. Letztere machen in vielen Forschungseinrichtungen zwischen 30 und 50 Prozent des Gesamtbudgets aus, so sieht es die Webseite von Leibniz Science 20 Leibniz Science 20. Ergänzend dazu ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die bedeutendste Quelle für Drittmittel mit einem Jahresbudget von etwa 3,5 Milliarden Euro.
Die DFG vergibt ihre Mittel nach dem Prinzip der wissenschaftlichen Selbstverwaltung, was bedeutet, dass die Wissenschaft selbst darüber entscheidet, welche Projekte gefördert werden. Dies führt zu einem Wettbewerb, der durchaus herausfordernd sein kann, da die Erfolgsquote bei Einzelanträgen rund 30 bis 35 Prozent beträgt, während sie für Sonderforschungsbereiche und Exzellenzcluster sogar unter 20 Prozent sinkt. Die Fördermöglichkeiten werden durch diverse nationale und internationale Programme unterstützt, etwa durch das EU-Rahmenprogramm Horizon Europe, welches ein Gesamtvolumen von 95,5 Milliarden Euro für 2021 bis 2027 aufweist.
Aktuelle Trends und Herausforderungen
Die Trends in der Forschungsfinanzierung zeigen, dass der Wettbewerb zunehmend intensiver wird, während gleichzeitig Anforderungen an Transparenz und gesellschaftliche Relevanz stets wachsen. Wissenschaftler*innen sehen sich nicht nur mit der Herausforderung konfrontiert, präzise Forschungsfragen zu formulieren und passende Förderlinien zu finden, sondern auch mit den steigenden Anforderungen an die Dokumentation und den Prozess der Antragsstellung. Diese Faktoren können die Akquise der benötigten Drittmittel erheblich erschweren, wie auf Leibniz Science 20 ausgeführt wird.
Die Universität Erfurt trägt mit ihrem neuen Format dazu bei, Forscher*innen die Türen zu diesen begehrten Fördermöglichkeiten zu öffnen. Schließlich ist es für die Wissenschaftsgemeinschaft essenziell, auch in Zukunft kreativ und innovativ arbeiten zu können, was ohne die notwendigen finanziellen Mittel nicht möglich ist. Auf diese Weise wird das Förderatlas der DFG eine zentrale Ressource sein, um die Verteilung der Mittel und die Vielfalt der Programme besser zu verstehen.