Am 19. Mai 2026 feierte die Universität Göttingen einen besonderen Meilenstein in ihrem Engagement für Diversität und Chancengleichheit. Im Rahmen des bundesweiten Diversity-Tags der Charta der Vielfalt wurde zum ersten Mal der Diversitätspreis verliehen. In einem festlichen Rahmen im Forum Wissen wurden herausragende Initiativen und Persönlichkeiten geehrt.
Laut uni-goettingen.de wird der Preis in den Kategorien „Beratung“ und „Universitätskultur“ vergeben und prämiert sowohl individuelle Leistungen als auch studentische Initiativen.

Die Preisträgerin in der Kategorie „Beratung“ ist Kirsten Brockelmann-Grabo, die Leiterin des Prüfungsamts der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Ihre Auszeichnung erhielt sie für ihren umfassenden Einsatz für Diversität und Nachteilsausgleich, der über die Anforderungen ihrer Position hinausgeht. In der Kategorie „Universitätskultur“ wurde die studentische Gruppe „Break the Bloody Taboo“ gewürdigt, eine Initiative, die sich für kostenfreie Menstruationsprodukte an der Universität einsetzt.

Ein Schritt in Richtung Chancengleichheit

Prof. Dr. Inge Hanewinkel, Vizepräsidentin für Chancengleichheit, Diversität und Internationales, hob die Bedeutung des Preises für die Förderung einer pluralen Universitätskultur hervor. Die Vergabe des Diversitätspreises wird finanziell von der Arineo GmbH unterstützt und soll jährlich erfolgen, wobei jeder Preis mit 2.500 Euro dotiert ist. Vorschlagsberechtigt sind alle Mitglieder und Angehörigen der Universität, und eine Auswahlkommission bestimmt die Preisträger.

Im Jahr 2021 begann die Projektplanung der Initiative „Break the Bloody Taboo“ während des Wintersemesters. Die Gruppe nahm am Wettbewerb „Kreativität im Studium“ teil, was schließlich zur Finanzierung der ersten Spender für kostenlose Menstruationsprodukte führte. Diese wurden im November 2022 am Zentral-Campus installiert, und mittlerweile stehen bereits vier Standorte zur Verfügung, mit weiteren zwei in Planung, wie stadtradio-goettingen.de berichtet.

Umfassende Maßnahmen gegen Periodenarmut

Ziel der Initiative ist es, allen menstruierenden Personen den Zugang zu diesen Produkten zu erleichtern. Die Mehrheit der Spender befindet sich auf binären Frauentoiletten, einige sind jedoch auch auf Fluren und binären Männertoiletten sowie auf einer All-Gender- und einer barrierefreien Toilette installiert. Feedback von Studierenden bestätigt die Nützlichkeit dieser Spender. Das Projekt wird von der Initiative selbst und nicht von den universitären Strukturen geleitet, verfolgt jedoch die langfristige Hoffnung auf Kostenübernahme durch die Universität.

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Die bisherigen Kosten wurden durch Preisgelder gedeckt, und die Gruppe hat einen Spendenaufruf über die Alumni-Seite der Universität gestartet. Das Thema Periodenarmut hat an Bedeutung gewonnen, da viele menstruierende Personen oft finanziell struggling sind und auf Menstruationsartikel angewiesen sind. Die Spender sind mit Binden und Tampons ausgestattet und die Inhalte werden bedarfsgerecht umverteilt.

Im Interesse einer breiten Unterstützung und um die Erfahrungen der Nutzer zu evaluieren, hat die Projektgruppe eine Umfrage auf der Webseite der Universität eingerichtet. Ihr Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und langfristig kostenfreie Menstruationsartikel in der Gesellschaft zu verankern.