Am 1. und 2. Juni 2026 findet die interdisziplinäre Tagung „Heimat im Umbruch – Die Transformation des ländlichen Raums in Thüringen von 1945 bis heute“ im Haus Dacheröden in Erfurt statt. Die Veranstaltung wird von der Universität Erfurt, dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung organisiert.
Das Ziel der Tagung ist die Zusammenführung von wissenschaftlichen und praktischen Perspektiven, um politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen der letzten 80 Jahre zu beleuchten. Ein zentrales Thema wird die Diskussion über die Auswirkungen bereits skizzierter Umbrüche auf den Begriff und das Verständnis von Heimat in der Gegenwart sein.
Austausch und Diskussion
Die Tagung möchte eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaftlern, Praktikern und Bürgern bieten. Im Rahmen dieser Initiative werden neue theoretische und empirische Erkenntnisse präsentiert und aktuelle politische Debatten in einen historischen Kontext eingeordnet. Thüringen, als einzigartiges Forschungsfeld ohne größere Städte, bietet viele Perspektiven auf Transformationserfahrungen in ländlichen Gebieten.
Das Interesse an der Tagung ist hoch, die Teilnahme ist kostenfrei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Insbesondere interessierte Bürger sind eingeladen, vor Ort mitdiskutieren zu können.
Themenfokus und Call for Papers
Die Tagung adressiert verschiedene Themenbereiche, die sich um die Transformation des ländlichen Raums in Thüringen drehen. Diese umfassen unter anderem:
- Transformation in der DDR: Auswirkungen staatlicher Umgestaltungen auf ländliche Strukturen
- Friedliche Revolution von 1989/90: Rolle und langfristige Folgen für die politische Identität
- Ökonomische Umbrüche vor und nach 1990: Auswirkungen sozialistischer und neoliberaler Reformen
- Gesellschaftliche Umbrüche: Veränderungen der sozialen Struktur und kulturelle Anpassungen seit 1945
- Politische Akzeptanz und Widerstand: Reflexion historischer Erfahrungen in der heutigen politischen Landschaft
Zusätzlich wird ein Call for Papers ausgeschrieben, dessen Deadline der 22. Februar 2026 ist. Eingeladen sind sowohl Forschungsbeiträge als auch Fallstudien und biographische Erzählungen. Die Vorträge sollen eine Dauer von etwa 15 Minuten umfassen, und Abstracts müssen zwischen 300 und 500 Wörtern liegen. Die Organisation dieser Veranstaltung unterstreicht die Notwendigkeit, umfassende Studien zu den Transformationsprozessen im ländlichen Raum Thüringens seit 1945 zu entwickeln.
Für weitere Informationen zur wissenschaftlichen Tagung können Interessierte die Website der Geschichtswerkstatt Jena besuchen oder sich direkt an Franca Schiminski vom Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wenden.