Am Montag, 26. Oktober 2026, dreht sich an der Universität Münster einen ganzen Tag lang alles um Künstliche Intelligenz. Von 10:00 bis 18:00 Uhr lädt der Aktionstag „KI an der Uni Münster – Von Studierenden für Studierende“ Studierende der Universität Münster dazu ein, über Chancen, Fragen und ganz praktische Erfahrungen mit KI ins Gespräch zu kommen.

Organisiert wird die Veranstaltung vom Hochschulforum Digitalisierung (HFD), der Initiative DigitalChangeMaker, dem Projekt MIT-PART und dem Zukunftslabor. Der Veranstaltungsort ist auf der Veranstaltungswebseite angegeben. Dort gibt es auch weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung.

Studierende als Mitgestalter

Das HFD bringt seit 2018 mit der Initiative „DigitalChangeMaker“ engagierte Studierende verschiedener Hochschulen und Fachbereiche zusammen. Die Initiative will Studierende nicht bloß über digitale Veränderung sprechen lassen, sondern sie als Innovations- und Gestaltungspartner an Hochschulen stärken.

Aktiv werden die Mitglieder auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene – als Speaker:innen und Autor:innen, Diskursbeitragende, Berater:innen und Begleiter:innen von Hochschulen oder als Entwickler:innen eigener Veränderungsprojekte. Das bundesweite DCM-Netzwerk arbeitet in Jahrgangskohorten und versteht sich als studentischer Thinktank. Gemeinsam mit weiteren Akteur:innen entstehen Forderungen und Vorschläge etwa zu Studierendenpartizipation, mentaler Gesundheit von Studierenden und generativer KI im Hochschulbereich.

Wer sich für die nächste Kohorte interessiert: Für 2027 lautet das Motto „Human Futures in the Digital Age“. Die Leitfrage ist, wie Hochschulen und Bildungslandschaften aussehen können, die technologische Entwicklungen mit menschlichen Werten, Kompetenzen und gesellschaftlicher Verantwortung verbinden. Ab Januar 2027 arbeiten die Teilnehmenden in drei Thementracks an konkreten Projektideen und Lösungsansätzen. Bewerbungen sind für Studierende aller Studienrichtungen bis zum 15. November möglich.

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Werkzeuge, Netzwerk und ein bisschen Mut

Zum Programm gehören ein Onboarding mit Informationen über das HFD, frühere Projekte und Themenschwerpunkte, die Vernetzung mit dem HFD-Team, Alumni und Expert:innen sowie Projektarbeit in Thementracks. Mentor:innen und Themenpat:innen begleiten die Gruppen. Dazu kommen digitale und analoge Workshops, Schreib-Sprints, asynchrone Arbeitsphasen, individuelle Gespräche sowie fachliche und überfachliche Qualifizierungsangebote.

Die Initiative bietet außerdem Workshops zu Bildungs- und Digitalisierungsthemen und Unterstützung bei Projektmanagement, Rhetorik und Design Thinking. Kontakte gibt es zu Akteur:innen der deutschen Hochschulcommunity und zu Fachleuten beispielsweise für KI, Lerntechnologien, mentale Gesundheit und Studierendenpartizipation. Wer möchte, kann Tagungsbeiträge, Workshops, Podiumsdiskussionen oder Blogbeiträge entwickeln. Regelmäßige digitale und persönliche Treffen halten das DCM-Netzwerk zusammen.

Gefragt sind Studium an einer deutschen Hochschule, Interesse an zukunftsfähigen Hochschulen und digitalen Transformationsprozessen, Bereitschaft zur hochschul- und fächerübergreifenden Zusammenarbeit, mindestens vier Stunden Zeit pro Woche, Eigeninitiative und Teamfähigkeit. Vorerfahrungen in Hochschulinitiativen, Gremienarbeit oder als studentische Hilfskraft helfen, sind aber kein Muss. Willkommen sind Mitglieder unabhängig von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Religion oder Weltanschauung, Alter und sexueller Identität.

Gearbeitet wird kollaborativ und mit einer wertschätzenden, achtsamen Teamkultur. Die inhaltlichen Schwerpunkte entwickeln sich gemeinsam mit den Teilnehmenden weiter – abhängig von deren Interessen, Erfahrungen und Bedarfen. Eine offene Fehlerkultur soll ermöglichen, Ideen auszuprobieren, weiterzuentwickeln und auch mal gegen die Wand zu fahren, ohne dass gleich alles vorbei ist.

Für Menschen, die gerade keine zeitlichen Kapazitäten haben, gibt es einen Newsletter zu studentischen Ausschreibungen, Projekten und Veranstaltungen.

Warum der Aktionstag gerade jetzt passt

Der politische und akademische Rahmen für solche Gespräche ist längst groß geworden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Hochschulbildung. Im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“ werden seit Ende 2021 zahlreiche Projekte unterstützt – darunter die Entwicklung von Studiengängen und Lehrmodulen, intelligente Assistenzsysteme sowie KI-basierte Lern- und Prüfungssysteme.

Generative KI hat seit Ende 2022 viele Bereiche des Lebens und der Arbeitswelt verändert. Anwendungen lernen anhand von Trainingsdaten Muster und erzeugen daraus neue sprachliche oder visuelle Inhalte. Das BMBF veröffentlichte seinen KI-Aktionsplan am 7. November 2023 und bezeichnet KI als Schlüsseltechnologie. Im Mittelpunkt stehen technologische Weiterentwicklung, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Nutzen sowie der Aufbau notwendiger Kompetenzen und Infrastrukturen.

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz verfolgt mit der Förderinitiative das Ziel, KI im gesamten Hochschulsystem zu verankern. Gefördert werden auch Maßnahmen zur Qualifizierung künftiger akademischer Fachkräfte. Das Hochschulforum Digitalisierung untersuchte im Arbeitspapier Nr. 59 von April 2021 Potenziale und Herausforderungen von KI in Forschung, Studium und Lehre sowie Curriculumentwicklung. Ein Whitepaper aus dem Jahr 2020 beschrieb Einsatzmöglichkeiten von KI in Studium und Lehre und mögliche Veränderungen der Lehr- und Lernkultur und künftiger Lehrinhalte.

Wie unterschiedlich Hochschulen mit generativer KI umgehen, zeigt ein Verzeichnis mit Regelungen an 64 deutschen Hochschulen, Stand Juni 2026. Dokumentiert werden unter anderem die offizielle Quelle, der Verbindlichkeitsgrad, die Regelungsebene, der Stand der jeweiligen Fassung und eine mögliche Pflicht, KI-Nutzung in akademischen Arbeiten zu kennzeichnen.

Von Lernbots bis Robotern

Die Landschaft reicht weit über ChatGPT hinaus. Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt), ein Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, untersucht Entwicklungen und Herausforderungen der digitalen Transformation und erarbeitet Grundlagen für eine gesellschaftlich verantwortungsvolle Gestaltung. Cyber Valley verbindet Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft; Schwerpunkte sind maschinelles Lernen, Computer Vision, Robotik, interdisziplinärer Austausch und Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Der Stifterverband baut mit Förderung des BMBF den KI-Campus auf. Die offene Lernplattform bietet Onlinekurse, Videos und Podcasts zu KI für Studierende, Berufstätige, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Das seit 2019 vom BMBF geförderte Projekt basiert auf der MOOC-Plattform des Hasso-Plattner-Instituts und wird nach den Prinzipien von Offenheit und Vernetzung weiterentwickelt.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) wurde 1988 als gemeinnützige Public-Private Partnership gegründet. Es hat Standorte in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen, ein Projektbüro in Berlin sowie Außenstellen in Osnabrück und St. Wendel. Unter dem Schwerpunkt „KI für den Menschen“ forscht das DFKI an KI-Anwendungen. Das Educational Technology Lab entwickelt KI- und Softwaretechnologien für schulische, akademische und berufliche Bildung, für Fort- und Weiterbildung sowie für Trainings- und Qualifizierungsprozesse.

Am hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz, hessian.AI, arbeiten 13 hessische Universitäten mit. Das Zentrum verbindet Grundlagenforschung mit Praxisbezug und fördert den Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Das DFKI entwickelt in interdisziplinären Laboren Methoden und Technologien zur Unterstützung von Trainings-, Qualifizierungs-, Lehr- und Lernprozessen. Zu den Kooperationspartnern gehören Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Schulen, die Digital- und Bildungswirtschaft, EdTech-Start-ups und junge E-Learning-Unternehmen.

Das vom BMBF geförderte KI-Servicezentrum Berlin-Brandenburg ist am Hasso-Plattner-Institut angesiedelt. Es soll Zugangshürden für KI in Wirtschaft und Gesellschaft senken und unterstützt unter anderem Start-ups, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Studierende und die Forschung. Die Fraunhofer-Gesellschaft bearbeitet an zahlreichen Instituten KI-Felder und Anwendungen – von Robotik, Bild- und Sprachverarbeitung bis zur Prozessoptimierung. Auch Theorie und Ethik der KI sowie anwendungsorientierte Algorithmen gehören dazu.

Das virtuelle Kompetenzzentrum der Fachhochschule Kiel beschäftigt sich mit KI-gestütztem Schreiben. Es verbindet Forschung und Wissenstransfer mit Schulungen für Lehrende, der Sensibilisierung für KI-Sprachmodelle und dem Austausch über den Umgang mit ihnen.

Konkrete Projekte gibt es reichlich: AISOP („AI